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Schaden an der Fassade: Ein Windrad bei Lichtenau. - © Andreas Götte
Schaden an der Fassade: Ein Windrad bei Lichtenau. | © Andreas Götte

Lichtenau Beton bröckelt von Windradturm

Der Hersteller der Anlage im Kreis Paderborn will sich erst am Montag äußern

Birger Berbüsse
12.10.2019 | Stand 11.10.2019, 21:23 Uhr
Andreas Götte

Lichtenau. Bei einer Windenergieanlage in einem Windpark der Lichtenauer Bürgerwind in der Nähe der Bundesstraße 68 bei Lichtenau sind Schäden am Betonturm aufgetreten. Sowohl Bürgerwind-Geschäftsführer Tobias Roeren-Wiemers als auch der Hersteller Enercon aus Aurich wollen sich dazu nicht äußern. Wiemers verweist in einem Gespräch mit nw.de auf den Hersteller. Doch Enercon will sich erst am Montag, 14. Oktober, in Form einer Pressemitteilung erklären. Nach einem Bericht des WDR hatte es einen ähnlichen Fall im November 2018 im neuen Windpark „Lager Feld" in Hörstel-Riesenbeck im Tecklenburger Land im Kreis Steinfurt gegeben. Dort seien die Schäden in rund hundert Metern Höhe auch von außen zu erkennen gewesen. Bei sieben der neun Windräder war Beton abgeplatzt und hatte das innen liegende Stahlgeflecht stellenweise freigelegt. Nach Angaben des Herstellers Enercon war damals die Standsicherheit der Türme nicht gefährdet. Zudem wurde auf die Entwicklung eines Sanierungskonzeptes hingewiesen. Mehrere schwere Zwischenfälle seit 2016 Im Kreis Paderborn, in dem mehr als 500 Anlagen stehen, hat es in den vergangenen Jahren bereits mehrere Havarien von Windkraftanlagen gegeben. Im Januar 2016 stürzte das 100 Tonnen schwere Maschinenhaus samt Rotorblättern einer Enercon-Anlage an der B 64 zwischen Neuenbeken und Buke zu Boden. Im Mai desselben Jahres barsten zwei jeweils 1,9 tonnen schwere Flügel eines Windrads an der B 68 bei dörenhagen, vermutlich nach einem Blitzschlag. Aufgrund eines Montagefehlers drehte vor 18 Monaten eine Windkraftanlage bei Borchen-Etteln buchstäblich durch. Zwei Rotorblätter wurden dabei völlig zerfetzt, die Kunststoffsplitter lagen hunderte Meter weit auf den Feldern verstreut. Einen spektakulären Unfall, der jedoch glimpflich ausging, gab es im Juni 2017. Bei Arbeiten in 135 Meter Höhe klemmt sich ein Monteur drei Finger unter 84 Tonnen Stahl ein. Die Feuerwehr konnte ihn nach drei Stunden mit Spezialgeräten befreien.

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