0
Push-Nachricht: Die Shopping-App informierte auch über das Libori-Kulturprogramm. - © Svenja Ludwig
Push-Nachricht: Die Shopping-App informierte auch über das Libori-Kulturprogramm. | © Svenja Ludwig

Paderborn Universität Paderborn und Einzelhändler diskutieren Erfolg der Einkaufs-App

Geschäfte sollen häufiger wechselnde Angebote zeigen. Was noch integriert werden soll

Andreas Götte
25.08.2019 | Stand 24.08.2019, 16:54 Uhr

Paderborn. Seit rund vier Wochen informiert die neue App Smarktmarket2 potenzielle Kunden im Bereich des Inneren Rings in Paderborn über iOS- oder Android-Geräte über besondere Angebote und Aktionen von Einzelhändlern und auch über Veranstaltungen. Erste Ergebnisse der zweiten Feldstudie aus dem Forschungsprojekt stellte am Donnerstagabend Wirtschaftsinformatiker Daniel Beverungen zusammen mit seinem Mitarbeiter Christian Bartelheimer den Mitgliedern der Paderborner Werbegemeinschaft vor. Bei den Angeboten der App geht es in erster Linie nicht um günstigere Angebote im Vergleich zu Online-Händlern, sondern um das Schaffen von Einkaufserlebnissen mittels digitalen Zusatzangeboten. Das Fazit im AStA Stadtcampus der Universität: Die App funktioniert technisch ganz gut, jedoch scheint sie noch nicht bekannt genug zu sein. Die Nutzer halten sich in Grenzen und Händler sollten künftig häufiger ihre Angebote wechseln. Die Laufzeiten sind zu lang. Zudem sollte noch besser darüber informiert werden, warum die Kunden beim Händler noch einen Code eingeben müssen. Mehr als 60 Händler und 31 Libori-Schausteller Mitgemacht haben mehr als 60 Händler und an Libori auch 31 Schausteller. Die mehr als 1.400 Nutzer haben 650 aktive Trips (Laufwege) durch die Stadt absolviert und dabei Push-Benachrichtigungen auf das Smartphone bekommen. In der Innenstadt waren 220 elektronische Erfassungspunkte (Beacons) und 21 öffentliche Punkte an Laternen verteilt. Im Schnitt dauerte ein Innenstadtbesuch 373 Minuten. Jedoch nur bei 43 Prozent aller Trips wurden auch Beacons erfasst. Entsprechend wurden nur elf der teilnehmenden Händler passiert. Diese hatten zwischen 58 und 91 Angebote eingestellt. Nicht ganz unwichtig: Nur 18 Händler-Angebote wurden auch eingelöst, sprich gekauft. Die meisten Teilnehmer kamen am Rathausplatz und am Liboriberg mit Beacons in Kontakt. Künftig sollen über die Plattform mehr besondere Angebote angeboten werden. Zudem sollen ein paar Angebote nicht bereits zu Hause gesehen werden können. Auch soll auf mehr Veranstaltungen hingewiesen werden. Angeregt wurde die Freischaltung für die Kunden mittels eines QR-Codes. Uwe Seibel, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, stellte die Entwicklung eines Flyers in Aussicht, der die App erklärt und in dem jeder Händler sein persönliches Angebot eintragen kann. Er verwies auch auf Gespräche mit dem Südring-Center und dem Einkaufszentrum Dören-Park. Denn die App soll später für ganz Paderborn geöffnet werden. Von Andree Sake vom Südring-Center kam der Wunsch, mehr Werbung für die App beispielsweise über Promotionsteams zu machen. Seibel mahnte zur Vorsicht: „Dann müssen viele Händler mitmachen, sonst schießen wir uns ein Eigentor", so Seibel. Gezieltes Marketing nach Altersgruppen Von der neuen App erhoffen sich die mitmachenden Händler eine Frequenzsteigerung und auch ein gezieltes Marketing nach Altersgruppen. Neben der Zahl der Kunden ist auch die Zahl der teilnehmenden Händler steigerungsfähig. Bis zum Jahresende sollen in Paderborn noch Herbst-Libori und Weihnachtsmarkt in die App integriert werden. Der erste Teil der zweiten Feldstudie läuft noch bis Ende des Jahres. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in drei Jahren mit 1,3 Millionen Euro. Neben der Universität Paderborn sind daran die Universität Duisburg/Essen, die Universität Münster und zwei Unternehmen aus Aachen beteiligt. Zu den vier Stakeholdern (Teilhaber) zählen Händler, Kunden, Stadtmarketing und ein lokaler Betreiber. Der soll später die Stadt oder die Werbegemeinschaft statt der Universität sein.

realisiert durch evolver group