Die Versammlung mit NRW-Umweltminister Remmel. - © FOTO: REINHARD ROHLF
Die Versammlung mit NRW-Umweltminister Remmel. | © FOTO: REINHARD ROHLF

BAD LIPPSPRINGE Neues Gutachten: Truppenübungsplatz ist auch als Nationalpark geeignet

Runder Tisch zur Senne mit NRW-Umweltminister Remmel

Bad Lippspringe (gär). Unter Leitung des NRW-Umweltministers Johannes Remmel (Grüne) hat Montagabend in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) der erste runde Tisch zur Planung eines Nationalparks in der Senne stattgefunden. Etwa 120 Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen waren zu der nicht öffentlichen Veranstaltung geladen. Man habe den Kreis bewusst so groß gewählt, "um mit allen ins Gespräch zu kommen", sagte Remmel. Er präsentierte ein neues Gutachten des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Es kommt zu dem Ergebnis, dass der Truppenübungsplatz Senne mit einer 11.619 Hektar großen Kulisse die Voraussetzungen für einen Nationalpark gemäß den Kriterien des Bundesnaturschutzes erfüllt. "Das Gebiet, das fast 1.000 in NRW gefährdete Tier-, Pilz- und Pflanzenarten beherbergt, ist landesweit einzigartig", heißt es in Expertise. Der Nationalpark sei "denkbar auch unter Fortsetzung einer nationalparkkonformen militärischen Nutzung". Remmel trat der von Teilen der CDU und FDP geäußerten Kritik entgegen, der runde Tisch sei wegen der Bundeswehrreform verfrüht und gefährde den Truppenstandort Augustdorf. Die Anregung zum runden Tisch, sei vom Regionalrat in Detmold gekommen. Zudem gebe es Beschlüsse des Landtags, wonach in der Senne ein Nationalpark "angestrebt" werden soll. "Wir wollen diskutieren, ob das überhaupt geht", sagte Remmel. Auch aus seiner Sicht ist ein Nationalpark Senne aber wohl erst in einigen Jahren zu realisieren. Anders sehe es beim Teutoburger Wald aus, wo auf rund 8.600 Hektar ebenfalls ein Nationalpark möglich wäre. Dieses Projekt werde von der Landesregierung "nach Kräften unterstützt", aber hier habe der lippische Landrat Friedel Heuwinkel (CDU) "den Hut auf". Die FDP-Bundestagsabgeordnete Gudrun Kopp übte gestern Kritik: Die NRW-Landesregierung wolle OWL "zur grünen Spielwiese" machen, schrieb sie.

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