Zweikampfstark: Arminias Fabian Klos (am Ball) setzt sich gegen Sandhausens Aleksandr Zhirov durch. - © Dennis Angenendt
Zweikampfstark: Arminias Fabian Klos (am Ball) setzt sich gegen Sandhausens Aleksandr Zhirov durch. | © Dennis Angenendt

Arminia Bielefeld Arminias Leistung weckt Hoffnungen für die neue Saison

Der souveräne 3:0-Erfolg der Bielefelder beim SV Sandhausen verspricht einiges für die kommende Saison. Auch die Spieler selbst glauben, dass 2019/20 mehr möglich sein könnte als ein Mittelfeldplatz.

Bielefeld. Der junge Mann, der am Sonntagabend die Heidelberger Altstadt von Aufklebern der Fans von Arminia Bielefeld zu befreien versuchte, inspizierte fast jeden Laternenpfahl. Doch so sehr er sich bemühte: Auch am Morgen danach prangte den Touristen aus aller Welt im malerischen Zentrum hier und dort das Arminia-Wappen entgegen. Es waren nicht die einzigen Spuren, die Bielefelder in der Kurpfalz hinterließen. Arminias Profis vermiesten dem SV Sandhausen, dessen Stadion sich nur wenige Autominuten von Heidelberg entfernt befindet, mit ihrem 3:0-Erfolg den vorzeitigen Klassenerhalt. Und bestätigten außerdem mit ihrer guten Leistung den Eindruck, dass diese Mannschaft das Potenzial hat, in der nächsten Saison mehr zu erreichen als einen Mittelfeldplatz. Sieg gibt "Selbstvertrauen und Vertrauen in die Spielweise" „Das ist keine Garantie für nichts", stellte DSC-Trainer Uwe Neuhaus zwar klar. Doch 28 Punkte in der Rückrunde und insgesamt 31 Zähler unter seiner Regie geben definitiv „Selbstvertrauen und Vertrauen in die Spielweise". Neuhaus und seine Kicker fühlten sich auch in Sandhausen in ihrer Einschätzung bestärkt, dass es derzeit stimmt und der Ballbesitzfußball zu dieser Mannschaft passt. Dass die weitaus meisten Spieler es genauso empfinden, verdeutlichen schon ihre Leistungen und Ergebnisse im zweiten Saisonteil. Ebenso die Tatsache, dass es den befürchteten Spannungsabfall nach dem Heimsieg über Paderborn nicht gab. Im gerade mal 15.000 Einwohner zählenden Sandhausen, wo die Stimmung auf den Rängen des kleinen Stadions auch dann vergleichsweise entspannt bleibt, wenn der SVS verliert und in Abstiegsgefahr schwebt, trat Arminia seriös auf. „Es gelingt nicht allzu häufig, hier in Sandhausen mit 100 Prozent auf den Platz zu gehen und alles umzusetzen", weiß Neuhaus aus langjähriger Erfahrung. Bei seinen Gastspielen mit Union Berlin und Dresden konnte er nie in Sandhausen gewinnen. Neuhaus war deshalb sehr zufrieden mit seinen Spielern. Auch und gerade mit denen, die einsprangen wie beispielsweise Stephan Salger auf der Sechserposition oder Tom Schütz als Rechtsverteidiger. „Das ist das Phänomen, wenn eine Mannschaft funktioniert", sagte der Trainer, „dann kann man einzelne Positionen austauschen, ohne dass ein Leistungsverlust zustande kommt." Einen ebenso konzentrierten Auftritt, bei dem seine Kicker zudem die Spielweise im Hinblick auf die neue Saison weiter verfeinern, möchte Neuhaus auch in der letzten Partie am Sonntag zu Hause gegen Kiel sehen. "Die Entwicklung des gesamten Vereins passt" Nach vorn schauen auch die Spieler. „Daran arbeiten wir alle, dass wir ab der neuen Saison uns zum einen noch mal gut verstärken und dann das System, das der Trainer vorhat, in der Vorbereitung intensivieren", sagte Torhüter Stefan Ortega. Mittelfeldspieler Reinhold Yabo, in Sandhausen Schütze des 2:0, meinte: „Ich glaube, die Entwicklung innerhalb des gesamten Vereins passt, wir haben in den letzten Monaten gute Arbeit gemacht. Es gilt jetzt, daran anzuknüpfen und zu versuchen, Konstanz in unser Spiel zu bekommen. Wenn man das schafft, das über eine ganze Saison zu halten, dann kann schon einiges möglich sein." Arminia möchte in der nächsten Saison möglichst viele und große Spuren hinterlassen. Und zwar nicht nur in Heidelberg.

realisiert durch evolver group