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SCP-Stürmer Streli Mamba (l.) setzt sich gegen RB-Verteidiger Stefan Ilsanker durch. - © Wilfried Hiegemann
SCP-Stürmer Streli Mamba (l.) setzt sich gegen RB-Verteidiger Stefan Ilsanker durch. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Aufholjagd des SC Paderborn bleibt unbelohnt

Im Heimspiel gegen Leipzig droht dem SCP zunächst ein Debakel. Doch dann trotzen die Hausherren den Sachsen fast noch ein Remis ab.

Frank Beineke
30.11.2019 | Stand 01.12.2019, 10:13 Uhr |

Paderborn. Vor gut einer Woche hatte der SC Paderborn nach einer 3:0-Halbzeitführung in Dortmund noch 3:3 gespielt. Am Samstag gab es fast das Kontrastprogramm. So lag der Aufsteiger im Heimspiel gegen RB Leipzig zur Pause mit 0:3 zurück, um dann eine furiose Aufholjagd zu starten. Doch das Happy End blieb aus. Der SCP verlor vor 13.253 Zuschauern mit 2:3 und hat damit als Bundesliga-Schlusslicht weiter nur fünf Zähler auf dem Konto. „Unterm Strich ist es für Leipzig auch ein verdienter Sieg, weil wir in der ersten Halbzeit nicht das abrufen konnten, was wir abrufen müssen, um gegen solche Mannschaften überhaupt eine Chance zu haben", bilanzierte Paderborns Trainer Steffen Baumgart, der seine Startelf unverändert gelassen hatte. Die Hausherren standen allerdings in Hälfte eins auf verlorenem Posten und wurden von pfeilschnellen und aggressiven Leipzigern auseinandergenommen. Nach 215 Sekunden stand es schon 0:2 aus SCP-Sicht.Zunächst hatte der tschechische RB-Stürmer Patrik Schick in der dritten Minute mit einem technischen Kabinettstückchen sein erstes Bundesliga-Tor erzielt. Keine 60 Sekunden später leistete sich SCP-Kapitän Klaus Gjasula einen Fehlpass. Leipzigs Marcel Sabitzer zog aus gut 20 Metern ab und sein Flatterball landete zum 0:2 im Netz. Zweikampfverhalten ist zunächst mangelhaft „Da waren wir eigentlich schon raus aus der Verlosung", ärgerte sich Paderborns Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono, dessen Team auch anschließend kaum Land sehen sollten. Die Gastgeber kamen nur selten in die Zweikämpfe. Und wenn der SCP dann doch mal einen Ball eroberte, sicherte sich Leipzig mit einem beeindruckenden Gegenpressing flugs wieder das Spielgerät, um diverse Hochgeschwindigkeitskonter zu fahren. „Die Abstände haben bei uns überhaupt nicht gestimmt", monierte Gjasula. Spätestens in der 26. Minute deutete sich ein Debakel für den Außenseiter an. Diesmal unterlief SCP-Innenverteidiger Luca Kilian nach einer Paderborner Ecke ein Fehlpass. Über Diego Demme und Christopher Nkunku landete der Ball bei RB-Torjäger Timo Werner, der vor Torwart Leopold Zingerle eiskalt blieb und mit seinem 13. Saisontreffer das 0:3 markierte. Es war mehr als ein Klassenunterschied, wenngleich die Leipziger Defensive schon vor dem Wechsel durchaus anfällig war, wenn der SCP konsequent anlief. Doch letztlich ließen die Gäste dem Gegner kaum Luft zum Atmen. Zur Pause setzte wohl niemand mehr einen Pfifferling auf die Hausherren. So mancher hatte womöglich sogar das Schicksal des FSV Mainz 05 im Hinterkopf, der gegen Leipzig mit 0:8 untergegangen war. Das Paderborner Happy End bleibt aus „Aber die Mentalität, die die Jungs immer wieder zeigen, ist der Wahnsinn", kommentierte SCP-Sportchef Przondziono eine zweite Hälfte, in der sich die Paderborner wie verwandelt präsentierten. Schon nach nicht einmal zwei Minuten zappelte das Leder im Leipziger Netz, doch der vermeintliche Torschütze Streli Mamba hatte Zentimeter im Abseits gestanden. In der 62. Minute aber verbuchte Mamba dann doch seinen fünften Saisontreffer. Der 25-Jährige ließ RB-Innenverteidiger Dayot Upamecano stehen und verkürzte auf 1:3. Als Leipzigs Torhüter Nganoma Mvogo nur fünf Minuten später eine Flanke von Kai Pröger fallen ließ, hätte Mamba nachlegen können, aber der überraschte Angreifer verfehlte das leere Tor. Spätestens ab der 73. Minute wurde es jedoch zu einem Zitterspiel für die Gäste. Der eingewechselte Christopher Antwi-Adjei vernatzte auf der linken Seite den Ex-Paderborner Diego Demme und bediente Gjasula, der mit seinem ersten Bundesliga-Treffer das 2:3 erzielte. In einer hitzigen Schlussphase, in der Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus mitunter den Überblick verlor, sollten sich die Hausherren aber nicht mehr mit einem Punktgewinn belohnen. „Wir haben es spannender gemacht als nötig", atmete RB-Coach Julian Nagelsmann ganz tief durch. Leipzigs fünfter Bundesliga-Sieg in Folge hatte am seidenen Faden gehangen. Denn Aufgeben ist für die Kicker des SC Paderborn offensichtlich nie eine Option.

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