Immer wieder Unfälle auf der Autobahn 2. Die Elfen konnten nicht helfen. - © picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa
Immer wieder Unfälle auf der Autobahn 2. Die Elfen konnten nicht helfen. | © picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

Hannover Ausgezaubert: "Elfenbeauftragte" will nicht mehr auf der A2 helfen

Weil auf der A2 ständig Unfälle passieren, hat sich eine "Elfenbeauftragte" mit den Fabelwesen entlang der Autobahn unterhalten. Gebracht hat das nichts. Stattdessen hagelte es heftige Kritik.

Matthias Schwarzer

Hannover. Diese Nachricht hat für mächtig Aufregung gesorgt: Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat eine selbsternannte "Elfenbeauftragte" mit auf eine Tour über die A2 genommen. Das Ziel: Die Frau wollte zusammen mit einer Tierkommunikatorin die "traurigen Energien" bekämpfen und damit weitere schwere Unfälle auf der Autobahn verhindern. Nach heftiger Kritik von Medien und Nutzern in sozialen Netzwerken hat sich die "Elfenbeauftragte" nun auf ihrer Website zu Wort gemeldet. "Unsere Absicht war es, der Natur, den Menschen, den Tieren und allen unsichtbaren Wesen zu helfen", schreibt Melanie Rüter. Das was jetzt passiere sei "reine Sensationslust". Weil ihre Arbeit auf dem Niveau der "Liebe, des Respekts und der Achtsamkeit" basiere, nehme sie nun Abstand von dem Fall. Auch die Tierkommunikatorin Marion Lindhof übt Kritik: "Ehrliche Berichterstattung war anscheinend gestern...SCHADE!", schreibt sie auf ihrer Website. Elfen konnten nicht helfen Die beiden Frauen hatten sich bereits Anfang des Jahres an die Behörden gewandt. Im Juni waren sie dann auf eine Kontrollfahrt zwischen Lehrte und Braunschweig mitgenommen worden. Dort hätten die Frauen sofort "sehr traurige Energien" gespürt. Schuld daran seien unter anderem "aufgebrachte Naturwesen" gewesen, die sich ihr Stück Natur zurückholen wollten. Letztendlich habe man die Autobahn "energetisch versiegelt", um Unfälle zu verhindern. Geklappt hat das nicht: Erst am Montag war auf der A2 bei Peine wieder ein Kleintransporter auf einen Sattelzug aufgefahren. Der Fahrer wurde lebensgefährlich verletzt. Der Job der "Elfenbeauftragten" ist übrigens keine deutsche Erfindung: In Island war die 2015 verstorbene Erla Stefánsdóttir in der Vergangenheit immer wieder bei Straßenbaumaßnahmen zu Rate gezogen worden. Hier geht es allerdings eher darum, Kulturgüter wie sogenannte "Elfenhügel" zu schützen - und um den Marketing-Effekt: Die Sage von den Elfen auf Island lässt sich schließlich touristisch wunderbar vermarkten.

realisiert durch evolver group