Leben gefährlich: Wildgänse wechseln an den Fischteichen über die Straße. - © Martin Sundarp
Leben gefährlich: Wildgänse wechseln an den Fischteichen über die Straße. | © Martin Sundarp

Paderborn Mehr Sicherheit für Enten und Gänse an den Paderborner Fischteichen

Die Stadt hat auf die Kritik von Tierschützern reagiert. Initiative sammelt Unterschriften für Tempo 30 an den Fischteichen

Paderborn. Viele Briefe und Emails hat Martin Sundarp geschrieben, zahlreiche Telefonate geführt, um die Situation für Ente, Gans und Co. an den Fischteichen zu entschärfen. Seit 2017 macht er unablässig darauf aufmerksam, dass beinahe täglich gefiederte Zweibeiner auf der stark befahrenen Dubelohstraße Opfer von Verkehrsunfällen werden, dabei den Tod erleiden oder nach schweren Verletzungen qualvoll verenden. Jetzt zeitigt seine Unnachgiebigkeit einen Etappensieg. Die Stadt stellt in Aussicht, dass eine neue Beschilderung her soll. Zu Wochenbeginn hatte Martin Sundarp auf einen besonders grausamen Unfall aufmerksam gemacht. Wie berichtet, war ein Erpel angefahren und im Schnabelbereich schwer verletzt worden. Dem Tier hätte ein qualvoller Hungertod gedroht, wenn es nicht von Mitarbeitern des Veterinäramtes aufgespürt und eingeschläfert worden wäre. Dieses Ereignis war für den 60-Jährigen Anlass, erneut öffentlich in der Neuen Westfälischen auf die Situation an den Fischteichen aufmerksam zu machen. Neue Schilder und andere Maßnahmen sollen kommen Die beiden Schilder, die die Stadt 2018 - wohl auch als Reaktion auf Sundarps unnachgiebiges Engagement - aufgestellt hatte, seien aufgrund ihrer Position und ihrer Gestaltung "völlig unwirksam", kritisierte er und verwies auf die nach wie vor große Anzahl toter Wasservögel, die immer wieder in dem Erholungsgebiet zu beklagen seien. Seine Kritik wurde nun auch von den Verantwortlichen der Stadt Paderborn erhört. "Die bereits vorhandene Hinweisbeschilderung, die Autofahrer auf querende Wasservögel aufmerksam machen soll, wird neu konzipiert", teilte das Amt für öffentliche Ordnung auf Anfrage dieser Zeitung mit. "Die Schilder werden größer und auffälliger gestaltet, denkbar ist hier eine direkte Ansprache an den Autofahrer." Außerdem sollen diese "an anderen, möglichst auffälligen und gut sichtbaren Standorten" aufgestellt werden.Online-Petition für mehr Tierschutz an den Fischteichen Unterdessen hat die Initiative "Aktiv für Tiere Paderborn" im Internet eine Petition auf den Weg gebracht, die an Paderborns Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing gerichtet ist. Unter dem Titel "Fischteiche Paderborn. Tod vieler Tiere auf Raten" werden Unterschriften gesammelt, um nicht nur blinkende Warnschilder, sondern auch die Ausweisung einer Tempo-30-Zone zu erreichen. Für eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung sprechen sich auch Leser aus, die auf der Facebook-Seite der NW Paderborn über die Situation an den Fischteichen diskutieren. "Beides sollte dort eingeführt werden", schreibt @Marion Jaensch. "Tempo 30 und blinkende Warnhinweise. Zusätzlich sollte dort auch die Polizei regelmäßig Tempokontrollen durchführen wie an Schulen." Und @Florian Helling fordert gar "Tempo 30 in den Städten".

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