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Das Rotorhaus stürzte direkt neben dem Turm zu Boden. - © Marc Köppelmann
Das Rotorhaus stürzte direkt neben dem Turm zu Boden. | © Marc Köppelmann

Altenbeken/Paderborn Ursache für Windrad-Absturz weiter unklar

Untersuchung der 100 Tonnen schweren Teile hat begonnen

Birger Berbüsse
27.01.2016 | Stand 28.01.2016, 09:49 Uhr |

Paderborn. Das am Dienstag von einer Windkraftanlage an der B64 abgebrochene Maschinenhaus samt Rotorblättern soll in den nächsten Tagen abtransportiert werden. Die Herstellerfirma Enercon will die 100 Tonnen schweren Teile am Standort in Aurich auf die Schadensursache hin zu analysieren. Aktuell sind auch Experten an der abgesperrten Unfallstelle, um den Grund für den spektakulären Absturz auf dem Feld zwischen Neuenbeken und Buke zu untersuchen. Das könne allerdings einige Tage in Anspruch nehmen, hieß es von Enercon. Nicht äußern wollten sich Enercon und die Betreiberfirma „Buker Windkraft" zur Meldung von Radio Hochstift, dass es im vergangenen Jahr Risse an der Anlage entdeckt und geschweißt worden seien. Zu diesen „öffentlichen Spekulationen werden wir uns wegen der jetzt angelaufenen Untersuchungen nicht äußern", heißt es in einer Pressemitteilung. Auf Nachfrage der NW bestätigte Pressesprecher Daniel Saage aber, dass es 2015 Wartungsarbeiten an der „Dicke Bertha" genannten Anlage gegeben habe. Diese finden nach Angaben von Enercon regelmäßig statt, ebenso gebe es regelmäßige TÜV-Prüfungen. Jetzt müssen allerdings die Untersuchungen der Experten abgewartet werden. Das Windrad vom Typ E66 war ein Prototyp, der seit November 1996 installiert war. Er sollte eigentlich Anfang April abgebaut werden. Weitere Prototypen haben die „Buker Windkraft" und die weitern Betreiberfirmen im Kreis Paderborn, bei denen Geschäftsführer Johannes Lackmann beteiligt ist, nach eigenen Angaben nicht aufgestellt. Der erste Prototyp der E66 wurde laut Enercon im Dezember 1995 auf dem Werksgelände in Aurich errichtet. Er sei bis heute ohne Einschränkung in Betrieb, so Pressesprecher Felix Rehwald. Die „Buker Windkraft" will den Standort an der B64 noch in diesem Jahr „repowern", also eine leistungsstärkere Anlage aufbauen. Die Genehmigung dafür liege bereits vor. Das Maschinenhaus samt Rotor war am Dienstagnachmittag aus gut 70 Metern Höhe zu Boden gestürzt. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, der Ausfallschaden der jährlich 2,7 Millionen Kilowattstunden liefernden Anlage liegt bei gut 150.000 Euro.

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