Hameln Hameln erkennt Hitler die Ehrenbürgerschaft ab

Bundesweit hatten zwischen 1933 und 1945 etwa 4000 Kommunen Hitler die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Hameln (dpa/lni) - Der Stadtrat von Hameln hat Adolf Hitler mehr als 72 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs formal die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Die Entscheidung, über die der NDR berichtet hatte, habe „deklaratorische Wirkung", sagte Stadtsprecher Thomas Wahmes am Donnerstag. Es herrsche zwar die Meinung vor, dass eine Ehrenbürgerschaft mit dem Tod erlischt. Aber um seine Haltung noch einmal zweifelsfrei zu bekunden, habe der Rat am Mittwochabend einstimmig beschlossen, dem NS-Diktator die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen. Bundesweit hatten zwischen 1933 und 1945 etwa 4000 Kommunen Hitler die Ehrenbürgerwürde verliehen. Ein Großteil davon hat dem NS-Diktator diese Würde nachträglich aberkannt. Welche Kommunen dies in Niedersachsen getan haben und welche nicht, ist nicht erfasst. Altenau im Harz zum Beispiel hatte Hitler im Jahr 2000 die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Auch die Stadträte von Hann. Münden und Goslar hatten sich in den Jahren 2008 und 2013 symbolisch von der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den NS-Diktator distanziert. St. Andreasberg dagegen hatte im vergangenen Jahr auf einen förmlichen Beschluss mit der Begründung verzichtet, dass in Niedersachsen eine Ehrenbürgerschaft automatisch mit dem Tod der betreffenden Person erlischt.

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