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Artisten bei der Arbeit unter der Zirkuskuppel. - © Mike-Dennis Müller
Artisten bei der Arbeit unter der Zirkuskuppel. | © Mike-Dennis Müller

Bielefeld Traditionszirkus Krone schafft Sprung in die Moderne

Im Programm „Mandana“ setzt sich nicht zuletzt die Direktorin vor knapp 2.000 Zuschauern ein kleines Denkmal.

28.06.2019 | Stand 28.06.2019, 10:49 Uhr |

Bielefeld. Die Pferdeprinzessin Mandana liebt den Löwen-Prinzen – das ist die große, romantische Geschichte, um die es im neuen Programm des „Circus Krone" geht. Und sie ist vielleicht gar nicht so weit weg von der wahren Geschichten der beiden Nachfahren bekannter Zirkusfamilien, die am Ende zueinander gefunden haben. Dass das Zirkusleben beileibe nicht nur der Glanz im Scheinwerferlicht ist, nicht nur der große Auftritt, sondern auch geprägt ist von harter Arbeit und dem Kampf, in der heutigen Zeit noch genug Zuschauer in das Zelt zu locken – geschenkt. Den beiden Dresseuren und ihren hochkarätigen Artisten gelingt es jedenfalls, den  Alltag aus den Köpfen der Zuschauer zu zaubern. Vielmehr als in vergangenen Programmen versucht Krone in „Mandana" eine runde Geschichte zu erzählen, die all die einzelnen Nummern in der Manege harmonisch vereint. Man merkt durchaus, dass moderne Zirkuskonzepte wie das des „Cirque du Soleil" die Macher doch zumindest inspiriert zu haben scheinen. Comedian statt Pausen-Clown Für die Kreation dieser Geschichte wurde der in Artistenkreisen bekannte Regisseur Bence Vági verpflichtet. Er ersetzt etwa den klassischen Zirkusclown durch den „Hofnarr" Steve Eleky. Der Comedian sorgt zwischen fauchenden Raubkatzen und schnellen Pferdenummern, zwischen Hochseilakten und atemberaubenden Trampolinsprüngen für Momente des Durchatmens und ausgelassenen Lachens. Immerhin in bunten Kostümen sorgt zudem das Trio Without Socks für ein wenig Klamauk. Alles andere als Klamauk sind aber tatsächlich die Tierdressuren. Hier geht es nicht darum, die Löwen zu veralbern. Martin Lacey jr. stellt in der Manege unter Beweis, wie gut er seine Raubkatzen alle unter Kontrolle hat. Und lässt man alle Vorbehalten gegen Wildtiere im Zirkus einmal beiseite, dann muss man ihm durchaus Respekt zollen. Denn nicht immer geht alles gut. Dass es echte Raubtiere sind, denen er sich aus nächster Nähe stellt, musste er in der Vergangenheit schon selbst schmerzhaft erfahren. Von einer dieser Erfahrungen zeugen bis heute Narben in seinem Gesicht, heute größtenteils überwachsen von seinem Bart. Deshalb aber auf die Dressur zur verzichten, wäre für ihnen keine Option. Weitere Vorstellungen bis 1. Juli sind werktags 16 und 20 Uhr; Sonn-/Feiertage 14 Uhr Uhr und 18 Uhr sowie Montag, 1. Juli, nur 16 Uhr. Karten gibt es auch bei der NW.

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