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Rettungskräfte haben auf der Nordseeinsel Langeoog Ärger mit Urlaubern. - © picture alliance/Horst Galuschka/dpa
Rettungskräfte haben auf der Nordseeinsel Langeoog Ärger mit Urlaubern. | © picture alliance/Horst Galuschka/dpa

Langeoog Urlauber lassen Rettungswagen auf Langeoog nicht durch, weil die Insel autofrei ist

Erst kürzlich haben Einsatzkräfte einen Zettel an ihrem Wagen gefunden. Sie wurden gebeten, mit dem Diesel-Fahrzeug "bitte nicht auf der Insel" zu fahren.

Matthias Schwarzer
21.07.2018 | Stand 21.07.2018, 14:42 Uhr

Langeoog. Eine Geschichte, die klingt wie ein schlechter Scherz: Auf der Nordseeinsel Langeoog werden immer wieder Rettungswagen blockiert und Einsatzkräfte massiv behindert. Der Grund: Die Urlauber stören sich an den dieselbetriebenen Einsatzfahrzeugen. Wie der NDR berichtet, würden die Menschen auf der Insel Rettungswagen oftmals nicht durchlassen, weil die Insel schließlich autofrei sei. Immer wieder komme es vor, dass auf der Fahrt zu einem Einsatz die Straße nicht freigemacht werde, berichten langjährige Notfallsanitäter dem Sender. Zwar handele es sich um Einzelfälle, das Unverständnis der Urlauber würde aber "von Jahr zu Jahr" zunehmen, so die DRK-Mitarbeiter. An einem Rettungswagen hinterließen Unbekannte zuletzt einen Zettel. Darauf der Hinweis, mit einem Diesel- oder Benzinauto "bitte nicht auf der Insel" zu fahren. "Da konnten wir nur noch mit dem Kopf schütteln", so die Helfer. Respektloser Umgang mit Einsatzkräften nimmt zu Immer wieder beklagen Rettungskräfte den respektlosen Umgang mit den Helfern. Das habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Auch in Ostwestfalen-Lippe gab es zuletzt immer wieder Fälle mit respektlosen Autofahrern oder rücksichtslosen Gaffern. In diesem Punkt unterscheiden sich die Inseln offenbar nicht vom Festland. Auch auf Juist und Wangerooge gibt es solche Fälle. Wie die Nordwest-Zeitung berichtet, beschweren sich auch dort die Urlauber, wenn ein Dieselfahrzeug des Rettungsdienstes an ihnen vorbeifährt. Derzeit gebe es aber schlichtweg keine andere Möglichkeit als Bullis mit Verbrennungsmotor: Elektrofahrzeuge seien nach derzeitigem Stand noch nicht für derartige Einsätze geeignet.

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