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Jubel gegen den HSV: Die SCP-Akteure (v. r.) Philipp Klement, Uwe Hünemeier und Babacar Gueye feiern den Torschützen Christopher Antwi-Adjei. - © Wilfried Hiegemann
Jubel gegen den HSV: Die SCP-Akteure (v. r.) Philipp Klement, Uwe Hünemeier und Babacar Gueye feiern den Torschützen Christopher Antwi-Adjei. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn SC Paderborn geht selbstbewusst ins Saisonfinale

Mit einem Sieg in Dresden kann der SCP aus eigener Kraft den direkten Aufstieg unter Dach und Fach bringen

Frank Beineke
14.05.2019 | Stand 13.05.2019, 19:31 Uhr

Paderborn. Die Zweitliga-Spielzeit 2018/2019 ist für den SC Paderborn schon jetzt eine Saison der Rekorde. Mit bislang 75 Toren ist der SCP der treffsicherste Aufsteiger aller Zeiten. Mit einem Heimspiel-Schnitt von 11.467 Zuschauern stellte der SCP einen Zweitliga-Vereinsrekord auf. Und in der Rückrundentabelle sind die Paderborner mit 32 Punkten unangefochtener Spitzenreiter – übrigens vor Arminia Bielefeld (28). All das aber soll am kommenden Sonntag, 19. Mai, getoppt werden. Dann kann der SCP mit einem Sieg bei Dynamo Dresden (Anstoß 15.30 Uhr, Rudolf-Harbig-Stadion) den direkten Aufstieg aus eigener Kraft perfekt machen. „Das wird kein Selbstläufer. In Dresden wird der Kessel brennen. Aber wenn wir unser Spiel durchziehen, kann uns keiner aufhalten", sagt Uwe Hünemeier. Paderborns erfahrener Kapitän ist sich dabei sicher, dass seine jungen Teamkollegen der immensen Nervenbelastung standhalten. „Die Jungs sind so unbekümmert, die freuen sich einfach aufs Spiel und spüren keinen großen Druck", sagt der 33-jährige Innenverteidiger. Zur Spielfreude gesellt sich ein unbändiger Einsatzwille Eben jene Unbekümmertheit kam am Sonntag beim glanzvollen 4:1-Heimsieg gegen den HSV zum Ausdruck. Vasiliadis, Antwi-Adjei, Pröger, Michel und Co. wirbelten die Hamburger mit dem gefürchteten Paderborner Hochgeschwindigkeitsfußball gehörig durcheinander. Hinzu kam eine tadellose kämpferische Einstellung. „Wir haben uns in alles reingeworfen, was kam. Und dann konnten wir unsere fußballerischen Qualitäten ausspielen", urteilt „Hüne". Auch sein Trainer lobt den unbändigen Einsatzwillen, der gegen hart agierende Hamburger auch dringend vonnöten war. „Wir hatten in dieser Saison in dem ein oder anderen Spiel Probleme mit physisch starken Teams. Aber am Sonntag haben sich die Jungs nicht aus dem Konzept bringen lassen. Zugleich sind sie immer sauber geblieben", bilanziert Steffen Baumgart, der auch in Dresden ein verdammt hartes Stück Arbeit erwartet. „Die wollen sich vor 30.000 Fans vernünftig verabschieden und werden uns nichts schenken. Dynamo hat nicht umsonst zuletzt Köln mit 3:0 weggehauen", sagt der SCP-Coach über einen Gegner, der seit sechs Heimspielen ungeschlagen ist und dabei auch beim 0:0 gegen Union Berlin punktete. In der Relegation würde es ein Problem geben Mit eben jenen Berlinern, die am letzten Spieltag beim VfL Bochum gastieren, liefert sich Paderborn ein Fernduell um den direkten Aufstiegsplatz. Union-Mitglied und Vereinsikone Steffen Baumgart, dessen Ehefrau beim Berliner Kultclub arbeitet, kann somit eigentlich nur gewinnen. Doch von einer Win-Win-Situation will der 47-Jährige nichts wissen. „Wir wollen den letzten Schritt gehen und Platz zwei halten. Union interessiert mich da herzlich wenig", sagt Baumgart. Anschließend hätte er ja noch genügend Zeit, um den Berlinern in der Relegation gegen den VfB Stuttgart die Daumen zu drücken. Sollte Paderborn Dritter werden, würde es unterdessen ein Problem geben. Denn nicht nur das Relegations-Hinspiel beim VfB Stuttgart (23. Mai), sondern auch das Rückspiel (27. Mai) ist um 20.30 Uhr terminiert. Partien in der Paderborner Benteler-Arena müssen aber eigentlich um 22 Uhr beendet sein. „Dann müssten wir gemeinsam mit der Deutschen Fußball-Liga eine Lösung finden", erklärt SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger und hofft, dass dieser Fall erst gar nicht eintritt. Sollte am Sonntag der Aufstieg gelingen, würden die offiziellen Feierlichkeiten auf dem Paderborner Rathausplatz am Montag, 20. Mai, steigen – vermutlich am späten Nachmittag. „Wir wollen schließlich allen Fans, die mit nach Dresden fahren, ermöglichen, bei der Feier dabei sein zu können. Und wir brauchen am Sonntag deren Unterstützung", so Hornberger.

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