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Zwei Matchwinner in Feierlaune: SCP-Akteur Christopher Antwi-Adjei (r.) machte mit seinem Doppelpack den Sack zu. Teamkollege Klaus Gjasula überzeugte als Mittelfeldabräumer. - © Wilfried Hiegemann
Zwei Matchwinner in Feierlaune: SCP-Akteur Christopher Antwi-Adjei (r.) machte mit seinem Doppelpack den Sack zu. Teamkollege Klaus Gjasula überzeugte als Mittelfeldabräumer. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Paderborn zerlegt den Hamburger SV

Der SCP feiert einen 4:1-Heimsieg und zerstört zugleich die letzten HSV-Hoffnungen auf den Aufstieg

Frank Beineke
12.05.2019 | Stand 12.05.2019, 21:30 Uhr |

Paderborn. Die große Aufstiegsparty sollte am Sonntag in der Benteler-Arena zwar noch nicht steigen. Doch die Fans des SC Paderborn feierten ihre Mannschaft, als habe diese schon den Sprung in die 1. Fußball-Bundesliga geschafft. Und das völlig zu Recht. Denn was der Zweitliga-Aufsteiger beim auch in dieser Höhe verdienten 4:1 (1:0)-Heimsieg gegen den Hamburger SV wieder einmal auf den Platz gezaubert hatte, war schlichtweg brillant. Da sollte auch der 3:0-Heimsieg des Aufstiegskonkurrenten Union Berlin gegen Absteiger Magdeburg die Stimmung nicht trüben. Paderborn steht einen Spieltag vor Saisonende auf Rang zwei und hätte selbst bei einer finalen Niederlage in Dresden mindestens den Relegationsplatz in der Tasche. „Heute ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten", frohlockte SCP-Sport-Geschäftsführer Markus Krösche nach der Gala in der ausverkauften Benteler-Arena. Paderborns Chefcoach Steffen Baumgart hatte in der Startelf hierbei mit einer Überraschung aufgewartet. Klaus Gjasula rutschte ins Aufgebot und durfte auf der Sechserposition ran. Sebastian Vasiliadis agierte als hängende Spitze. Die Maßnahme von Taktikfuchs Baumgart hatte Erfolg. „Es war eine goldrichtige Entscheidung. Klaus hat unheimlich viel weggeräumt", urteilte SCP-Kapitän Uwe Hünemeier. Vasiliadis stellte derweil die HSV-Defensive vor arge Probleme und konnte sich anschließend ebenso wie Teamkollege Christopher Antwi-Adjei als Doppeltorschütze feiern lassen. Hamburg ist fast nur bei Standards gefährlich Zuvor aber mussten die Hausherren ziemlich harte Arbeit verrichten. Denn Hamburg wartete erneut mit einer enormen Physis auf. Die Gäste gingen mitunter überhart zur Sache und setzten vor allem auf ihre Stärken bei Standards. So wurde es bei HSV-Ecken fast immer gefährlich. Douglas Santos flankte dabei stets Richtung Fünfer, wo Hamburger Hünen wie Lasogga, Lacroix und van Drongelen lauerten. Jatta versuchte unterdessen stets, SCP-Keeper Leopold Zingerle zu blocken. Exakt dieses Schema hatte im DFB-Pokalspiel in Paderborn zum Erfolg geführt. Spielerisch aber ließ der HSV fast alle Wünsche offen. Als Khaled Narey in der 31. Minute nach Lasogga-Vorarbeit an Zingerle scheiterte, sollte dies die einzige herausgespielte Großchance der Gäste im gesamten Spiel bleiben. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:0 für den SCP. Kai Pröger war in der 25. Minute in halbrechter Position nicht angegriffen worden. Der Flügelflitzer zog ab, HSV-Keeper Tom Mickel konnte den Ball nur klatschen lassen – und Vasiliadis schob zur Paderborner Führung ein. In der zweiten Hälfte waren dann ganze 21 Sekunden gespielt, als „Vasi" das zweite Mal zuschlug. Der 21-jährige Paderborner vernatzte HSV-Verteidiger Leo Lacroix und markierte sein sechstes Saisontor. Die Gäste drohten nun unter die Räder zu geraten. Paderborn hatte durch Antwi-Adjei (53.), Vasiliadis (54.), Klement (65./66.), Michel (67.) und Hünemeier (68.) beste Gelegenheiten, um den einstigen Erstliga-Dino abzuschießen. "Jimmy" macht endgültig den Sack zu Doch statt 4:0 oder 5:0 stand es plötzlich nur noch 2:1, denn der HSV hatte ja noch seine Standardsituationen. So traf Rick van Drongelen per Kopf nach einer der zahlreichen Ecken (71.). „Wir wussten, dass wir die Standards intensiv verteidigen müssen. Das ist uns sehr gut gelungen – bis auf dieses eine Mal", konstatierte Steffen Baumgart. Paderborn sollte aber nichts mehr anbrennen lassen. Denn die Hausherren hatten ja noch einen Christopher „Jimmy" Antwi-Adjei in Topform. Der Publikumsliebling zerstörte mit seinen Saisontreffern Nummer neun und zehn (81./86.) endgültig die letzten Hamburger Aufstiegshoffnungen. „Dieses Spiel war ein Spiegelbild der vergangenen Wochen. Es waren bittere Wochen und bittere Tage. Wir können uns nur bei unseren Fans entschuldigen", bilanzierte der geknickte HSV-Coach Hannes Wolf. Der SCP aber kann am kommenden Sonntag mit einem Sieg in Dresden aus eigener Kraft die Sensation perfekt machen und in die 1. Liga aufsteigen. „Dann wollen wir noch mal unsere Hausaufgaben machen. Anschließend kann die große Party steigen", blickte Klaus Gjasula schon einmal auf das nächste und hoffentlich letzte Saisonspiel. Denn auf die Relegation kann der SCP nun dankend gerne verzichten.

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