Feine Sahne Fischfilet bei ihrem Auftritt auf dem Hurricane Festival 2018. - © picture alliance / Jazzarchiv
Feine Sahne Fischfilet bei ihrem Auftritt auf dem Hurricane Festival 2018. | © picture alliance / Jazzarchiv

Chemnitz Bundespräsident in der Kritik - wer steckt eigentlich hinter "Feine Sahne Fischfilet"?

Leandra Kubiak

Chemnitz. Im Vorfeld des Open-Air-Konzerts #wirsindmehr in Chemnitz, mit dem Bands wie die Toten Hosen und Kraftklub ein Zeichen gegen Rechts setzen wollen, ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wegen seiner Unterstützung eben dieses Konzerts zunehmend in die Kritik geraten. Unter anderem CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer monierte in einem Gespräch mit der „Welt", dass Steinmeier die Ankündigung der Veranstaltung am vergangenen Freitag auf seinem Facebook-Account geteilt hatte. „Ich halte das für sehr kritisch", sagte sie. Hintergrund der Kritik ist, dass sich auch die Band "Feine Sahne Fischfilet" für das Konzert angekündigt hat. Mit Blick auf die Teilnahme der Band sagte Kramp-Karrenbauer: „Denn das, was wir wollen, ist, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat gegen Rechts zu schützen. Und wenn man das dann mit denen von Links tut, die genau in der gleichen Art und Weise auf Polizeibeamte verbal einprügeln (...), dann halte ich das für mehr als kritisch." Auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), damals noch Bundesjustizminister, ist 2016 in die Kritik geraten, weil er der Band "Feine Sahne Fischfilet" für einen Auftritt gegen Fremdenhass in Anklam gedankt hat. Tolles Zeichen gg Fremdenhass u Rassismus. Danke #Anklam#Campino@marteria@feinesahne! #nochnichtkomplettimarschhttps://t.co/UNwnkz158s — Heiko Maas (@HeikoMaas) 24. August 2016 Wer verbirgt sich hinter der Band "Feine Sahne Fischfilet"? "Feine Sahne Fischfilet" gründete sich bereits 2007 und ist eine erfolgreiche Rockband aus Rostock. Frontmann ist Jan "Monchi" Gorkow. Die Gruppe spielte unter anderem bereits bei "Rock am Ring" und als Vorband der Beatsteaks und der Toten Hosen. Dieses Jahr war sie auf Festivals wie dem "Hurricane Festival" und dem "Southside Festival" vertreten. Zeitweise wurde die Band aus Rostock vom Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern wegen „linksextremistischer Bestrebungen" in den Blick genommen. Seit längerem wird sie jedoch nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Verfassungsschutzbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise widmete der Band 2011 knapp zwei Seiten. Von einer "explizit anti-staatlichen Haltung" der Band war damals die Rede, deren Ziel es sei, die "staatliche Struktur aufzulösen". Textzeile handelt von Gewalt gegen die Polizei Hintergrund der Erwähnungen im Verfassungsschutzbericht waren Textzeilen der Gruppe, in denen es unter anderem um Gewalt gegen die Polizei geht. In dem Lied „Staatsgewalt" aus dem Jahr 2012 heißt es beispielsweise: „Die Bullenhelme, die sollen fliegen, eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein." 2012 sang die Gruppe außerdem die Zeile „Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck". In der vergangenen Woche kündigte die Band ihre Teilnahme am Konzert in Chemnitz so an: #Chemnitz,wir spielen Montag bei euch! Wenn tausende einen Mord instrumentalisieren & Menschen wegen Herkunft/Hautfarbe jagen ist klar: ihnen geht es nicht um Trauer. Dem rassistischen Mob darf man nicht unwidersprochen die Straße überlassen! https://t.co/7JPCyENepZ#wirsindmehrpic.twitter.com/EKfgAm6Jc2 — feinesahnefischfilet (@feinesahne) 29. August 2018

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