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Elias Sansar lässt sich mit dem Siegerkranz um den Hals im vergangenen Jahr von den Zuschauern feiern. - © FOTO: OLIVER KRATO
Elias Sansar lässt sich mit dem Siegerkranz um den Hals im vergangenen Jahr von den Zuschauern feiern. | © FOTO: OLIVER KRATO

Sansar nimmt Favoritenrolle an

Biehl, Brand und Wieser liegen auf Medaillenkurs / Fromme verzichtet auf Start

VON CLAUS-WERNER KREFT
24.04.2009 | Stand 23.04.2009, 18:21 Uhr

Bielefeld. Auch diesmal führt kein Weg an Elias Sansar vorbei. Der 29-Jährige von der LG Lage-Detmold, bei seinen drei Starts seit 2006 ungeschlagen, könnte seine stolze Bilanz mit einem vierten Sieg noch aufpolieren und weiter Hermannslauf-Geschichte schreiben. Wen immer man befragt: Die Konkurrenz rechnet sich kaum Chancen gegen ihn aus. Und Sansar selbst ist nicht überheblich, aber selbstbewusst genug, die Favoritenrolle anzunehmen.

"Ich habe mich gezielt vorbereitet und bin gut drauf", verrät er. Nach seinem schnellen Frankfurter Herbstmarathon (Bestzeit mit 2:21:03 Stunden) und einer Regenerationspause war er Anfang Januar zunächst behutsam ins Training eingestiegen. Sein Wettkampfauftakt Anfang März erstaunte ihn selbst: In Leverkusen schrammte er mit 30:27 Minuten nur knapp an seiner Bestzeit (30:25/2004) vorbei. Im Vergleich zum Frankfurt-Marathon, sagt Sansar, habe er sich auf den Hermann mit wesentlich geringeren Umfängen vorbereitet; den Wochenschnitt beziffert er auf 90 Kilometer. In Planung und Praxis sei er sein "eigener Chef" gewesen.

Den Paderborner Hitze-Halbmarathon schloss er mit 1:10:01 Stunde als bester Deutscher ab. Beim Hermann fürchtet er Wärme nicht: Über weite Strecken laufe er im Schatten des Waldes. Die schon im Training praktizierte Vielseitigkeit (Schnelligkeit, Ausdauer und, in seinen Augen eminent wichtig, Arbeit im Gelände), kann er auch im Rennen variabel einsetzen. Über das taktische Verhalten will er erst auf der Strecke entscheiden. Sicherheit gibt ihm seine Sprintstärke: "Auf die kann ich bauen, wenn es darauf ankommt."

So sehr ihn der hohe Stellenwert des Hermannslaufs in der Region auch motiviert: Er will von Jahr zu Jahr sehen, ob ihn die Verlängerung der Serie reizt.

Möglichst noch mal unter 1:50 h

Sein Kollege von der LG Lage-Detmold, der zweimalige Sieger Marcus Biehl, bleibt bei der Beurteilung seiner Chancen realistisch und souverän: "Mit bald 40 Jahren merke ich doch, dass ich allmählich über meinen Leistungszenit hinauskomme." Dennoch, er hat sich in einem fünftägigen Trainingslager in Willingen (Umfang 150 Kilometer) engagiert vorbereitet – mit dem Ziel, "möglichst noch mal unter 1:50 Stunde zu bleiben." Dann müsse aber alles passen.

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Wegen seiner großen Erfahrung – Biehl steht vor seinem 15. Hermann – zollen ihm die Mitfavoriten Respekt und haben ihn voll auf der Rechnung. So auch der Bronzegewinner der beiden vergangenen Jahre, Michael Brand (Non-Stop-Ultra Brakel), der erneut zu den OWL-Trümpfen zählt. "Ich fühle mich gut, doch nach der Studienzeit schränkt mein Beruf die Trainingsmöglichkeiten ein." Auf Mallorca hat sich Brand vorbereitet und dort auch mit 1:10:40 Stunde im Halbmarathon überzeugt. Stefan Fromme, Biehls Vereins-, Trainings- und Altersklassenkollege, hatte sich erstmals speziell vorbereitet, entschloss sich vorgestern aber zum Verzicht, um eine Wadenverletzung auszukurieren: "Bergab geht’s noch nicht."

Ein Duo aus dem Süden fordert Ostwestfalens Asse heraus. Jürgen Wieser, der 2007 nur Sansar unterlag, will aus Fehlern im vergangenen Jahr lernen und die Aufgabe cleverer angehen. "Der Hermannslauf ist für mich das schönste und emotional beeindruckendste Rennen in Deutschland", urteilt der Routinier. Zum dritten Mal tritt auch der Allgäuer Weltklasse-Bergläufer Helmut Schießl an. Experten erwarten aber nicht, dass ihm der Sprung in die Medaillenränge gelingt. Sein Revier ist das steile Hochgebirge, im Teuto kann der 37-Jährige seine Stärken kaum ausspielen.

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