Die Schülerin Greta Thunberg nimmt Stellung auf Facebook. - © picture alliance/KEYSTONE
Die Schülerin Greta Thunberg nimmt Stellung auf Facebook. | © picture alliance/KEYSTONE

Klimaschutz Klimaaktivistin Greta Thunberg reagiert auf den Hass

Die schwedische Schülerin reagiert auf Vorwürfe, sie sei gesteuert und würde Geld für ihren Streik erhalten

Bielefeld. Die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wehrt sich gegen "Gerüchte und enorme Mengen an Hass", die ihr im Netz entgegenschlagen. Seit Sommer 2018 protestiert Thunberg jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament gegen den Klimawandel. Ihr Beispiel hat weltweit Schule gemacht – auch in Deutschland. Auf Facebook gibt sie eine ausführliche Erklärung zu ihrem Schulstreik ab und äußerst sich zu Vorwürfen und Unterstellungen. "Es gibt niemanden ,hinter' mir außer mir selbst" „Viele Menschen lieben es, Gerüchte zu streuen, dass es Menschen ,hinter mir’ gebe oder dass ich ,bezahlt’ oder ,benutzt’ werde, das zu tun, was ich tue", erklärt sie. „Aber es gibt niemanden ,hinter’ mir außer mir selbst." Sie gehöre keiner Organisation an, sei absolut unabhängig und stehe nur für sich selbst. „Ich habe weder Geld erhalten, noch hat mir jemand versprochen, dass ich in Zukunft Geld bekommen werde." Das werde auch so bleiben. Sie habe noch nie einen Klimaaktivisten getroffen, der um des Geldes willen für das Klima protestiere: „Das ist komplett absurd." Zudem reise sie nur mit Erlaubnis ihrer Schule. Ihre Eltern bezahlten Tickets und Übernachtungen. Ausführlich beschreibt sie, wie es zu ihrem Schulstreik kam. In Mai 2018 war sie unter den Gewinnern eines Schreibwettbewerbs zum Thema Umwelt, der von der schwedischen Tageszeitung Svenska Dagbladet ausgelobt wurde. Ihr Text wurde veröffentlicht. Daraufhin meldeten sich Aktivisten telefonisch bei ihr, darunter Bo Thorén von Fossil Free Dalsland. Ziel der Gespräche sei es gewesen, Ideen für neue Projekte zu entwickeln, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Bo Thorén habe Protestmärsche oder eine Art Streik auf Schulhöfen oder in Klassenzimmern ins Spiel gebracht. „Ich mochte die Idee eines Schulstreiks. Also entwickelte ich die Idee und versuchte, andere junge Leute dafür zu begeistern, aber niemand war wirklich daran interessiert", so Thunberg. Gretas Eltern waren vom Streik nicht angetan Also habe sie den Streik selbst organisiert und danach auch an keinen Meetings mit anderen mehr teilgenommen. Ihre Eltern seien von dem Plan nicht angetan gewesen. Am 20. August habe sie sich vor das schwedische Parlament gesetzt und Flugblätter verteilt. Ihre Twitter- und Instagram-Posts wurden viral, Journalisten schrieben über sie. Manche würden sie wegen ihrer Asperger-Diagnose verspotten, so Thunberg weiter. „Aber Asperger ist keine Krankheit, sondern ein Geschenk." Wäre sie „normal" und sozial, hätte sie sich einer Organisation angeschlossen oder eine eigene gegründet. Aber weil sie nicht gut darin sei, sich mit anderen zusammenzuarbeiten, habe sie eben diesen Weg gewählt. „Ich musste etwas tun, irgendwas." Manchmal falle es mehr auf, nichts zu tun - wie einfach vor dem Parlament zu sitzen - , als etwas zu tun. Ein Flüstern sei manchmal lauter als ein Schrei. "Hört auf die Wissenschaftler" An diejenigen gerichtet, die ihr vorwerfen, wie eine Erwachsene zu klingen und zu schreiben, sagt sie: „Glaubt ihr nicht, dass eine 16-Jährige für sich selbst sprechen kann?" Wer sie „nur" für ein Kind halte und meine, man solle nicht auf Kinder hören, denen gibt sie den Rat, auf die solide Wissenschaft zu hören. „Wenn jeder den Wissenschaftlern zuhören würde und den Fakten, auf die ich mich die ganze Zeit beziehe – dann würde niemand mir zuhören müssen oder den Hunderttausenden Schülern, die auf der ganzen Welt für das Klima streiken. Dann könnten wir alle zurück in die Schule gehen."

realisiert durch evolver group