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Mancher ging im Sommer dieses Jahres bei Hitze lieber außerhalb des Freibads auf Tauchstation. - © picture alliance / Bernd Thissen/dpa
Mancher ging im Sommer dieses Jahres bei Hitze lieber außerhalb des Freibads auf Tauchstation. | © picture alliance / Bernd Thissen/dpa

Sommer 2019 Überraschende Begründung für weniger Freibadbesucher: Zu wenig Sonne

Vielen wird der heiße Sommer 2019 in Erinnerung bleiben. Doch laut den Machern einer Umfrage hat er weniger Menschen ins Freibad gehen lassen.

19.09.2019 | Stand 19.09.2019, 06:57 Uhr

Essen (dpa). Trotz Rekord-Hitze sind die Besucherzahlen in deutschen Freibädern diesen Sommer um knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, wie die Gesellschaft für Badewesen ermittelt hat. Demnach kamen im Schnitt rund 50.000 Gäste in jedes Bad. Die Studienmacher haben eine überraschende Begründung für den Rückgang: Trotz vieler heißer Tage habe es in Summe zu wenig Sonne gegeben. So seien die letzten Monate „offenbar nicht ganz so „freibadfreundlich" wie der Sommer zuvor" gewesen, schreibt die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen in ihrem jetzt veröffentlichten Saison-Bericht. „Die Mitteltemperatur und die mittlere Sonnenscheindauer waren etwas niedriger als im Vorjahr." Schönen Perioden hätten Wochen mit „teilweise erheblichen Niederschlägen" entgegengestanden. Verluste bei den Besucherzahlen habe es vor allem im Norden und der Mitte Deutschlands gegeben. „Den geringsten Besucherrückgang verzeichnete Berlin." In Bielefeld verzeichneten die Bäder letztlich sogar noch einen Besucherrekord. Umfragezahlen klein, aber "signifikant" Der Geschäftsführer der Gesellschaft für Badewesen, Christian Ochsenbauer, zeigt sich trotz allem zufrieden mit dem Saisonverlauf: „Gemessen am Wetter ist es ein gutes Ergebnis und zeigt, wie wichtig die Freibäder sind." Für seine 17. Freibadbefragung hatte der Essener Dachverband - in dem unter anderem Badbetreiber sowie Vereine vertreten sind - online um Zahlen gebeten. 149 Freibäder machten mit. Auch wenn es nach Angaben des Verbands deutschlandweit 2.700 Freibäder gibt, seien die Umfragezahlen „signifikant", so Geschäftsführer Ochsenbauer. Wetterdienst: Drittheißester Sommer Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte in seiner vorläufigen Sommerbilanz betont: Der Sommer 2019 gelte mit einer Durchschnittstemperatur von 19,2 Grad nach 2003 mit 19,7 Grad und 2018 mit 19,3 Grad als drittheißester seit Beginn regelmäßiger Messungen im Jahr 1881. Der alte deutsche Temperatur-Spitzenwert von 40,3 Grad - gemessen im Jahr 2015 in Kitzingen bei Würzburg - sei in diesem Sommer gleich mehrmals übertroffen worden. Der Rekord liegt nun bei 42,6 Grad - gemessen im niedersächsischen Lingen. Dem DWD zufolge gab es auch Sonne satt: „Mit rund 755 Sonnenstunden übertraf der Sommer 2019 sein Soll um 25 Prozent und kletterte damit auf den vierten Platz seit Beginn von Messungen 1951." Klimaforschern zufolge, ist die steigende Häufigkeit von Hitzewellen nicht mehr normal.

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