Bielefeld. Das erste Derby zwischen Arminia Bielefeld und Preußen Münster in der 2. Liga seit 40 Jahren endete mit einer Niederlage der Schwarz-weiß-blauen. Zwei ganz unglückliche Aktionen des DSC sorgten dafür, dass die Münsteraner die Schüco-Arena als Sieger verließen.
Zwei Änderungen nahm Mitch Kniat an seinem Kader im Vergleich zum Nürnberg-Spiel vor. Tim Handwerker saß etwas überraschend auf der Bank, genau wie Noah Sarenren Bazee. Dafür kehrte Stefano Russo nach der überstandenen Innenbandverletzung und auskurierter Grippe in die Startelf zurück. Mit ihm durfte auch Vize-Kapitän Christopher Lannert wieder ab Minute eins auflaufen. Auf der Bank nahm Marvin Mehlem Platz, der zuletzt auch krank gewesen war.
Taktisch sortierte sich der DSC in einer Dreierkette mit Schneider, Großer und Felix hinter einem Mittelfeld mit Lannert rechts und Boakye links. Russo und Corboz spielten zentral vor der Kette. Marius Wörl hing mittig etwas hinter den Spitzen Momuluh und Grodowski.
Elfmeter zündet das Derby an
Nach fünf Minuten brannte bereits die erste Kerze auf dem Derby-Adventskranz – oder wahlweise auf Joel Grodowskis Geburtstagstorte. Der Ex-Münsteraner hatte an seinem 28. Geburtstag per Elfmeter zum 1:0 für den DSC getroffen. Um das Feuer zu entfachen, brauchte es allerdings Zündhilfe vom Videoassistenten. Nach einer Lannert-Ecke war Mael Corboz von Preußen-Keeper Morten Behrends zu spät angegangen worden. Erst nach Überprüfung aus dem Kölner Keller gab es den Strafstoß und „Jonny“ verwandelte vor der Münsteraner Kurve eiskalt am rechten Pfosten zur Führung.
So richtig im wahrsten Wortsinne brannte es dann erstmals nach den 12 Minuten, in denen die Fans eigentlich aus Protest gegen geplante Verschärfungen der Stadionregeln schweigen wollten. In Münsters Block loderten zahlreiche Bengalos auf und Raketen flogen. Auch „die Süd“ zündelte. Die Partie wurde einige Minuten unterbrochen.
Nächster Aufreger war ein Schubser von Münsters Jannis Heuer, der Grodowski mit Wucht in die Preußen-Ersatzspieler beförderte. Der Bielefelder schlug hart auf, konnte aber weiterspielen. Eine Karte zückte Schiedsrichter Marc Philip Eckermann nicht. Die Alm war da längst schon auf Betriebstemperatur.
Nickeligkeiten und ein dickes Geschenk
Einige Nickeligkeiten später, die abgedroschene Phrase lässt sich nicht vermeiden, verteilte der DSC aus dem Nichts ein dickes Geschenk – allerdings nicht für sein Geburtstagskind auf dem Platz. Bei einem langen Rückpass von Wörl leisteten sich Schneider und Großer ein katastrophales Missverständnis. Keiner ging zum Ball. Oliver Batista Meier schnappte sich die Kugel, umkurvte Jonas Kersken und schob zum Ausgleich ein (32.).
Münster machte sich jetzt gefährlich. Kersken rettete im Gewühl nach einer Ecke in höchster Not (36.). Eine Minute später hätte Corboz mit einer Volley-Abnahme nach schöner Wörl-Flanke erneut auf Führung stellen können. Sein Geschoss verfehlte das Münsteraner Gehäuse allerdings. In der Nachspielzeit verpasste Felix einen scharfen Wörl-Freistoß von links nur um Haaresbreite mit dem Kopf.
Für Grodowski, der viel gerannt war, aber auch ordentlich einstecken musste, war in der Pause Schluss. Sarenren Bazee ersetzte den Publikumsliebling. 26.750 Fans in der ausverkauften Schüco-Arena sahen nach Wiederanpfiff, wie die Arminia versuchte, sich im Preußen-Strafraum einzunisten. Momuluh holte in der 57. aus der Drehung eine Ecke raus.
Kersken rettet zweimal in Folge
Münsters erstes Geschoss kam von Batista Meier. Kersken lenkte per Glanzparade den strammen Schuss aus 17 Metern in der 65. zur Ecke. Zwei Minuten später schaufelte der DSC-Schlussmann per Blitzreflex einen Lokotsch-Kopfball aus kurzer Entfernung raus. Großer hatte sich bei der Hereingabe verschätzt.
Kniat setzte mit seinem nächsten Wechsel noch einmal ein Zeichen in Richtung Offensive. Er brachte Isaiah Young für Wörl (75.). Der Neue wirbelte in der 82. in den Strafraum und ermöglichte Corboz, unter Mitarbeit von Momuluh, den nächsten Schuss, der aber am Torwinkel vorbei zischte.
Nadelstiche hatten beide Teams in der zweiten Halbzeit verteilt, doch Münster stach noch einmal richtig zu. In der 89. Spielminute parierte Kersken zunächst eine Hereingabe von rechts, doch Lokotsch setzte nach und Schneider drückte den Ball beim Rettungsversuch ins eigene Tor. Kurz danach war Schluss.