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Vom Sieger zum Kursanbieter

Ewert hat in neun Jahren mehr als 800 Aktive vorbereitet

VON CLAUS-WERNER KREFT
21.04.2009 | Stand 20.04.2009, 17:48 Uhr
Andreas Ewert auf der Promenade beim Hermannslauf 2006. - © FOTO: KREFT
Andreas Ewert auf der Promenade beim Hermannslauf 2006. | © FOTO: KREFT

Bielefeld. Andreas Ewert und den Hermannslauf verbindet nicht nur der Sieg vom 30. April 1995 in einer Top-Zeit (1:44:11), errungen mit mehr als drei Minuten Vorsprung vor dem Holländer Hans van de Mortel. Seit ein paar Jahren bereitet "Ewi" in Hermannslauf-Kursen, die sich über mehrere Monate erstrecken, vorwiegend Hobbysportler und Anfänger auf die anspruchsvolle Volkslauf-Prüfung vor.

Der Aufbau des eigenen Erfahrungsschatzes begann 1976. Motiviert von seinem ersten Trainer Friedhelm Boschulte (Solbad Ravensberg), debütierte Ewert als 12-Jähriger und legte die – noch an den Donoper Teichen vorbeiführende – längste aller Streckenvarianten in 2:32 Stunden zurück. Zehn Hermannslauf-Starts kann der inzwischen 45-jährige Diplom-Ingenieur für Konstruktion und Entwicklung bilanzieren – "zwei als Kind, drei als Leistungssportler, fünf als Hobbyläufer oder Betreuer". 1993, beim ersten ernsthaften Angriff auf den Titel, fand er (wie dann auch 1996) in Theo Pyl seinen Meister und war enttäuscht.

Zwei Jahre später sollte es klappen. Läuferszene und Presse hatten ihn favorisiert; er selbst blieb skeptisch: "Gerade bei diesem Lauf weiß man vorher nie, wer dann wirklich an der Startlinie steht." Und van de Mortel (Marathon-Bestzeit 2:18 Std.) verunsicherte ihn, als er ihm bis zur Panzerbrücke 40 Sekunden abnahm.

Genuss auf der Promenade

Doch bald fing Ewert den Herausforderer ein und empfand den Rest (exklusive Schopketal) nur noch als leicht. Er freute sich, Ehefrau Britta mit Töchterchen Jenny an der Strecke zu wissen. Und drosselte auf der Promenade das Tempo, "um den Augenblick länger zu genießen."

Ewert blickte damals schon auf eine stolze "offizielle" Laufbahn zurück: Westdeutscher Marathonmeister, Westfalenmeister (10.000 m, Marathon), dazu Vizetitel (5.000 m, Cross). Und ein 33. Rang bei der Militär-WM in Florida, von ihm als sein größter Erfolg eingestuft. Die persönliche Rekordliste schließt 8:21:52 Min. (3.000 m), 14:24,69 (5.000 m). 30:14,47 (10.000 m) und 2:25:40 Std. (Marathon) ein.

Wegen der härteren Konkurrenzsituation schreibt er – anders als die ostwestfälische Öffentlichkeit – den Meisterschaften seiner Erfolgsjahre einen höheren Stellenwert zu als dem "Hermann". Den sah er lange nur als Volkslauf; aber "ein Ausklingen der Leistungssportkarriere war ohne einen Sieg beim Hermannslauf fast nicht vorstellbar."

15 Mitarbeiter helfen bei der Vorbereitung

Die Idee eines Kursangebots entwickelte er gemeinsam mit Udo Brandt-Hüdepohl. Bei Teilnehmerzahlen von 20 bis 30 war erstmals überprüfbar, ob sich die Trainingsvorschläge bewährten. Umfeld und Dimensionen haben sich mittlerweile verändert: Assistiert von einem 15-köpfigen, auf die Kursgruppen verteilten Mitarbeiterstab, führte "Ewi" bis zu 200 Aktive an einen Hermannslauf heran. Für die letzten neun Jahre beläuft sich die Gesamtzahl auf mehr als 800.

Mehrfach band Ewert als Referenten den Sportmediziner und Orthopäden Thomas Wessinghage (1982 Europameister über 5.000 m) ein, den er 2002 kennen gelernt hatte. Beide kooperieren gelegentlich auch in Wessinghages Laufseminaren. Eine andere Läufer-Größe, der für die Warendorfer Bundeswehr-Sportschule tätige Olympiazweite Harald Norpoth, zählte neben den Heimcoachs Hansi Böhme und Peter Hartmann zu Ewerts wichtigsten Trainern.

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