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SCP-Routinier Uwe Hünemeier, der in dieser Szene das Kopfballduell gegen KSC-Akteur Philipp Hofmann gewinnt, sah kurz nach der Pause die Rote Karte. - © Besim Mazhiqi
SCP-Routinier Uwe Hünemeier, der in dieser Szene das Kopfballduell gegen KSC-Akteur Philipp Hofmann gewinnt, sah kurz nach der Pause die Rote Karte. | © Besim Mazhiqi

SC Paderborn SC Paderborn erkämpft sich gegen den KSC ein 2:2 in Unterzahl

Der SCP spielt nach der Roten Karte für Abwehrchef Hünemeier eine Halbzeit lang in Unterzahl, macht aber dennoch einen Rückstand wett und verteidigt damit Platz acht.

Kevin Bublitz
10.04.2022 | Stand 10.04.2022, 17:24 Uhr |
Frank Beineke

Paderborn. Der so lang ersehnte dritte Heimsieg der Saison sollte zwar auch am Sonntag nicht gelingen. Doch mit der Leistung, die der SC Paderborn beim 2:2 (1:1) gegen den Karlsruher SC gezeigt hatte, konnten die SCP-Fans zufrieden sein. Nach einer Roten Karte für Abwehrchef Uwe Hünemeier hatten die Hausherren vor den 9.652 Zuschauern in der Benteler-Arena fast eine Halbzeit lang in Unterzahl gespielt und einen 1:2-Rückstand wettgemacht.

SCP-Coach Lukas Kwasniok hielt sich an die Devise "Never change a winning team" und ließ jene elf Spieler von Beginn an ran, die zuletzt einen 2:1-Erfolg beim HSV eingefahren hatten. Statt in einem defensiven 5-2-2-1- agierten diese allerdings in einem deutlich offensiver ausgerichteten 3-4-3-System.

Und während der SCP in Hamburg vornehmlich mit der Arbeit gegen den Ball beschäftigt war, sollten die Hausherren gegen den KSC das Leder vor der Pause vorzugsweise in den eigenen Reihen laufen lassen. Das sah auch ganz ansprechend aus, doch so richtig gefährlich wurde es vor dem KSC-Gehäuse in der ersten halben Stunde nur selten.

Klements Traumpass führt zum 1:0

Eine Ausnahme gab es in der zwölften Minute. Da nämlich schlug der gut aufgelegte Jamilu Collins einen scharfen Flachpass in die Mitte, wo der nicht minder agile Kai Pröger nur haarscharf am Leder vorbei rutschte.

Ansonsten aber machten die Gäste die Räume eng. Der KSC ging aggressiv zu Werke und legte immer wieder geschickt den Vorwärtsgang ein. Schon nach vier Minuten verbuchte Torjäger Philipp Hofmann die ersten Chance für die Badener, die dann nach 20 Minuten eine noch größere Gelegenheit zur Führung ausließen. Der KSC war bei einem Konter plötzlich in Überzahl, doch Marc Lorenz traf eine falsche Entscheidung. Der Karlsruher Flügelstürmer zog ab, statt die besagte Überzahl zu nutzen. SCP-Keeper Jannik Huth parierte.

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Die Paderborner suchten unterdessen die Lücken im Abwehrverbund der Gäste. Und Philipp Klement sollte in der 30. Minute eine solche Lücke finden. Der SCP-Stratege spielte den tödlichen Pass auf Pröger, der noch KSC-Verteidiger Christoph Kobald umkurvte und gekonnt zum 1:0 abschloss.

Hünemeier sieht die Rote Karte

Die Führung währte aber nicht lange. In der 36. Minute kam Benjamin Goller nach einem Missverständnis zwischen Jannik Huth und Uwe Hünemeier ans Spielgerät. Der KSC-Akteur passte auf seinen Teamkollegen Marvin Wanitzek, der den Ball aus zwölf Metern zum 1:1 unter die Latte drosch. Es war das neunte Saisontor des Karlsruher Scharfschützen. Und mit diesem letztlich gerechten Zwischenstand ging es dann auch in die Kabinen.

Die zweite Hälfte sollte für den SCP denkbar schlecht beginnen. Uwe Hünemeier verpatzte an der Mittellinie eine Ballannahme und traf beim Versuch, seinen Fehler auszubügen, den Karlsruher Goller mit offener Sohle am Schienbein. Und Schiedsrichter Christof Günsch zückte die Rote Karte (47.).

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Dies hätte der Referee aus Marburg durchaus auch in der 50. Minute tun können, als Lorenz sich ein übles Foul an Pröger leistete. Doch der Karlsruher sah ebenso Gelb wie SCP-Kapitän Ron Schallenberg, der zu vehement einen Platzverweis gefordert hatte.

Platzverweis verändert Statik des Spiels

Der SCP stellte auf eine Viererkette mit Schuster, Ananou, van der Werff und Collins um. Und Ananou hatte fortan die undankbare Aufgabe, den Sturmhünen Hofmann zu verteidigen. Allerdings nur bis zur 63. Minute, denn dann kam Innenverteidiger Marcel Correia für Marco Schuster ins Spiel. Zudem musste Dennis Srbeny seinen Platz für Julian Justvan räumen.

Hünemeiers Rote Karte veränderte unterdessen wenig überraschend die Statik des Spiels. Nun hatte der KSC mehr Ballbesitz. Die Paderborner lauerten auf Konter, mussten aber in der 70. Minute den nächsten Nackenschlag einstecken. Hofmann hatte aus fünf Metern nach einer Flanke von Philip Heise unbedrängt aufs Tor geköpft, Huth schien den Ball mit einem starken Reflex so gerade noch von der Linie gekratzt zu haben. Der Schiedrichter ließ jedenfalls zunächst weiterspielen.

Doch es blieb die Frage, ob das Leder nicht doch im vollen Umfang die Torlinie überschritten hatte. Da es in der 2. Bundesliga keine Torlinientechnik gibt, musste der Video-Assistant-Referee ran. Dieser entschied zurecht auf Tor. Der SCP lag folglich mit 1:2 hinten, steckte aber nicht auf. So hätte es nach 80 Minuten auch 2:2 stehen können. Justvan lupfte das Leder geschickt in den Sechzehner. Dort probierte es Schallenberg mit einer Direktabnahme, die aber übers Tor ging.

Thalhammer sorgt fürs Happy End

SCP-Coach Kwasniok ging volles Risiko und brachte Edeljoker Kemal Ademi für Ananou. Und dann stand es dank eines sehenswerten Konters tatsächlich 2:2. Marcel Mehlem schickte Pröger auf die Reise. Dieser vernatzte Kobald, behielt die Übersicht und passte in die Mitte, wo der eingewechselte Maximilian Thalhammer zum umjubelten Ausgleich vollstreckte.

In der 89. Minute aber mussten die SCP-Fans ganz tief durchatmen. Zunächst parierte Huth gegen KSC-Joker Fabian Schleusener. Dann verhinderte Collins beim Nachschuss von Hofmann das 2:3. Und zu guter Letzt scheiterte abermal Schleusener per Kopf.

Hektisch wurde es auch noch einmal in der Nachspielzeit, als KSC-Kapitän Jerome Gondorf mit einem taktischen Foul gegen Marcel Mehlem eine Gelb-Orgie gegen die Paderborner Bank auslöste. Anschließend war Feierabend. Und die SCP-Kicker ernteten von ihren Fans verdienten Applaus.

Das Schiedsrichter-Gespann wurde dagegen mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet. Paderborn verteidigte mit dem Remis den achten Tabellenplatz und gastiert nun am Ostersonntag beim FC Ingolstadt. Dann soll der neunte Auswärtssieg der Saison her.

Das Spiel zum Nachlesen:

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