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Viele Frauen und auch einige Männer im Paderborner Dom sind in Weiß gekleidet, um ein Zeichen zu setzen. - © Andreas Zobe
Viele Frauen und auch einige Männer im Paderborner Dom sind in Weiß gekleidet, um ein Zeichen zu setzen. | © Andreas Zobe

Paderborn Maria 2.0: Frauen setzen Zeichen im Paderborner Dom

Im Hohen Dom bietet sich zum Pontifikalamt der Frauen ein ganz besonderes Bild. Das hat einen Grund

Jochem Schulze
29.07.2019 | Stand 30.07.2019, 07:58 Uhr

Paderborn. Am Donnerstag beginnt die Cranger Kirmes. Das Volksfest in Herne zieht jährlich etwa vier Millionen Besucher an. Von dieser Zahl ist das Liborifest ein Stück weit entfernt. In anderer Hinsicht aber hat die Festwoche rund um den Hohen Dom mehr zu bieten als der Rummel im „Pütt". Das wurde am Montag im Pontifikalamt am Tag der Frauen deutlich. Mit Regina Sindermann aus Herne und Maria Hagenschneider aus Hamm waren auch viele weitere Frauen aus dem Ruhrgebiet in das Gotteshaus gekommen. Das hatte einen ganz bestimmten Grund. Denn die heilige Messe stand auch im Zeichen von Maria 2.0. „Wir sind montags sonst nicht nach Paderborn gefahren. Jetzt aber wollen wir Flagge zeigen", sagt Hagenschneider, während die Domglocken zum Gottesdienst rufen. Vor dem Paradiesportal sammeln sich knapp zwei Dutzend weitere Frauen aus dem Pastoralverband Hamm-Mitte-Ost um ein Maria 2.0-Plakat. „Wir sind voller Hoffnung", erklärt Sindermann, die in Herne den Bezirk der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) führt und wie ihre Mitstreiterinnen ein weißes Oberteil trägt. Zu dieser Kleiderwahl hatte das kfd-Diözesanleitungsteam aufgerufen. „Damit soll ein Zeichen gesetzt werden, dass der Verband und die Teilnehmenden persönlich für Veränderungen in der katholischen Kirche eintreten, diese wünschen und unterstützen", heißt es in einem Aufruf, der bei den Frauen im Erzbistum auf großen Widerhall gestoßen ist. Denn im Dom herrscht an diesem Montag um 11 Uhr tatsächlich Weiß vor. "Weiße Kleidung bringt Licht in den dunklen Dom" „Wir freuen uns riesig über so viel Weiß im Dom", sagt Dorothee Brünger, als die letzten Töne des traditionellen Eingangslieds „Sei gegrüßet, o Libori" verklungen sind. „Wir suchen die Einheit zu wahren. Und wir möchten, dass der Himmel allen offen steht", betont die Frau aus der kfd-Diözesanleitung und bekommt spontanen Beifall aus den eng besetzten Bankreihen. „Es ist ein herrliches Zeichen, dass sie durch ihre weiße Kleidung Licht in den dunklen Dom bringen", begrüßt auch Dominicus Meier die Frauen und auch einige Männer. Viele Gläubige haben nicht einmal mehr einen Sitzplatz bekommen. „Maria 2.0 trifft auf den Heiligen Liborius. Das ist gut so", sagt der Weihbischof als Hauptzelebrant des Pontifikalamts und erntet manches zustimmende Nicken. Und so wird später auch in der nachmittäglichen Andacht unter dem Motto der Verbandsoffensive „Frauen, worauf warten wir" im Hohen Dom nochmals für eine geschlechtergerechte Kirche gebetet. Und für die kfd-Aktionswoche mit himmlisch-weiblichen Frauen vom 23. bis 29. September geworben. Die wird auch in Herne und in Hamm mit Impulsen aus dem Liborifest verbunden sein.

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