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Andreas Ludwig (l.) und Stephan Simann sind leidenschaftliche SCP-Fans und schreiben für nw.de über ihren Verein. - © Uwe Müller
Andreas Ludwig (l.) und Stephan Simann sind leidenschaftliche SCP-Fans und schreiben für nw.de über ihren Verein. | © Uwe Müller

SC Paderborn Die Drei-Hasen-Grätsche: Niemand ist unersetzbar, stimmt nicht!

Der ewige Pader-Optimist Andreas Ludwig hadert mit der Chancenauswertung, fordert aber auch Geduld. Einen Spieler vermisst er besonders

Andreas Ludwig
25.09.2019 | Stand 26.09.2019, 11:07 Uhr

Kolumnist Andreas Ludwig, auch bekannt als Pader-Optimist, bloggt regelmäßig und ist Teil der PaderCast-Crew. Wenn es mal richtig schlecht läuft, ist er der Mann, um die Stimmung wieder zu heben. Er sieht den SCP irgendwann in der Champions League und tippt gerne 4:0. Für nw.de schreibt er zusammen mit Stephan Simann regelmäßig die Kolumne "Drei-Hasen-Grätsche". Hallo Bundesliga! Was hätte ich gerne nach dem ersten Sieg geschrieben! Stattdessen mussten wir wieder eine bittere Niederlage einstecken. Dass es nicht einfach werden würde, das sollte jedem von vornherein klar sein, aber dass wir nach 5 Spieltagen nur einen Punkt haben, ist schon bitter. Vor allem, wenn man sich die Niederlagen gegen Freiburg sowie jetzt gegen Hertha ansieht. In beiden Spielen waren wir die klar bessere Mannschaft. In beiden Spielen hatten wir genug Chancen. In beiden Spielen gab es eine Niederlage. Nicht zuletzt, weil wir uns zu oft selbst ein Bein stellen. Zu viele Fehlpässe in der Spieleröffnung, zu langsames Zurücklaufen in Kontersituationen, mangelhafte Abwehr in Überzahl. Fehler, die in der Bundesliga einfach direkt bestraft werden. Der Unersetzbare „Niemand ist unersetzbar", sagte Krösche so oft. Nun muss man sagen, Philipp Klement ist es bisher doch. Mit Stuttgart blieb er in der 2. Liga und entwickelt sich dort nach einer längeren Verletzung zum Stammspieler. Mit seiner ruhigen Art am Ball, seiner Passsicherheit und dem Blick für den Mann oder zum Tor hin hat er unser Spiel organisiert. Das ist aktuell genau das, was in unserem Spiel fehlt. Durch Fehlpässe in der Spieleröffnung kommen wir durch den Ballverlust in der Rückwärtsbewegung in Probleme. In der Bundesliga schaffen es die meisten Mannschaften in solchen Situationen schnell und effizient zu kontern. Sebastian Vasiliadis kann diese Lücke nicht füllen. Er ist vom Spielertyp her ein anderer. Als Sechser räumt er hinten gut ab und in der letzten Saison war er auch in der Offensive mit seinen Läufen und im Abschluss gefährlich. Was ihm aber fehlt ist der Blick für die anderen Spieler und dann der genaue Pass in die Spitze. Rifet Kapic, der als Alternative für Klement gekauft wurde (der einzige, für den wir eine Ablöse gezahlt haben), spielt noch gar keine Rolle. Er ist zwar im Kader, aber noch hatte er keinen Einsatz. Marlon Ritter hat sich dafür wieder in den Kader gespielt und durfte gegen Hertha sein Bundesligadebüt feiern, aber auch er konnte in dem Spiel nicht mehr den Unterschied machen. Abwehrprobleme Mit 14 Gegentreffern nach 5 Spielen muss man natürlich überlegen, woher die vielen Gegentore kommen. Es ist natürlich ein Leichtes zu sagen, dass es an den Innenverteidigern liegt, oder am Keeper. Das ist aber so nicht richtig. Klar machen die beiden Oldies in der Abwehr nicht mehr den schnellsten Eindruck, oft sind wir aber bei Gegentreffern in der Überzahl und schaffen es nicht, den Gegner vom Ball zu trennen. Paradebeispiel das 1:0 der Hertha, als es 5 (!) Spieler nicht geschafft haben den Stürmer vom Ball zu trennen. Hier muss man cleverer und einfach konsequenter werden, sonst wird das gegen die Bayern am nächsten Wochenende eine harte Klatsche. Oft laufen die Innenverteidiger bei eigener Spieleröffnung weit ins Mittelfeld und fehlen bei Ballverlust hinten. Dadurch fehlt die Zuordnung und es ergeben sich große Lücken. Ich hoffe hier auf Sebastian Schonlau, der nach Verletzung wieder im Training ist. Wenn er wieder fit ist, sollte er wieder gesetzt sein und durch starkes Stellungsspiel hinten mehr Sicherheit bringen. Geduld Was man in jedem Spiel sieht ist, dass wir nie chancenlos waren (von Schalke mal abgesehen). Wir kommen zu unseren Chancen und man muss den bundesligaunerfahrenen Spielern, die sie nun einmal sind, auch die Zeit und die Möglichkeit geben, sich auf höchstem Niveau zu entwickeln und besser zu werden. Durch den jungen Kader den wir haben, haben wir noch viel Potential, was Steffen Baumgart jetzt aus den Spielern rausholen muss. Ich glaube aber an unser Team, dass wir diese Entwicklung schaffen und unsere Spiele gewinnen werden. Gegen die Bayern gibt es schließlich nichts zu verlieren!

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