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95 Prozent der Holzkohle wird nach Deutschland importiert - nicht immer mit klarer Herkunfts-Deklaration. - © picture alliance
95 Prozent der Holzkohle wird nach Deutschland importiert - nicht immer mit klarer Herkunfts-Deklaration. | © picture alliance

Grillen und Umweltschutz In deutschen Grills wird Tropenholz verfeuert

Was ist drin, wo „Grillkohle“ drauf steht? Offenbar landen auch Tropenhölzer in den Beuteln. Die Grünen fordern eine klare Kennzeichnung.

Marina Kormbaki
15.06.2019 | Stand 16.06.2019, 08:16 Uhr

Berlin. In deutschen Grills kommt offenbar häufig Tropenholz zum Einsatz, ohne dass die Verbraucher von dessen bedenklicher Herkunft wissen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums werden pro Jahr durchschnittlich 236.000 Tonnen Holzkohle in Deutschland verbraucht – davon werden 95 Prozent nach Deutschland importiert. 30 Prozent der Produkte nicht oder falsch deklariert Zu den wichtigsten außereuropäischen Exportländern von Holzkohle nach Deutschland zählt das Ministerium Paraguay (18 Prozent) und Nigeria (11 Prozent). „Die Bundesregierung kann nicht ausschließen, dass illegal genutzte Hölzer in importierter Holzkohle enthalten sind", heißt es in der Antwort des Ministeriums. Das Haus von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) beruft sich dabei auf eine seit 2016 durchgeführte Untersuchung des bundeseigenen Thünen-Instituts. Demnach ergaben Analysen von rund 6.200 Kohleproben, dass bei etwa 30 Prozent der untersuchten Produkte die Herkunftsangaben „kritisch" zu bewerten seien. Die Produkte waren also nicht oder falsch deklariert. Oft tropische und subtropische Hölzer beigemischt So handle es sich bei Sortimenten, die keinerlei Angaben zu den verwendeten Hölzern enthalten, oft um Tropenhölzer. Und selbst dort, wo „aus heimischen Laubhölzern" draufsteht, wurden neben Buche, Ahorn und Eiche auch tropische und subtropische Hölzer beigemischt. „Grillen und Urwaldschutz müssen zusammengehen", forderte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke. Die Bundesregierung müsse etwas gegen den Handel mit illegalem Holz und Holzkohle tun. "Schutz der Wälder von enormer Bedeutung" „Wir fordern eine Aufnahme von Holzkohle in die entsprechende europäische Holzverordnung, welche das Ziel hat, die Einfuhr von illegalem Holz zu verhindern. Außerdem braucht es eine eindeutige Kennzeichnungspflicht von Holz und Holzprodukten nach Herkunftsland und Holzart sowie schärfere Kontrollen", sagte Lemke. Die Grünen-Politikerin mahnte einen besseren Schutz bedrohter Wälder an. „Der Urwald hat enorme Bedeutung für die Artenvielfalt und den Klimaschutz, und dennoch wird er weltweit weiter massiv abgeholzt", sagte Lemke. „Es ist nicht auszuschließen, dass auch Holzkohle, mit der in Deutschland Grills befeuert werden, aus Raubbau stammt."

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