Der Mieter einer Gemeindewohung in Wien hat sich erfolgreich gegen seinen Namen auf der Klingel zur wehr gesetzt. - © picture alliance / Willfried Gredler-Oxenbauer / picturedesk.com (Symbolbild)
Der Mieter einer Gemeindewohung in Wien hat sich erfolgreich gegen seinen Namen auf der Klingel zur wehr gesetzt. | © picture alliance / Willfried Gredler-Oxenbauer / picturedesk.com (Symbolbild)

Wien Ein Mieter will mehr Privatsphäre, 220.000 Bewohner verlieren ihr Klingelschild

Wien (dpa). Praktisch für Lieferanten und Besucher, wenn bei einem Mehrfamilienhaus am Klingelschild der Name vermerkt ist. Sind das bereits Informationen, die geschützt werden sollten? Ein Mieter einer Gemeindewohnung in Wien beschwerte sich mit Hinweis auf die EU-Datenschutzgrundverordnung und hatte Erfolg - mit Konsequenzen für rund 220.000 Bewohner. Weil ein Bewohner sich über mangelnden Datenschutz beschwert hat, verlieren rund 220 000 Mieter die Namensschilder an ihren Türklingeln. Ein Sprecher der kommunalen Hausverwaltung „Wiener Wohnen" erläuterte am Freitag, dass der Mann auf die DSGVO verwiesen habe. Er meinte, nach der EU-Verordnung sei seine Privatsphäre nicht genügend geschützt, wenn sein Name auf dem Klingelschild stehe. Datenschutz verletzt Die Mitarbeiter von „Wiener Wohnen" erkundigten sich und erhielten von der für Datenschutzangelegenheiten der Stadt zuständigen Magistratsabteilung die Einschätzung, dass die Verbindung von Nachname und Wohnungsnummer gegen die DSGVO verstoße. „Wir müssen die standardgemäße Beschilderung also austauschen", sagte der Wiener-Wohnen-Sprecher. In 220.000 Wohnungen in rund 2.000 Wohnanlagen werde man kontinuierlich die Gegensprechanlagen umstellen. Künftig stehe nur die Wohnungsnummer auf dem Schild. Wer dennoch seinen Namen dort sehen wolle, müsse selbst einen Aufkleber anbringen.

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