0
Ben Zolinski und Sebastian Vasiliadis sind wichtige SCP-Spieler geworden. - © Jochem Schulze
Ben Zolinski und Sebastian Vasiliadis sind wichtige SCP-Spieler geworden. | © Jochem Schulze

Allesfahrer-Blog Der SC Paderborn vor der Bundesliga-Saison: Vorne hui, hinten (noch) pfui

Beim Testspiel gegen Athletic Bilbao wurde deutlich, wie die Marschroute des SCP in der Bundesliga aussehen wird.

Andrea Sahlmen
30.07.2019 | Stand 29.07.2019, 17:44 Uhr

Paderborn. Der erste Teil der Saison-Vorbereitung ist vorbei, der erste Härtetest absolviert. Nach dem 3:3 im Testspiel gegen Athletic Bilbao weiß man gut drei Wochen vor dem Start der Bundesliga-Saison ein bisschen mehr, wohin die Reise des SCP gehen könnte. Denn eins wurde bei den sommerlichen Temperaturen in Gütersloh deutlich: Vorne bleibt der SCP top, hinten ist er momentan noch eher flop. Mit Michel, Pröger und Gueye fehlten am Samstag einige Offensivkräfte, die in der Vergangenheit ein Erfolgsgarant für den SCP gewesen sind. Doch das Fehlen dieser Jungs machte das Spiel nach vorne nicht schlechter. Im Gegenteil: Andere Akteure konnten zeigen, dass sie in der kommenden Bundesliga-Saison unbedingt auf dem Platz stehen wollen. Vasiliadis ist die wichtige Schaltzentrale Einer davon ist Ben Zolinski, der zuletzt mit einigen Toren in den Vorbereitungsspielen auf sich aufmerksam machte. Während der 27-Jährige in der vergangenen Saison häufiger nur auf der Bank Platz nehmen musste, könnte er nun ein Kandidat für die Startelf sein. Gleiches gilt für "Jimmy" Antwi-Adjei, den die Spanier vor allem in der zweiten Hälfte nicht in den Griff kriegten. Wichtigster Mann in der Schaltzentrale dürfte nach dem Verkauf von Philipp Klement nun Sebastian Vasiliadis werden. Mit seiner Ruhe am Ball und dem intelligenten Spielaufbau wird er inmitten der so jungen Mannschaft ein bedeutender Posten beim SCP werden. Es bleibt zu hoffen, dass diese Leistungsträger nicht doch noch auf den Zetteln anderer Bundesligisten stehen und ein Angebot für sie abgegeben wird. Denn das jetzige Mannschaftsgefüge ist ein Gerüst, das für den Erfolg in der Bundesliga enorm wichtig ist. Weitere Verluste wären äußerst schmerzhaft und bedeuten einen Qualitätsverlust, der nur schwer aufzufangen wäre. Huth mit glücklosem Auftritt Denn schon jetzt sorgen Verletzungen einiger Aufstiegshelden für eine dünne Personaldecke. Wie gut der neue Torhüter Jannik Huth den Aufstiegstorwart Leo Zingerle in den ersten Spielen vertreten kann, bleibt fraglich. Nach seiner Kampfansage, die neue Nummer 1 werden zu wollen, war die Vorstellung im Testspiel eher durchwachsen. Solche Fehler wie beim zweiten Treffer von Bilbao darf er sich in der Bundesliga nicht leisten. Dennoch lag seine Verunsicherung in der zweiten Halbzeit sicherlich auch an den beiden unerfahrenen Innenverteidigern. Mit der langwierigen Verletzung von Sebastian Schonlau sollte man vielleicht auf der Position noch einmal nachlegen und einen erfahrenen Mann holen. Denn nur mit Christian Strohdiek und Uwe Hünemeier in die Saison zu gehen, dürfte ein gewisses Risiko beinhalten. Grundsätzlich hat die Vorstellung aber Mut gemacht. Denn die Jungs sind schnell, technisch gut und haben einen bärenstarken Willen. Das macht sie unberechenbar, auch für die Gegner in der 1. Liga. Und deshalb können wir uns alle auf den 17. August freuen. Dann startet der SC Paderborn gegen Bayer Leverkusen in das zweite Abenteuer Bundesliga. Vielleicht ist die Mannschaft bis dahin vorne und hinten hui und nicht mehr pfui.

realisiert durch evolver group