Minister Thomas de Maizière mit Soldaten in Augustdorf. - © FOTO: PREUSS
Minister Thomas de Maizière mit Soldaten in Augustdorf. | © FOTO: PREUSS

AUGUSTDORF Bundeswehr will Senne weiter nutzen

Verteidigungsminister de Maizière pocht auf Vereinbarung mit dem Land

Augustdorf. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hat klargestellt, dass die Bundeswehr den Truppenübungsplatz Senne weiter benötigt, selbst wenn die Briten die Region einmal verlassen haben sollten. Mit der Landesregierung in Düsseldorf sei schriftlich vereinbart, dass die Belange des Militärs Vorrang vor einer Nutzung des Areals als Nationalpark hätten, sagte er in Augustdorf. De Maizière, der im Rahmen seiner "Sommerreise" durch verschiedene Standorte die Panzerbrigade 21 "Lipperland" besuchte, ließ offen, ob das Geländes für beide Zwecke parallel beansprucht werden könne. Dies komme aber nur dann in Frage, wenn die Interessen der Bundeswehr davon nicht berührt seien. "So viele gute Truppenübungsplätze haben wir in Deutschland nicht." Man benötige trotz der bevorstehenden Reduzierung der Dienstposten von jetzt gut 4.000 auf 2.500 bis zum Jahre 2015 die gesamte Liegenschaft einschließlich Kaserne und Standortübungsgelände. In Gesprächen mit verschiedenen Politikern, darunter Augustdorfs Bürgermeister Andreas Wulf, warb de Maizière um Verständnis für die Neustrukturierung der Streitkräfte: "Andere wären froh, wenn sie noch so viele Posten behielten." Die Bedeutung des Standortes lasse sich auch daran erkennen, dass er zu den letzten zwölf gehöre, an denen noch Grundausbildung betrieben werde.Amerikaner zum Nachtisch Der Verteidigungsminister sagte zu, dass die Reduzierungen in Augustdorf, die vor allem die Artillerie betreffen, nicht vor 2015 vorgenommen werden. Hintergrund: Der Brigade steht für 2014 ein weiterer Afghanistan-Einsatz bevor. In Zeiten solcher Belastungen wolle man grundlegende organisatorische Veränderungen vermeiden. Zu Beginn seines Aufenthalts hatte sich de Maizière von Kommandeur und Brigadegeneral Harald Gante über die Situation vor Ort informieren lassen. Außerdem traf er Leiter der örtlichen Dienststellen sowie Soldaten, Zivilangestellte und Vertreter der Politik. Gemeinsam mit Rekruten aß er zu Mittag: Geschnetzeltes mit Kartoffelpüree und Gemüse, zum Nachtisch einen Amerikaner.

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