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"Schwimmschlamm": Ein grüner Algenteppich breitet sich auf dem Padersee aus. - © Moritz Jülich
"Schwimmschlamm": Ein grüner Algenteppich breitet sich auf dem Padersee aus. | © Moritz Jülich

Paderborn Stadt bekämpft Algen im Padersee

Für die Paderborner Gewässer bedeutet der "Schwimmschlamm" nichts Gutes

Eva Mikolajczak
11.09.2019 | Stand 11.09.2019, 13:55 Uhr

Paderborn. Der Padersee färbt sich bisweilen grün und auch im Kolk im Riemeke Park sieht man nicht selten den sogenannten "Schwimmschlamm." Fast scheint es in Stillgewässern unvermeidlich, für eine gute Wasserqualität spricht es aber nicht. Verursacht werden die grünen Algen nämlich durch Vogelkot und sich zersetzende Brotresten. Wissenschaftlich zu erklären ist das Phänomen mit zu vielen Nährstoffen im Wasser. Toni Wiethaup, Sachgebietsleiter des Bereiches Umweltschutz und Grünflächen, bringt es auf den Punkt: "Es gibt eine zu hohe Anzahl von Wassergeflügel in diesen Gewässern." Weil zu viele Menschen die Enten, Gänse und Schwäne füttern, die sich auf Paderborns Seen tummeln, lassen sich zu viele nieder und tragen ihren Teil zu der Verschmutzung bei. Der Unrat der Wildtiere vermischt sich mit den Resten des Vogelfutters und beeinflusst so die chemische Zusammensetzung der Seen. "Wir nennen das Eutrophierung", so Wiethaup, der See verliere zunehmend notwendigen Sauerstoff, könne also für Wasserbewohner unbewohnbar werden. "Irgendwann kippt der See", beschreibt es der Ökologe. Das der Prozess in Gang sei erkenne man an dem grünen Algenschlamm, der an die Wasseroberfläche steige. Eine Folge des Klimas Begünstigt wird der Prozess durch warmes Klima. Schnell führen hohe Temperaturen zur Erwärmung des Padersees und besonders auch kleinerer Seen, wie dem Kolk im Riemeke Park. "Durch die Hitze heizen sich die Stillgeewässer auf. Das sind günstige Rahmenbedingungen", erklärt Wiethaup. Um dem zu begegnen, muss die Stadt die Seen im Blick behalten und, sobald nötig, von Algen befreien. "Wenn wir davon erfahren, fahren die Mitarbeiter raus und harken den See", so Wiethaup. Auf Besserung hofft er vor allem infolge der Paderseeumflut. Durch diese werden die zwischen Paderquellen und Padersee gelegenen Flussabschnitte sowie das Rothebachsystem mit der unteren Pader verbunden. So soll verhindert werden, dass der See "Sedimentenfalle" bleibt, also die Rückstände, die aus der Pader in den See einfließen, dort liegen bleiben. Die Wasserqualität solle so verbessert werden. Auch die Wanderung von Fischen soll begünstigt und das Leben der um das Gewässer lebenden Tiere positiv beeinflusst werden. Fertig gestellt ist die Paderseeumflut bereits. Ob diese auch den erwarteten Erfolg gebracht hat, soll ein Monitoring-Programm zeigen, dass die Stadt in Auftrag gegeben hat. Wiethaup betont aber, dass die Verantwortung der Bürger bleibt. "Die Paderseeumflut beseitigt nicht die Ursache", stellt er klar. Dass keine Wildvögel gefüttert werden, sei wegen der Folgen für die Seen unerlässlich.

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