0
Weil beim Spielplatz das Verkehrsaufkommen angestiegen ist, suchten Anwohner wie Birgit Selder (Mitte) das Gespräch mit Baudezernenten Peter Böhm (rechts vorne). - © Peter Steinert
Weil beim Spielplatz das Verkehrsaufkommen angestiegen ist, suchten Anwohner wie Birgit Selder (Mitte) das Gespräch mit Baudezernenten Peter Böhm (rechts vorne). | © Peter Steinert

Herford Wenn der neue Spielplatz in Herford zum Problemfall wird

Weil Erwachsene ihre Sprösslinge mit dem Auto bringen, stauen sich in einer Seitengasse der Laarer Straße die Fahrzeuge. Anwohner fordern ein Parkraumkonzept. Das Problem aber liegt woanders.

Peter Steinert
14.07.2019 | Stand 15.07.2019, 08:07 Uhr

Das Klettergerüst ist super, das Hüpf-Feld fantastisch. Wenn das derzeit mit einem Bauzaun gesicherte Trampolin frei gegeben wird, hat die Stadt alles richtig gemacht und „Am Lindensiek" in Nähe der Laarer Straße einen Spielplatz geschaffen, auf dem sich Kinder nach Herzenslust austoben und ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Inzwischen soll sich die Attraktivität der Anlage herumgesprochen haben, so dass nicht nur Jungs und Mädchen der Nachbarschaft hangeln und hüpfen. Autokennzeichen aus Bielefeld, Lippe und Gütersloh „Die Besucher des Spielplatzes kommen aus Milse, Enger und Stedefreund. Wir sehen Autokennzeichen aus Bielefeld, Lippe und selbst aus dem Kreis Gütersloh", sagen Birgit Selder und Waldemar Gößling. Sie beklagen zunehmende Parkprobleme und haben die Interessensgemeinschaft „Parken Spielplatz Am Lindensiek" gegründet. Eine von ihnen initiierte Unterschriftenliste landete bei der Stadt Herford. Deren Baudezernent Peter Böhm folgte Freitagnachmittag einer Einladung der Interessensgemeinschaft. Birgit Selder und Waldemar Gößling: „Fast alle Besucher des Spielplatzes kommen motorisiert. Es wird raumgreifend geparkt, damit die Kinder ausgeladen werden können. Der Spielplatz wurde ohne Parkplätze geplant. Deswegen ist zeitweise für die Anwohner kein Durchkommen. Gleiches gilt für Feuerwehr, Notarzt oder Ambulanz." An der Laarer Straße fehlt ein Radweg Eine Alternative per Rad schließe sich aus, da nach wie vor ein Radweg an der Laarer Straße fehlt. Birgit Selder: „So eine Wegstrecke mit dem Kind an der Hand, auf dem Fahrrad oder eigenständig mit einem Kinderfahrrad, das ist absolut undenkbar." Bürgermeister Tim Kähler hatte zwischenzeitlich der Interessensgemeinschaft geantwortet. Den Unmut könne er verstehen. Aber: „Spielplätze sind ein Angebot der Nahversorgung für Kinder in ihrem Wohngebiet und erfordern kein Parkraumkonzept, da Kinder zu Fuß oder mit den Fahrrad den Spielplatz erreichen sollten." Das Stadtoberhaupt verweist zudem auf die Spielplatzplanung, an der direkte Nachbarn und „viele Kinder mit begleitenden Erwachsenen auch aus der weiteren Umgebung" (Kähler) beteiligt gewesen seien. Keiner der 55 Spielplätze in Herford verfüge über einen Parkplatz. Böhm griff einen Vorschlag der Anwohner auf, wonach die Parksituation möglicherweise entschärft werden könnte, wenn der Zaun vom Spielplatz einen guten Meter versetzt werde. „Ich nehme das mal mit", sagte der Baudezernent, der den Anwohnern nach den Sommerferien Rückmeldung versprach. Für die Landesstraße ist Landesbetrieb Straßen NRW zuständig Die Hände gebunden seien ihm allerdings bei der Laarer Straße. „Die Stadt Herford kann hier nicht bauen. Es gibt Zuständigkeiten. Weil das eine Landesstraße ist, ist der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig. Der hat eindeutig erklärt, dass Radweg nur dann gebaut wird, wenn alle Anlieger ihre Verkaufsbereitschaft erklären. In einem Fall fehlt die Einigung. Wobei nachgebessert worden ist. Ich weiß aber nicht, ob der Landesbetrieb damit einverstanden ist." Der Laarer Pfarrer Dietmar Stuke will sich zeitnah mit dem Eigentümer zusammensetzen. Die Initiative um Birgit Selder und Waldemar Gößling überlegt unterdessen, bei dem Landwirt ebenfalls vorstellig zu werden. „Mit den Kindern an der Hand", so Birgit Selder.

realisiert durch evolver group