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Auch in der Kurzzeitbetreuung können die Kinder das große Spielzeugangebot nutzen. - © Julia Lichtnecker
Auch in der Kurzzeitbetreuung können die Kinder das große Spielzeugangebot nutzen. | © Julia Lichtnecker

Paderborn Diese Tagesmutter hilft, wenn Eltern spontan einen Babysitter brauchen

Mit "Petit Penipo" eröffnet die erste Kurzzeitbetreuung für Kinder in der Paderborner Innenstadt

Julia Lichtnecker
22.10.2019 | Stand 21.10.2019, 20:56 Uhr

Paderborn. Wenn sich kein Baby-Sitter finden lässt, können Eltern zukünftig auch spontan ihr Kind in Betreuung geben: Mit "Petit Penipo" kommt die erste Kurzzeitbetreuung für Kinder in die Paderborner Innenstadt. "Für bis zu zwei Stunden können Eltern so in der Innenstadt Besorgungen machen oder auch berufliche Termine wahrnehmen", sagt Karina Keck. Das Angebot sei aktuell in dieser Form das einzige in Paderborn, so die Tagesmutter. Mit der eigenen Schwangerschaft veränderten sich ihre Interessen: Karina Keck begeisterte sich für die Kindererziehung. Nach der Geburt ihres Sohnes war ihr klar, dass sie dieses Interesse weiter verfolgen möchte und stieg 2017 in die Planung für "Petit Penipo" ein. Gleichzeitig begann sie im Februar mit der Fortbildung zur Tagesmutter, die sie im Herbst abschließen wird. Wie groß der Bedarf für eine spontane Kurzzeitpflege in Paderborn ist, müsse sich zeigen. "Wir werden sehen, wie das Angebot angenommen wird", so die Paderbornerin mit Abschluss in International Business. Ab 15.30 Uhr können unter der Woche Eltern ihre Kinder ab einem Alter von etwa vier Jahren in die Räumlichkeiten in der Jesuitenstraße bringen. Samstags öffnet die Kurzzeitbetreuung bereits ab 10 Uhr, bis 17 Uhr können Kinder bis zu elf Jahren stundenweise betreut werden. Die Voraussetzungen dafür: Die Eltern sind in der Zeit telefonisch erreichbar und bleiben in der Paderborner Innenstadt. Gemeinsam mit einer Erzieherin möchte Karina Keck so mehr als reine Aufsicht anbieten: "Neben Spiel- und Bastelangeboten soll samstags auch ein Englischkurs für Kinder von vier bis sechs Jahren angeboten werden", sagt die Inhaberin. Erst am Samstag, 19. Oktober, feierte sie die Eröffnung. Alternative zu Kita-Einrichtungen Im Vormittagsbereich hingegen wird "Petit Penipo" zur Großtagespflege. So nennt sich das Angebot, wenn sich zwei Tageseltern zusammenschließen und so insgesamt bis zu neun Kinder betreuen dürfen. Karina Keck bietet gemeinsam mit der gelernten Kinderpflegerin Simone Böddecker Karina Keck eine Anlaufstelle für Eltern mit Kindern unter drei Jahren an. "Wir sehen da großen Bedarf und bekommen auch viel Rückmeldung von Paderborner Eltern", sagt Böddecker. Wie bei Kitas läuft die Vermittlung für Großtagespflegen über das Jugendamt, mit dem die beiden Tagesmütter zusammenarbeiten. "Wegen der kleineren Gruppe geht es bei uns weniger hektisch und laut zu, sodass wir die Kinder individuell betreuen können", sagt Karina Keck. Das Jugendamt hingegen stellt diesen erhöhten Bedarf an Tagesmüttern und -vätern nicht fest. Von allen Rechtsansprüchen, die der Behörde zum August diesen Jahres vorlagen, konnten nur acht Kinder unter drei Jahren nicht an eine Kindertageseinrichtung vermittelt werden, wie die Stadt Paderborn mitteilt. In diesem Fall werden sie an eine Tagespflege weitervermittelt, mit der individuelle Betreuungszeiten abgesprochen werden können. Daher sei diese Art der Betreuung eine gute Alternative zu Kitas, so die Stadt. Für das laufende Kita-Jahr seien in der Stadt Paderborn für Kitas und Tagespflege eine Versorgungsquote von 103 Prozent bei Kindern über drei Jahren erreicht worden, für Kinder unter drei Jahren liegt diese allerdings bei nur 39 Prozent.

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