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Entspannte Fröhlichkeit

Die Überraschungssiegerin Franziska Schmidt wirkt auch nach 31 Kilometern noch ganz locker

VON HANS-JOACHIM KASPERS
28.04.2009 | Stand 28.04.2009, 16:34 Uhr
Auch nach mehr als 31 Kilometern über Berg und Tal war Franziska Schmidt im Ziel an der Sparrenburg überaus gut drauf. - © FOTO: CLAUS-WERNER KREFT
Auch nach mehr als 31 Kilometern über Berg und Tal war Franziska Schmidt im Ziel an der Sparrenburg überaus gut drauf. | © FOTO: CLAUS-WERNER KREFT

Bielefeld. Selten hat man eine Hermannslauf-Siegerin oder auch einen Hermannslauf-Sieger so entspannt über die Ziellinie laufen sehen. Obwohl Franziska Schmidt mit harten 31,1 Kilometern über Berg und Tal in den Beinen gerade noch die bis dahin führende Kirsten Heckmann überspurtet hatte, wirkte sie auf der Promenade an der Sparrenburg locker und leicht wie nach einer kurzen Aufwärmrunde.

Fröhlich scherzte die 21-Jährige im Ziel mit den Zuschauern, die das neue Gesicht begeistert empfangen hatten, stellte sich bereitwillig den Fragen der Journalisten und schrieb artig die ersten Autogramme ihrer noch jungen Läufer-Karriere. Vielleicht rührte die gute Laune der Sportstudentin, die vor zwei Jahren am Gymnasium Bethel ihr Abitur gemacht hat, ja auch daher, dass sie ohne jede Erwartung ins Rennen gegangen war und ihren Sieg deshalb einfach nur genießen konnte. "Ich wusste ja, dass ich mich aus der zweiten Startgruppe heraus erst durch eine große Zahl langsamerer Läufer hindurch kämpfen musste; das bremst normalerweise schon sehr", sagte Franziska Schmidt - eine beeindruckendere Aufholjagd hat es beim Hermann bisher nicht gegeben.

Sich mit gut 7.000 Mitstreitern auf eine Laufstrecke zu begeben, ist eigentlich gar nicht das Ding der Überraschungssiegerin, die im Training am liebsten allein unterwegs ist. Mit der Begründung, ihr sei das Vereinstraining zu leistungsorientiert, löste sie vor zwei Jahren ihre Mitgliedschaft bei der SV Brackwede auf und versuchte es statt in der Gruppe auf eigene Faust, höchstens einmal von einer oder zwei Lauf-Freundinnen begleitet. "Außerdem bin ich von der Mittel- auf die Langstrecke gewechselt, die liegt mir, glaube ich, besser", erklärte Schmidt - den Beweis dafür, dass diese Selbsteinschätzung genau richtig war, lieferte sie am Sonntag in eindrucksvoller Manier.

Entspannt sollte auch der Sonntagabend verlaufen, an dem Franziska Schmidt mit ihren Eltern und Freunden "ein bisschen feiern" wollte. Gestern standen dann - vielleicht doch mit ein wenig Muskelkater - wieder Vorlesungen in der Uni an.

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