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Dicht an dicht: Der zunehmende Autoverkehr ist eine Herausforderung für Städte, auch für Paderborn. - © Pixabay
Dicht an dicht: Der zunehmende Autoverkehr ist eine Herausforderung für Städte, auch für Paderborn. | © Pixabay

Paderborn Gibt es in Paderborn künftig eine City-Maut für Autofahrer?

Bürger können Wünsche und Ideen einbringen. Wichtig ist, die verschiedenen Arten von Mobilität möglichst gut miteinander zu verschränken

Dietmar Gröbing
08.11.2019 | Stand 08.11.2019, 11:33 Uhr

Paderborn. Wie sollen sich Mobilität und Verkehr in Paderborn in den kommenden 15 Jahren entwickeln? Das war die zentrale Frage der ersten Bürgerforums zum Thema „Integriertes Mobilitätskonzept". Die Infoveranstaltung mit Diskussionsanteil fand am Mittwoch in der Aula der Gesamtschule Friedrich-von-Spee statt. Rund 60 Interessierte waren zum Kaukenberg gekommen, um sich über die Planungen für die Gesamtstadt Paderborn zu informieren. Die Vorstellung der Pläne für Elsen und Schloß Neuhaus erfolgt separat. Die Elsener Öffentlichkeit ist am Dienstag, 19. November, um 18.30 Uhr ins Bürgerhaus geladen. Die Einwohner von Schloß Neuhaus und Sennelager werden am Donnerstag, 28. November, ab 18.30 Uhr in der Schlosshalle informiert. Die Konkretisierung des Mobilitätskonzepts soll binnen der nächsten 24 Monate erfolgen. Das darin verankerte Maßnahmenpaket zielt auf das Jahr 2035. Bis dahin wollen die Verantwortlichen ein Modell auf den Weg bringen, das alle Mobilitätsarten bestmöglich miteinander verschränkt. "Verwaltung kann das Problem nicht alleine lösen" Dabei möchte man „die Paderborner Bürgerinnen und Bürger einbinden", wie die Technische Beigeordnete der Stadt, Claudia Warnecke, im Rahmen der Zusammenkunft betonte. Auch der stellvertretende Bürgermeister Dieter Honervogt hofft auf rege Beteiligung der Bevölkerung, denn das Problem sei „allein von Verwaltung und Rat nicht zu lösen". Worauf also zielt das integrierte Mobilitätskonzept? Es möchte „attraktive, sichere und barrierefreie Straßen- und Lebensräume schaffen" sowie die „überregionale und regionale Erreichbarkeit sichern". Zudem soll es „die Energiewende im Verkehr forcieren" und die „Chancen der Digitalisierung nutzen". Darüber hinaus ist man bestrebt, die „Verschränkung verschiedener Mobilitätsmöglichkeiten (Rad, ÖPNV, Auto) zu verbessern". Auch das „Vorantrieben eines verträglichen Wirtschaftsverkehrs" steht auf der Agenda. In einigen Punkten befindet sich die Stadt Paderborn auf einem guten Weg, doch wo besteht Verbesserungsbedarf? Christian Bexen vom zuständigen Planungsbüro bemerkt, dass zwar eine „Radfahrinfrastruktur vorhanden ist, diese aber eine teilweise widersprüchliche Führung" besitze. Auch das Carsharing-Angebot sei verbesserungswürdig, da die Standorte „oft dezentral verortet und schlecht erreichbar" seien. Zudem kritisiert Bexen die geringe Anzahl öffentlicher Ladestationen für Elektroautos (20). Alle befinden sich im Innenstadtbereich. Parkgebühren könnten steigen Ein heikler Punkt, denn insbesondere die City soll künftig von deutlich weniger Autos angefahren werden. Wie man das erreicht? Etwa mit steigenden Parkgebühren, die die Menschen veranlassen sollen, auf das Rad, die Bahn oder den Bus umzusteigen. Apropos Bus: Nicht wenige Bürger möchten die Busse gänzlich aus der Innenstadt verbannen. Weitere Bürgerbegehren: Ein Ausbau der Radfahrmobilität, beispielsweise anhand von Radschnellwegen, die die City mit den einzelnen Stadtteilen verbinden. Schnell- und Ringbuslinien stehen ebenso auf dem Wunschzettel der Paderborner wie Park & Ride-Plätze an der Peripherie samt Anbindung an den örtlichen Personennahverkehr. "Wir müssen unser Verkehrsverhalten ändern" „Wer trotzdem mit seinem Auto in die Innenstadt fährt, muss sich eventuell auf eine City-Maut einstellen", sagt Stefan Atorf. Der Mann vom Nahverkehrsverbund weiß, dass eine solche Maßnahme „unpopulär wäre und weh tut". Gleichsam ist Atorf sicher, dass sich „unser gegenwärtiges Verkehrsverhalten ändern muss". Dafür braucht es „viele kleine Aspekte, da es eine alles lösende Maßnahme nicht gibt", weiß Projektleiter Harald Bock von der Stadt Paderborn. Was Niklas Wisbereit grundsätzlich bejaht. Das Mitglied des Stadtjugendrats möchte, dass sich „jeder einschränkt, damit es der Allgemeinheit besser geht".

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