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Andreas Ludwig (l.) und Stephan Simann sind leidenschaftliche SCP-Fans und schreiben für nw.de über ihren Verein. - © Uwe Müller
Andreas Ludwig (l.) und Stephan Simann sind leidenschaftliche SCP-Fans und schreiben für nw.de über ihren Verein. | © Uwe Müller

SC Paderborn Die Drei-Hasen-Grätsche: Die VARheit liegt auf dem Platz!

Warum unser Kolumnist Stephan Simann der DFL keinen Blumenstrauß schenkt und warum er die Abwesenheit von Video-Referees so genießt

Stephan Simann
31.10.2019 | Stand 31.10.2019, 11:53 Uhr

Stephan Simann bloggt seit 2013 zum SCP und ist Teil der PaderCast-Crew. Als Fußball-Romantiker verfolgt er eine Partie am liebsten im Stadion und möchte irgendwann einmal seinen Herzensverein international spielen sehen. Für nw.de schreibt er zusammen mit Andreas Ludwig regelmäßig die Kolumne "Drei-Hasen-Grätsche". Der Mutmacher der Woche Am neunten Spieltag war es endlich soweit! Unser SCP gewann zum ersten Mal in der laufenden Saison ein Liga-Spiel und sicherte sich mit dem 2:0 gegen Lieblingsgegner Fortuna Düsseldorf drei wichtige Punkte. Im Fokus stand an diesem Tag ganz klar Abdelhamid Sabiri, der sein Startelf-Debüt feierte und dabei glänzte. Er deutete in der Samstagspartie an, dass er der Spieler im Kader ist, der den Unterschied ausmachen kann - und zwar im negativen und positiven Sinne. Als er sich völlig unnötig in der 23. Minute die gelbe Karte abholte, befürchtete ich schon einen zeitnahen Platzverweis. Mit seinem Traumtor zum 1:0 gut 20 Minuten später zeigte er hingegen erstmals, warum man ihn geholt hatte. Sabiri verkörperte für mich an dem Tag den Spieler, der im echten Leben eine Kneipenschlägerei anzettelt und allein mit seinem Auftreten dafür sorgt, dass du die Flucht ergreifst. Lässt du dich doch auf die Provokation ein, verlierst du, wenn er einen guten Tag hat. Vielleicht hat uns so einer gefehlt, vielleicht bringt uns dieser Spieler-Typ aber noch richtig Ärger ein. Es liegt in Steffen Baumgarts Verantwortung, ihn entsprechend seiner Fähigkeiten einzusetzen. Gelingt ihm das wie gegen Düsseldorf, ist Sabiri die ultimative Waffe im Abstiegskampf. Der Aufreger der Woche Der Aufreger der Woche ereignete sich am Dienstagabend bei der knappen 0:1-Niederlage im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen. Das entscheidende Tor hätte nach einem Check durch den Video-Schiedsrichter vermutlich nicht gezählt. Bekanntermaßen wird der Video-Assistant-Referee (VAR) jedoch erst später im DFB-Pokal eingesetzt (seit dieser Saison ab dem Achtelfinale). Und obwohl wir davon hätten profitieren können, war es am Dienstagabend schön, ein Match ohne die ewigen Verzögerungen bei der Überprüfung strittiger Szenen zu erleben. Die Entscheidung steht nach einem kurzen Blick zum Schiedsrichter-Assistenten sofort fest. Und irgendwie wünsche ich mir diese Zeiten zurück. Man erinnere sich nur an unser Gastspiel in Köln: Da mussten die Effzeh-Fans fast drei Minuten warten, ehe sie einen Torerfolg bejubeln konnten. Wer will das schon? Apropos Zeit: Eine Fahrt nach Sinsheim kann bekanntlich etwas länger dauern. Und so frage ich mich, wer bei der Deutschen Fußball-Liga auf die Idee kam, unsere Partie bei der TSG Hoffenheim auf einen Freitagabend zu legen. Mit Sicherheit bekommt die verantwortliche Person dafür keinen Blumenstrauß von mir. Knapp 400 Kilometer für die einfache Strecke schreien nämlich nicht unbedingt danach, diese Partie zu einer der fanunfreundlichsten Zeiten stattfinden zu lassen. Feiertag hin oder her. Um die 600 SCP-Fans lassen sich zum Glück davon nicht abschrecken und erleben am zehnten Spieltag hoffentlich den ersten Auswärtssieg und ein gutes Ende dieser englischen Woche - von mir aus auch mit der Unterstützung durch den Videobeweis. In diesem Sinne: Alles für Paderborn!

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