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Elias Sansar bewies auch in Paderborn seine Klasse und war bester Deutscher im Halbmarathon. - © FOTO: FRITZ
Elias Sansar bewies auch in Paderborn seine Klasse und war bester Deutscher im Halbmarathon. | © FOTO: FRITZ

Auch Sansar tippt auf Sansar

Erneut großer Favorit für den Hermannslauf / Bester Deutscher im Halbmarathon

VON JÖRG FRITZ
15.04.2009 | Stand 15.04.2009, 14:49 Uhr

Paderborn. Elias Sansar wäre am liebsten in einen Fluss gesprungen, so kaputt fühlte sich der dreimalige Hermannslauf-Sieger während des Halbmarathons. Wild schnaufend und völlig verschwitzt erreichte der 28-Jährige schließlich das Ziel und brauchte einige Minuten der Erholung, ehe er die Sprache wiederfand.

"Die letzten zehn Kilometer waren eine Qual", sagte Sansar, der in 1:10:01 Stunde Platz 14 belegte und damit bester deutscher Teilnehmer war. Die gelaufene Zeit stimmte Sansar grimmig. "Ich habe meine Bestmarke um drei Minuten verfehlt", sagte Sansar, der erstmals seit 1999 über die längere Distanz in Paderborn an den Start ging. Für den Hermannslauf ist Sansar jedoch superoptimistisch: "Ich glaube nicht, dass jemand mich schlägt."

Dass Sansar durchaus nicht den Ruf eines Sprücheklopfers besitzt, beweisen Einschätzungen anderer Top-OWL-Läufer zum Thema Hermannslauf. Michael Brand (NSU Brakel) hält Sansar beim "Hermann" für fast unschlagbar. Auch sein Trainerfreund Michael Amstutz sieht niemanden, der Elias Sansar am 26. April das Wasser reichen könnte.

Amstutz, mittlerweile 42 Jahre jung und seit 1984 regelmäßiger Osterläufer in Paderborn, ließ sich bei der 63. Ausgabe des Traditionslaufes auch von einem Muskelfaserriss im Oberschenkel nicht unterkriegen. Mit dem Fahrrad begleitete Amstutz erst seinen Freund Brand beim 10-Kilometer-Lauf und trieb den Ingenieur zum 21. Platz in 32:31 Minuten an. Wenig später schnürte das Lauforiginal dann selbst die Schnürsenkel seiner Schuhe zum Halbmarathon. Platz 351 in 1:43:27 Stunde sprang für den stets gut gelaunten Amstutz heraus, der nach seiner Zielankunft schon an sein nächstes Laufabenteuer dachte: die 21. Teilnahme am Hermannslauf.

Als Sansar-Fan offenbarte sich in Paderborn auch Marcus Biehl. "Elias ist in einer unglaublichen Form. Ihn wird am 26. April niemand schlagen", meinte der Hermannslauf-Sieger der Jahre 2000 und 2004. In Paderborn lief es für den 39 Jahre alten Bielefelder allerdings nicht rund. Bei der halben Distanz des Zehnkilometerlaufs stiegen sowohl Biehl als auch sein Kollege von der LG Lage-Detmold, Stefan Fromme, aus. Biehl, der Karfreitag von einem einwöchigen Trainingslager aus dem Sauerland zurückgekehrt war und in diesem Urlaub 200 Kilometer abgespult hatte, fühlte sich einfach nur platt. "Rational war es sicherlich ein Fehler, hier zu starten", betonte Biehl. "In zwei Wochen werden die Zuschauer aber den echten Biehl erleben", versprach der nach Podestplätzen erfolgreichste Hermannsläufer aller Zeiten.

Einen großen Bogen wird am 26. April Thomas Bartolome um die Region OWL machen. Der letztjährige Zweite des Hermannslaufes wird aus beruflichen Gründen fernbleiben. "Ich habe vor zwölf Monaten einen bleibenden Eindruck mit nach Hause genommen. Tage danach taten mir die Knochen noch weh", sagte der Hauptkommissar aus Hannover, der in Paderborn in 1:11:16 Stunde Platz 16 im Halbmarathon belegte.

Erfolgreichste ostwestfälische Läuferin war wie im Vorjahr Ilona Pfeifer. Die deutsche Marathonmeisterin des Jahres 2007 vom LC Solbad Ravensberg wurde vor 12 Monaten Dritte im Halbmarathon und stellte mit 1:18:02 Stunde eine neue persönliche Bestzeit auf. Diesmal wurde sie Sechste in 1:19:08 und stöhnte über die Hitze und die schlechte Anordnung der Verpflegungsstellen. "Sieben Kilometer lang gab es keinen Erfrischungsstand", kritisierte Pfeifer. Ein weiteres OWL-Glanzlicht setzte die Hermannslaufsiegerin der Jahre 2007 und 2008, Silvia Krull (LG Lage-Detmold), die im Halbmarathon Elfte in 1:26:37 Stunde wurde. Kirsten Heckmann (SV Brackwede) freute sich über Platz 14 (37:47 Minuten) in persönlicher 10-km-Bestzeit. Vereinskollege Oliver Reins meldete sich auf dieser Distanz nach langer Pause in 34:02 Minuten als 29. in den Kreis der Spitzenläufer zurück.

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