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Die neuen SCP-Kolumnisten: Andreas Ludwig (l.) und Stephan Simann lieben den SC Paderborn in guten und in schlechten Zeiten. - © Uwe Müller
Die neuen SCP-Kolumnisten: Andreas Ludwig (l.) und Stephan Simann lieben den SC Paderborn in guten und in schlechten Zeiten. | © Uwe Müller

SC Paderborn Kolumne "Drei-Hasen-Grätsche": Der SC Paderborn aus Sicht der Fans

In der neuen NW-Fan-Kolumne blicken ein Delbrücker und ein Brandenburger mit viel Herzblut, aber auch kritisch, auf ihren SCP

Uwe Müller
24.09.2019 | Stand 24.09.2019, 17:28 Uhr

Paderborn/Delbrück. Der eine arbeitet als Projektmanager in Gütersloh, der andere als Mathematiker in Düsseldorf – und doch haben Andreas Ludwig und Stephan Simann mehr gemeinsam als das Alter. Die beiden 32-Jährigen sind leidenschaftliche Fans des SC Paderborn 07. Und das nicht erst seit den großen Erfolgen. Sie sind mit dem SCP durch die 2. und 3. Liga gegangen und wären auch in der Regionalliga dabeigeblieben. Ihre Liebe zum Verein hält, auch wenn es in der Beziehung mal knirscht. Darüber und was vor, nach oder während des Spiels passiert und noch vieles mehr aus der SCP-Welt berichten die beiden Fans nun regelmäßig in der NW-Kolumne „Drei-Hasen-Grätsche". Der Delbrücker Andreas Ludwig schaute bis vor acht Jahren kaum Fußball, höchstens mal Länderspiele. Den ersten Kontakt zum SCP hatte er sogar nur digital. „Bei FIFA 11 habe ich nur aus geografischen Gründen den SC Paderborn als Team gewählt", erklärt der Delbrücker schmunzelnd. Schnell ging es auch zum echten SCP. 2015 startet der Podcast "PaderCast" Schon 2011 spielte der Club schönen Offensivfußball unter Trainer Roger Schmidt und überzeugte damit auch Ludwig. Dann ging es Schlag auf Schlag: Das erste Spiel im Stadion, das erste Trikot und dann erst eine Dauerkarte für die Nord- und dann für die Südtribüne. „Nach dem Abstieg aus der 1. Liga habe ich auch angefangen einen Blog zu schreiben, weil es da so viel Gegenwind gab. Das fand ich unfassbar ungerecht, denn es gab ja auch sehr viel Positives", so Andreas Ludwig. Und dabei kam er mit Stephan Simann in Kontakt, der bereits seit 2013 einen SCP-Blog hatte – Brüder im Geiste hatten sich gefunden. Mit anderen SCP-Hardcore-Fans starteten sie 2015 dann den Podcast „PaderCast". Erstmals live beim Relegationsspiel gegen Osnabrück dabei Auch Simanns Zuneigung zum SCP wurde ihm nicht in die Wiege gelegt. Der gebürtige Brandenburger verwandelte sich während seines Studiums in Paderborn nach und nach zu einem Schwarz-Blauen. Der erste Livekontakt war 2009 beim Relegationsspiel gegen Osnabrück. „Das Erlebnis Stadion – die Atmosphäre und Stimmung – hat mich fasziniert. Es geht mir nicht um die Qualität der Stimmung, die emotionale Verbundenheit ist mir wichtig", betont der mittlerweile in Hilden lebende Mathematiker. Trotz der 160 Kilometer bis zur Benteler-Arena verpasst er kein Spiel auf seinem Stammplatz in Block O. „Ich muss keinen schönen Fußball haben. Und auch die Liga ist mir egal. Ein 1:0 in der 3. Liga kurz vor Schluss ist genauso schön wie in der 1. Liga. Der SCP ist nicht der spannendste und traditionsreichste Club, aber er hat immer großes Aufregerpotenzial", beschreibt Simann das Besondere am SC Paderborn. Auch Kritikpunkte Auch Andreas Ludwig ist ein ganz spezieller Fan. Seit 2015 hat er kein Heimspiel verpasst. „Sportlich kann ich mich voll und ganz mit dem Verein identifizieren. Ich bin stolz darauf, ein Fan des SCP zu sein", sagt Ludwig, betont aber auch, dass es durchaus viel zu kritisieren gebe. Er nennt die Außendarstellung in Sachen Kooperation mit RB Leipzig, er sieht eine mangelnde Fannähe und „es fehlt immer noch eine eigene Identität – es ist traurig, dass das erste Heimspiel in der Bundesliga nicht ausverkauft ist." Das sei Schuld des Vereins, so Ludwig. Eins ist also klar: Die „Drei-Hasen-Grätsche" wird alles rund um den Verein immer kritisch begleiten.

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