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Hofft auf Fördergelder: Jessica Krüger zeigt den Projektaufruf der Landesregierung NRW zur Digitalisierung des Einzelhandels. - © Mareike Gröneweg
Hofft auf Fördergelder: Jessica Krüger zeigt den Projektaufruf der Landesregierung NRW zur Digitalisierung des Einzelhandels. | © Mareike Gröneweg

Paderborn Wie der Paderborner Einzelhandel mit Apps digital aufholen will

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft, App-Entwickler Impli und die Werbegemeinschaft wollen an einer künstlichen Intelligenz arbeiten

Mareike Gröneweg
12.08.2019 | Stand 10.08.2019, 15:56 Uhr

Paderborn. Der Paderborner Einzelhandel will digitaler werden und gleichzeitig die Geschäfte vor Ort halten. Um diesen Spagat zu schaffen, feilen die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der Paderborner App-Entwickler Impli an einem neuen Projekt. Ziel ist es, eine künstliche Intelligenz zu schaffen, die den Kunden auf sie zugeschnittene Veranstaltungstipps von Stadt und Händlern per Pushnachricht schickt. "Wir sind ganz am Anfang", stellt Jessica Krüger aus dem Digitalisierungsteam der Wirtschaftsförderungsgesellschaft klar. Bisher wurde eine Skizze mit dem Arbeitstitel "Paderborn erleben" im Rahmen eines Projektaufrufs von der Landesregierung NRW zur Digitalisierung des Einzelhandels eingereicht. "Im November wissen wir, ob es weiter geht. Wenn ja, könnte im März 2020 die Entwicklung starten und Anfang 2021 die Testphase", erklärt Krüger den Zeitplan. Was versprechen sich die Akteure? Was versprechen sich die Akteure von diesem neuen, zeitintensiven Projekt? In erster Linie: mehr Besucher in der Paderborner Innenstadt. Sie sollen von dem "erlebnisorientierten Einkaufen" angelockt werden. Um das zu erreichen, soll "Paderborn erleben" in der Testphase als App von verschiedenen Paderbornern benutzt werden. Die App soll lernen, welche Wünsche und Interessen der Benutzer hat und anschließend auswählen, welche drei Veranstaltungen ihm vorgeschlagen werden. Das funktioniert dann ähnlich wie beim Online-Shopping nach dem Motto: "Kunden, die diesen Artikel kauften, kauften auch...". "Wir werden den städtischen Veranstaltungskalender mit jährlich über 3.000 Terminen als Basis anzapfen und ihn um Veranstaltungen und Aktionen der Händler ergänzen", sagt Krüger. Darunter könnten beispielsweise Modenschauen und Kinderfeste fallen. Zentral an dem Projekt sei, dass die Veranstaltungstipps für die Benutzer "hoch relevant" sein sollen, also genau den persönlichen Wünschen und Interessen entsprechend. Die Zusage für die Fördertöpfe vom Land steht noch aus Doch bevor das Realität wird, warten noch Hürden: Die Zusage für die Fördertöpfe vom Land steht noch aus, die App ist noch nicht entwickelt, die Testphase nicht gelaufen. Sollte das alles erfolgreich laufen und eine künstliche Intelligenz entstehen, die verschiedene Zielgruppen der Besucher erfasst hat, könnte das Projekt an unterschiedlichen Stellen andocken. "Wir könnten uns zum Beispiel vorstellen, dass es bei der geplanten Stadt-App als Feature eingefügt wird. Das ist aber auch abhängig davon, was der beteiligte App-Entwickler Impli sich wünscht", so Krüger. "Die Stadt-App soll eine Veranstaltungsapp werden, die nicht nur Libori umfasst", sagt Krüger. Daher passe das Projekt mit der künstlichen Intelligenz hinter "Paderborn erleben" gut zusammen. Die Stadt-App, die teilweise auch als Libori-App bezeichnet wird, ist anders als geplant nicht in diesem Jahr zu Libori fertiggestellt worden. Wie Jens Reinhardt, Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing, vor dem Ratsausschuss für Märkte mitteilte, habe es nur drei Angebote auf die Ausschreibung zur Herstellung einer solchen App gegeben. Diese hätten nicht den Erwartungen entsprochen oder seien viel zu teuer ausgefallen. Man sei eigentlich von einem Kostenrahmen zwischen 20.000 und 25.000 Euro ausgegangen. Die Ausschreibung werde aber zum nächsten Jahr hin wiederholt.

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