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Wegen des großen Bedarfs gehen im Kreis Paderborn sechs neue Kitas an den Start. - © Pixabay (Symbolbild)
Wegen des großen Bedarfs gehen im Kreis Paderborn sechs neue Kitas an den Start. | © Pixabay (Symbolbild)

Kreis Paderborn Bedarf an Kita-Plätzen im Kreis Paderborn steigt weiter

Das Kreisjugendamt muss für die Planung viele Statistiken berücksichtigen

15.04.2019 | Stand 14.04.2019, 17:10 Uhr

Kreis Paderborn. Jedes Kind soll in seine Wunsch-Kita gehen können – das ist das erklärte Ziel von Christiane Hagen vom Jugendamt des Kreises Paderborn. In ihren Händen liegt es, ob alle Kinder im Kreis Paderborn im nächsten Jahr, in fünf oder auch in 15 Jahren einen Kita-Platz haben werden. Einfach ist es nicht, denn die Planungen, Statistiken, Auswertungen und Prognosen nehmen hunderte von Seiten und einige Megabytes an Speicherplatz ein. „So ganz haben wir das Ziel noch nicht erreicht, aber der Kreis Paderborn befindet sich auf seinen sehr guten Weg", ist Chef-Planerin Hagen zufrieden. Das Jugendamt des Kreises Paderborn ist verantwortlich für die Kita-Planung aller Städte und Gemeinden im Kreisgebiet, mit Ausnahme der Stadt Paderborn. Für das kommende Kita-Jahr 2019/2020 hat das Kreisjugendamt für 6.700 Kinder einen Kita-Platz organisiert, das sind 301 Kinder mehr als im vergangenen Jahr. Ein so großer Zuwachs kann nicht alleine durch Ausreizung der zulässigen Gruppengrößen in bestehenden Kitas ausgeglichen werden. Deshalb wurden in den vergangenen Monaten sechs neue Kitas zugelassen, die im nächsten Kita-Jahr ihre Arbeit aufnehmen werden. Langfristige Planung ist schwierig Anspruch auf eine Betreuung besteht in Deutschland ab dem ersten Lebensjahr. Deswegen gleicht die Arbeit des Kreisjugendamtes manchmal dem Blick in eine Glaskugel. „Die Neugeborenen kündigen sich ja nicht langfristig bei uns an, sodass wir Jahre im Voraus planen können", sagt Hagen. Sie studiert daher genau, die demographischen und sozialräumlichen Entwicklungen in den einzelnen Gemeinden, hat die Ausschreibung neuer Baugebiete oder die Ansiedlung neuer Arbeitgeber im Blick, um die Bedarfsentwicklung so genau wie möglich vorauszuplanen. Im neuen Kita-Jahr werden 98 Prozent aller Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt in einer Kita betreut. Für die restlichen zwei Prozent wünschten die Eltern entweder keine Betreuung oder sie haben den Antrag auf einen Betreuungsplatz zurückgezogen, weil kein Platz in ihrer Wunsch-Kita frei war. Besonders stolz ist Landrat Manfred Müller auf die Versorgungsquote bei den Unter-Dreijährigen. „47 Prozent werden im nächsten Jahr in Kitas oder bei Tagespflegemüttern betreut", lobt Müller die Arbeit des Jugendamtes. Noch vor zehn Jahren wurden lediglich 464 Kinder unter drei Jahren im Kreisgebiet extern betreut. Danach stiegen die Zahlen – auch dank des neuen gesetzlichen Anspruchs auf einen Betreuungsplatz – rasant und stetig. Über-Mittagbetreuung ist mittlerweile üblich 2019/2020 werden bereits 1.866 U3-Kinder betreut und ein Ende des Aufwärtstrends ist nicht abzusehen. Hier zeige sich zum einen, dass Familien wieder mehr Kinder bekommen, aber vor allen die gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz, so Hagen. Auch die Über-Mittagbetreuung ist mittlerweile üblich geworden: 80 Prozent aller Kita-Kinder werden erst nachmittags wieder abgeholt. Trotz der Statistiken und Zahlen ist die Aufgabe der Kita-Planer keine rein mathematische. „Für jedes Kind im Kreis für eine gute Betreuungssituation zu sorgen, ist eine Herzensangelegenheit für uns alle. Von unserer Planung hängt auch ab, ob Eltern Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren können. Da bringt jeder Fall seine eigenen Besonderheiten und Schwierigkeiten mit und wir bemühen uns, für alle die bestmögliche Lösung zu finden", sagt Hagen. Sie weiß aber auch, dass sie diesem Anspruch nicht immer gerecht werden kann. Dann müssen Eltern längere Fahrzeiten bis zur nächsten Kita auf sich nehmen oder es ist nur noch ein Betreuungsplatz für 35 Stunden und nicht für die gewünschten 45 Stunden verfügbar.

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