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Bislang kam Kemal Ademi (M.), hier gegen die Clubberer Mats Möller Daehli (l.) und Erik Wekesser, nur zu einem Kurzeinsatz gegen Nürnberg. In Paderborn ist Sandhausens Stürmer nun mindestens ein heißer Joker-Kandidat. - © picture alliance
Bislang kam Kemal Ademi (M.), hier gegen die Clubberer Mats Möller Daehli (l.) und Erik Wekesser, nur zu einem Kurzeinsatz gegen Nürnberg. In Paderborn ist Sandhausens Stürmer nun mindestens ein heißer Joker-Kandidat. | © picture alliance

SCP-Splitter Ein Ex-Paderborner ist die Geheimwaffe des SV Sandhausen

Sandhausens Stürmer Kemal Ademi könnte in Paderborn zu seinem zweiten Saisoneinsatz kommen. Auch ein Startelfdebüt ist nicht ausgeschlossen. Ein anderer Ex-Paderborner, den Lukas Kwasniok gerne zum SCP gelotst hätte, fällt dagegen aus.

Frank Beineke
14.10.2022 , 18:00 Uhr

Die SCP-Personallage ist rosig

Auf den SC Paderborn warten ab Sonntag satte sieben Pflichtspiele in 28 Tagen. "In solchen Phasen ist es immer besonders gut, wenn du einen breiten Kader hast", sagt Mittelfeldakteur Marcel Mehlem. Und es ist noch besser, wenn fast alle Spieler einsatzbereit sind. Das ist beim SCP vor dem Zweitliga-Heimspiel gegen den SV Sandhausen (Sonntag, 16. Oktober, 13.30 Uhr) der Fall.

So konnten am Freitag 25 von 26 Spielern das Mannschaftstraining absolvieren. Lediglich Sebastian Klaas (Reha nach Kreuzbandriss) fehlte. Innenverteidiger Jasper van der Werff, der zuletzt über Rückenprobleme klagte, nahm zum ersten Mal seit einer Woche wieder am Teamtraining teil. Und so wird der Schweizer Innenverteidiger auch gegen Sandhausen nicht im Paderborner 20er-Kader stehen. Jonas Carls könnte unterdessen ins Aufgebot zurückkehren. Für ihn müsste wohl Tobias Müller oder Kelvin Ofori seinen Kaderplatz räumen.

Ein Ex-Paderborner ist verletzt

Der SV Sandhausen hatte in den vergangenen Wochen jede Menge Verletzungspech. So fielen mit Kapitän Dennis Diekmeier und Chima Okoroji die etatmäßigen Außenverteidiger aus. Okoroji wird in diesem Jahr auch kein Pflichtspiel mehr bestreiten, denn der Ex-Paderborner zog sich Ende September einen Mittelfußbruch zu und musste operiert werden.

SCP-Coach Lukas Kwasniok hätte den Linksverteidiger im Sommer 2021 übrigens liebend gerne zurück nach Paderborn gelotst. Doch Sandhausen hatte offenbar die besseren finanziellen Argumente, um Okoroji in die Kurpfalz zu locken.

SVS-Rechtsverteidiger Diekmeier hat seine Muskelverletzung zwar weitgehend auskuriert, wird im Gastspiel beim SCP aber wohl noch nicht in die Startelf zurückkehren. "Dennis macht uns immer noch ein bisschen Sorgen. Er trainiert zwar, hat aber weiterhin Probleme", berichtete SVS-Coach Alois Schwartz bei der Pressekonferenz am Freitag.

Mit Bashkim Ajdini steht aber ein erstklassiger Ersatz parat. So zählte der 29-Jährige, der seine Karriere beim SJC Hövelriege gestartet hatte, in den vergangenen Spielen stets zu den besten SVS-Akteuren. Seine Qualitäten bekamen auch die Paderborner schon schmerzhaft zu spüren. So traf Ajdini im Hinspiel der vergangenen Saison in der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand.

Bereit für einen Joker-Einsatz

Chima Okoroji ist nicht der einzige Ex-Paderborner in Diensten des SV Sandhausen. So unterschrieb Kemal Ademi Mitte August einen Einjahresvertrag bei den Kurpfalz-Kickern. Der Schweizer Stürmer hatte in der vergangenen Saison als Leihgabe des russischen Erstligisten Khimki Moskau für den SCP gespielt. Ademi kam auf sechs Joker-Einsätze (1 Tor, 2 Assists), in denen er seine Qualitäten andeutete. Doch auch weil der 1,95 Meter große Angreifer immer wieder Verletzungsprobleme und Fitnessdefizite hatte, verzichteten die Paderborner aufs Ziehen der Kaufoption.

Ademi kehrte nach Moskau zurück und absolvierte Ende Juli noch ein Meisterschaftsspiel für Khimki, ehe er in Sandhausen anheuerte. Doch auch dort machten ihm unter anderem hartnäckige Kniebeschwerden zu schaffen. Bislang stehen für ihn nur fünf Zweitliga-Saisonminuten sowie zwei Kadernominierungen zu Buche.

Beim Gastspiel in Paderborn dürfte Ademi zumindest Chancen auf einen Joker-Einsatz haben. "Kemal ist auf einem guten Weg. Er ist agiler im Training und macht seine Tore. Er wird uns auf jeden Fall helfen, ich hoffe auch relativ schnell", erklärte SVS-Trainer Schwartz am Freitag. "Kemal verfügt über Fähigkeiten, die uns wehtun könnten", sagt Lukas Kwasniok. Der SCP-Coach geht aber nicht davon aus, dass sein Ex-Schützling am Sonntag in der Startelf steht.

In Sandhausen ist die Lockerheit zurück

Mit Heimsiegen gegen Bielefeld und Düsseldorf hatte der SV Sandhausen einen guten Saisonstart erwischt. Doch dann folgten sieben sieglose Spiele in Folge. Die Negativserie endete erst am vergangenen Spieltag. Da nämlich fuhr der SVS einen 1:0-Heimsieg gegen Aufsteiger Magdeburg ein. "Da ist eine Last von uns gefallen. Es war schon eine gewisse Verkrampftheit spürbar. Das Selbstbewusstsein fehlte. Aber jetzt ist die Lockerheit zurück", berichtet Trainer Alois Schwartz.

Lockerheit und Selbstbewusstsein sei auch vonnöten, um in Paderborn bestehen zu können. "Der SCP ist eine der spielstärksten Mannschaften, die im letzten Drittel auch noch enorm effektiv ist", urteilt Schwartz und fügt an: "Wir dürfen am Sonntag nicht zu tief stehen. Wir dürfen aber auch nicht mit Pauken und Trompeten nach vorne stürmen, sondern müssen eine gute Mischung finden."

Durchwachsene Statistik

In der Gesamtbilanz hat der SV Sandhausen knapp die Nase vorn. In bislang 15 Pflichtspielen zwischen dem SVS und dem SCP gab es aus Sicht der Kurpfalz-Kicker sechs Siege, vier Remis und fünf Niederlagen. Die mit Abstand bitterste Paderborner Pleite war das 0:6-Heimdebakel, das 8.600 entsetzte SCP-Fans am 14. August 2015 in der Arena miterleben mussten. Auch damals wurde der SVS von Alois Schwartz trainiert.

Doch mittlerweile haben die Ostwestfalen seit sechs Partien nicht mehr gegen Sandhausen verloren. Neben vier Unentschieden sprangen dabei zwei Heimsiege heraus. Am 20. Februar 2021 trafen Dennis Srbeny und Christopher Antwi-Adjei beim Paderborner 2:1-Erfolg. Am 6. Mai 2022 sorgten Tore von Florent Muslija und Philipp Klement für einen verdienten 2:0-Sieg. Die letzten drei Duelle in Sandhausen endeten unterdessen allesamt 1:1.

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