0
Einige heimische Unternehmen helfen mit großzügigen Sachspenden. Melitta etwa produziert nun Atemschutzmasken. - © Melitta
Einige heimische Unternehmen helfen mit großzügigen Sachspenden. Melitta etwa produziert nun Atemschutzmasken. | © Melitta

Wirtschaft So helfen Unternehmen aus OWL in der Corona-Krise

Viele heimische Konzerne unterstützen die Behörden vor Ort im Kampf gegen das Virus. Zum Teil wird dafür die Produktion umgestellt.

Sebastian Beeg
16.04.2020 | Stand 16.04.2020, 09:05 Uhr

Bielefeld. Die Summe ist beachtlich. Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar will Twitter-Chef Jack Dorsey stiften – unter anderem für den Kampf gegen die Corona-Pandemie. In der vergangenen Woche kündigte der 43-Jährige per Tweet an, 28 Prozent seines Privatvermögens in einen entsprechenden Fonds zu stecken. Auch andere Prominente engagieren sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus‘.

Auch in Ostwestfalen-Lippe spenden Unternehmen fleißig, um in der Corona-Krise zu helfen. Und das auf ganz unterschiedliche Weise. Zumeist handelt es sich bei den Spenden um Schutzmaterial. So spendete Bertelsmann etwa bereits Ende März den beiden Gütersloher Krankenhäusern 5.000 Atemschutzmasken. „Wir wollen damit an unserem Stammsitz schnelle Nachbarschaftshilfe leisten und diejenigen unterstützen, auf die wir alle derzeit am meisten angewiesen sind und denen unser höchster Respekt gebührt: die Ärztinnen und Ärzte, die Krankenschwestern und -pfleger", sagt Bertelsmann-Personalvorstand Immanuel Hermreck. Bereits zuvor versorgte das Unternehmen gezielt eigene Firmen und Standorte mit Atemschutzmasken.

Schuhhersteller stellt Produktion um

Einige heimische Unternehmen helfen mit großzügigen Sachspenden. Etwa von Atemschutzmasken. (Symbolfoto) - © Pixabay
Einige heimische Unternehmen helfen mit großzügigen Sachspenden. Etwa von Atemschutzmasken. (Symbolfoto) | © Pixabay

Jüngst erhielt der Kreis Lippe eine ähnliche Spende des Blomberger Unternehmens Phoenix Contact. Der Bevölkerungsschutz des Kreises nahm insgesamt 60.000 chirurgische Schutzmasken, 10.000 Einmalhandschuhe und 1.000 FFP2-Masken von dem Marktführer für Komponenten, Systeme und Lösungen im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Automation entgegen.

Der Schuhhersteller Wortmann aus Detmold stellt in seinem Schuhmusterwerk Caprice in Pirmasens Mund- und Nasenbedeckungen her, die kostenlos an Pflegeeinrichtungen verteilt werden sollen. Wortmann produziert an weiteren internationalen Produktionsstätten Mund-Nasen-Masken. Diese, so der persönlich haftende Gesellschafter und CEO der Wortmann Gruppe, Jens Beining, sollen dort zur Verfügung gestellt werden, wo sie einen gesellschaftlichen Nutzen bringen.

Der Mindener Konzern Melitta kündigte an, Teile der Produktion für Kaffeefiltertüten umzustellen, um so Atemmasken industriell herzustellen. „Unser Unternehmen ist seit Jahrzehnten darauf spezialisiert, neben unseren weltweit bekannten Filtertüten auch andere Filtermaterialien wie beispielsweise Staubsaugerbeutel und andere industrielle Spezialpapiere wie Tapetenvliese, Vormaterialien für Luftfilter - auch für den medizinischen Sektor - zu entwickeln und zu produzieren", sagt Jero Bentz, Mitglied der Melitta-Unternehmensleitung. In der vergangenen Woche produzierte das Mindener Unternehmen bereits eine Millionen Masken. Die Herstellung von FFP2- und FFP3-Masken befänden sich, laut einer Pressemitteilung, in der Entwicklung.

Lebensmittel für Bedürftige

Einen anderen Ansatz verfolgt hingegen der Bielefelder Nahrungsmittelproduzent Dr. Oetker, der vor allem die Tafeln in Deutschland mit Nahrungsmitteln versorgt. „Da die Tafeln aber aktuell wenig Lebensmittel erhalten, die sie weitergeben können, stellen wir ihnen kontinuierlich Lebensmittel zur Verfügung", sagt Unternehmenssprecher Thierry Krauser. Gleichzeitig unterstütze das Unternehmen SOS-Kinderdörfer in Deutschland.

Die Bielefelder Mineralquellen Wüllner wollen mit einer Spendenaktion die regionale Gastronomie unterstützen. Seit Anfang April fließt ein Teil des Unternehmenserlöses in einen Spendenfonds. So sollen bis zu 25.000 Euro zusammenkommen, die dann in Kooperation mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband verteilt werden.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken

Newsletter abonnieren

Wirtschaft-OWL

Mächtige Familienunternehmen, kreative Start-ups, solides Handwerk – all das zeichnet Ostwestfalen-Lippe aus. Jeden Freitagmorgen neu versorgen wir Sie in unserem Wirtschaftsnewsletter mit den wichtigsten Informationen aus unserer starken Region. Damit Sie mitreden können.