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Löwen - fester Bestandteil des Zirkus. - © Circus Krone
Löwen - fester Bestandteil des Zirkus. | © Circus Krone

Bielefeld Starkes Plädoyer für Wildtiere im Zirkus an Bielefelds Oberbürgermeister

Immer wieder gibt es Protest gegen Wildtiere im Zirkus, so auch etzt wieder beim Gastspiel von Cirus Krone in Bielefeld. Abermals wehrt sich ein Aktionsbündnis gegen die "Tierschützer" und wirft ihnen reihenweise falsche Behauptungen vor

Ansgar Mönter
23.06.2019 | Stand 23.06.2019, 14:14 Uhr

Bielefeld. Das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus" hat jetzt ein Plädoyer für sein Anliegen an Bielefeld Oberbürgermeister Pit Clausen geschickt. Das Bündnis ist nach eigenen Angaben ein ehrenamtlicher Zusammenschluss biologisch interessierter Zirkusliebhaber. "Unser Ziel ist der Erhalt des Kulturguts Zirkus mit Tieren unter Maßgabe bester Tierhaltungsstandards", heißt es in dem Brief. Das Aktionsbündnis nimmt eine Oppositionshaltung gegen "zum Teil hochumstrittene" Tierschutzorganisationen ein und verteidigt das Gastspiel des Circus Krone in Bielefeld. Seine Argumente: Keine Tierquälerei "Tierrechtler/-schützer behaupten, Circus Krone quäle seine Tiere. Diese Behauptung ist falsch. Die Tiere des Zirkus Krone werden nicht gequält. Folglich lassen sie auch keine Verhaltensstörungen oder andere Symptome erkennen, die auf ein Leiden hinweisen. In seltenen Fällen kann man bei den Tieren des Circus Krone repetitive, gleichförmige, sich wiederholende Bewegungen beobachten. Repetitive Bewegungen dieser Art deuten nicht auf ein Leiden hin, sondern haben harmlose Ursachen, wie ungeduldiges Warten auf angenehme Ereignisse, vor allem auf die Fütterung, die Körperpflege oder das Training. Videos, die die Tierrechtler zum "Beweis" für ihre Anschuldigungen einsetzen, sind häufig stark bearbeitet, umfassen immer nur minimale Zeitspannen und zeigen nichts anderes als die zuerst beschriebene, harmlose Variante." Die Tiere fühlen sich wohl "Wer den rollenden Zoo des Circus Krone besucht, findet ganz andere Verhältnisse vor, als uns die Tierrechtler glauben machen wollen. So kann man bei den Tieren des Circus Krone jeder Zeit zahlreiche Anzeichen des Wohlbefindens beobachten. Auch das harmonische Miteinander zwischen Mensch und Tier wird immer wieder sichtbar. Die Frage, ob Wildtiere im Zirkus leiden, ist wissenschaftlich längst geklärt. Fast alle Wissenschaftler, die sich vor Ort mit Zirkustieren beschäftigt haben, sind zu dem Schluss gekommen, dass eine verhaltensgerechte Unterbringung von Wildtieren in einem reisenden Zirkus sehr wohl möglich ist und in modernen, verantwortungsvollen Unternehmen auch praktiziert wird. Es gibt es im Zirkus keine systemimmanente Tierquälerei von Wildtieren." Rechtlich eindeutige Lage "Die Haltung von Wildtieren im Zirkus wird durch das Tierschutzgesetz und die Zirkus-Leitlinien auf Bundesebene geregelt. Kommunale Wildtierverbote stehen zu den Regelungen des Bundes im Widerspruch und sind deshalb äußerst fragwürdig. Dieser Sachverhalt spiegelt sich sehr deutlich auch in der Rechtsprechung wieder. In erster Instanz haben die Verwaltungsgerichte Darmstadt, Chemnitz, Hannover, Schwerin und Ansbach kommunale Wildtierverbote für rechtswidrig erklärt, und zwar mit der Begründung, dass diese Verbote den Kompetenzbereich der Kommunen übersteigen und einen unzulässigen Eingriff in die Berufsfreiheit darstellen. Die Oberverwaltungsgerichte in Lüneburg und Greifswald haben diese Auffassung kürzlich in höherer Instanz bestätigt. Die Entscheidungen sind nicht anfechtbar, und auf Grund ihrer Einzelfall übergreifenden Begründung ist davon auszugehen, dass sie Präzedenzfälle darstellen werden. Dem gegenüber steht lediglich ein einziges erstinstanzliches Urteil, das ein Wildtierverbot in Erding bestätigt hatte. Die Rechtsprechung ist also mehrheitlich eindeutig gegen kommunale Wildtierverbote gerichtet." Keine Gefahr für die Öffentlichkeit "Da die bisherige Strategie keinen Erfolg hatte, empfehlen Tierrechtler/-schützer den Kommunen nun,nicht mit dem Tierschutz, sondern mit der Gefahrenabwehr zu argumentieren. Dies ist offenkundig der Versuch, die oben beschriebene Rechtslage auszuhebeln. Derartige Ratschläge stellen aus unserer Sicht eine unerträgliche Aufforderung zum Umgehen gerichtlicher Beschlüsse dar. Abgesehen davon, dass die Begründung offensichtlich vorgeschoben ist, hält sie auch einer inhaltlichen Prüfung nicht stand. Von einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch die Wildtierhaltung im Zirkus kann keine Rede sein. Großwildtiere wie Elefanten, Nashörner oder Flusspferde, die von einem Wildtierverbot im Zirkus betroffen wären, sind mangels relevanter Vorkommnisse etwa in keinem einzigen deutschen Bundesland auf den Listen gefährlicher Tierarten geführt. Die Unfallzahlen durch Wildtierhaltung werden bei weitem dominiert durch die Reptilienhaltung in Privathaushalten. Unfälle mit Zirkustieren spielen praktisch keine Rolle. Hier wird versucht ein Problem zu konstruieren, das nachweislich keines ist." Ausgeprägte Mensch-Tier-Beziehung "Garant für eine sichere Haltung, auch von Wildtieren, im Zirkus, ist neben hohen Sicherheitsstandards besonders eine ausgeprägte Mensch-Tier-Beziehung. Tierlehrer sind Fachleute, die ihre Tiere von klein auf kennen. Ein intensives Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier ist die Grundlage für jede Dressur. Deshalb ist es nicht überraschend, dass gefährliche Zwischenfälle im Wesentlichen bei privaten Haustierhaltern auftreten, nicht aber im professionellen Tierhaltungsbetrieb Zirkus. Tierrechtler/ -schützer behaupten, dass es bei der Hälfte aller amtstierärztlichen Kontrollen in deutschen Zirkusbetrieben zu Beanstandungen komme. Diese Behauptung ist falsch. Auf der Grundlage bundeseinheitlicher Regelungen finden in jedem Gastspielort Kontrollen durch die Veterinärämter statt. Als Hilfsmittel dienen dabei die Tierbestandsbücher der Tierhalter und das Zirkuszentralregister, ein Online-Verzeichnis. Die Quellen, auf die sich die Tierrechtler/ -schützer bei ihrer Behauptung stützen, gehen ganz offensichtlich nur von den Einträgen im Zirkuszentralregister aus. Dieses Register soll dazu dienen, Änderungen im Tierbestand und ggf. auftretende Beanstandungen zentral zu dokumentieren. Aus diesem Grund sieht der Verordnungstext vor, dass Informationen lediglich eingetragen werden, „soweit diese der erteilenden Behörde nicht vorliegen oder der Aktualisierung bedürfen". Positiv verlaufende Kontrollen, wie sie bei vorbildlich geführten Zirkusbetrieben die Regel sind, werden in den meisten Fällen nicht im Register erfasst. Das Register ist also ein effektives Überwachungsinstrument, lässt aber keine Rückschlüsse auf die Gesamtzahl der Kontrollen zu." Keine "gravierenden Missstände" "Tierrechtler/ -schützer behaupten, Veterinärämter und Gutachter hätten in den vergangenen Jahren wiederholt „gravierende Missstände" bei der Tierhaltung im Circus Krone festgestellt. Diese Behauptung ist falsch. In der 114 Jahre langen Geschichte des Circus Krone gab es nur einmal ein Bußgeldverfahren – wegen zwei kleinen Unregelmäßigkeiten in der Tierhaltung, die bei einem Kontrollgang im Jahre 2006 festgestellt wurden. Ansonsten wurde dem Circus Krone in den letzten Jahren von den kontrollierenden Amtstierärzten unzählige Male eine einwandfreie Tierhaltung attestiert, wie man in den Tierbestandsbüchern des Unternehmens nachlesen kann." Fazit Fazit, sei, so Dirk Candidus und Daniel Burow vom Aktionsbündnis, dass die Organisation "PETA" keinen seiner Vorwürfe gegenüber Circus Krone bisher belegen konnte. "Wir bitten Sie deshalb darum, Gastspiele von traditionellen Zirkussen mit Wildtieren, auch weiterhin auf den öffentlichen Flächen Ihrer Stadt zu genehmigen", schließen sie den Brief an den Oberbürgermeister.

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