0
Bedröppelte Gesichter: Die SCP-Akteure (vorne v. l.) Uwe Hünemeier, Jamilu Collins, Mohamed Dräger, Luca Kilian und Christopher Antwi-Adjei. - © Wilfried Hiegemann
Bedröppelte Gesichter: Die SCP-Akteure (vorne v. l.) Uwe Hünemeier, Jamilu Collins, Mohamed Dräger, Luca Kilian und Christopher Antwi-Adjei. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Kommentar: Der Misserfolg des SC Paderborn ist kein Pech

Die Negativserie scheint sich so langsam in den Köpfen der SCP-Spieler festzusetzen

Frank Beineke
07.10.2019 | Stand 06.10.2019, 17:14 Uhr

Erfolg ist kein Glück. So lautet bekanntlich das Mantra von SCP-Trainer Steffen Baumgart. Nach den ersten sieben Bundesliga-Saisonspielen des SC Paderborn lässt sich aber auch konstatieren: Misserfolg ist kein Pech. Denn wenngleich der Aufsteiger vier Partien nur mit einem Tor Unterschied verlor, so ist die magere Zwischenbilanz von nur einem Punkt nicht auf das fehlende Fortune zurückzuführen. Dem SCP mangelt es vielmehr zumindest derzeit am entscheidenden Quäntchen Konsequenz und Qualität, um Spiele gewinnen zu können. Die eigene Fehlerquote ist zu hoch. Und die Patzer, die sich die Gegner leisten, werden fast nie bestraft. So boten auch die Mainzer am Samstag eigentlich genügend Angriffsflächen. Doch bei allem Einsatzwillen, den die SCP-Akteure auch in dieser Spielzeit in bewundernswerter Kontinuität zeigen, schien nach der Pause die allerletzte Überzeugung zu fehlen, das Spiel drehen zu können. Und so stand am Ende eine 1:2-Heimpleite gegen den FSV Mainz 05 zu Buche. Der Trainer steht vor einer Herkulesaufgabe Wie wichtig der psychologische Faktor beim Fußball ist, weiß insbesondere der SCP aus eigener Erfahrung. Die vergangenen sechs Jahre lassen grüßen. Euphorie kann Berge versetzen und mangelnde Qualität kompensieren. Die Angst, Fehler zu machen, lähmt dagegen die Stärken. Und es ist extrem schwer, einer Negativspirale zu entkommen. Auch dies musste der Verein bereits äußerst schmerzlich erfahren. Zudem lebt gerade der SCP vom Glauben an die eigene Spielidee. Diesen Glauben haben die Paderborner noch nicht verloren. Gegen Mainz war aber zu spüren, dass sich die Negativserie so langsam in den Köpfen festsetzt. Davon künden die zahlreichen Patzer im Aufbauspiel. Steffen Baumgart steht vor einer Herkulesaufgabe. In den nächsten beiden Spielen beim 1. FC Köln (Sonntag, 20. Oktober) und gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 26. Oktober) müssen Lösungen her. Sonst könnte der Erstliga-Klassenerhalt frühzeitig in sehr weite Ferne geraten.

realisiert durch evolver group