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Noch auf dem Abstellgleis: Die Almetalbahn, hier der Bahnhof Ringelstein, verbnindet Paderborn und Brilo über Büren. - © Johannes Büttner
Noch auf dem Abstellgleis: Die Almetalbahn, hier der Bahnhof Ringelstein, verbnindet Paderborn und Brilo über Büren. | © Johannes Büttner

Kreis Paderborn Unter diesen Bedingungen könnte die Almetalbahn wieder in Fahrt kommen

Praxistest: CDU-Mitglieder und Ratsvertreter besuchen die Bentheimer Eisenbahn

09.11.2019 | Stand 08.11.2019, 21:43 Uhr

Kreis Paderborn. Soll die Almebahn wieder auferstehen und Menschen von der Straße auf die Schiene locken? Um in dieser Frage ein bisschen weiter zu kommen, reisten CDU-Mitglieder aus dem Kreis Paderborn in die Grafschaft Bentheim, denn da wurde eine Bahnstrecke nach Jahrzehnten des Stillstandes reaktiviert. „Seit Anfang Juli läuft auf der knapp 30 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Neuenhaus und Bentheim wieder der Zugverkehr, eine Verlängerung bis nach Holland ist bereits fest eingeplant", heißt es in einer Mitteilung der CDU-Eisenbahnfreunde. Bei der Reaktivierung der Strecke sei den berechtigten Interessen der Anlieger Rechnung getragen worden – mit aktivem Lärmschutz. „Mit dem entsprechendem Unterbau, neuestem Fahrzeugpark und stets geschliffenen Schienen ist lautes Zugrattern in den Orten der Grafschaft kein Thema mehr", erlebten die Reisenden bei ihrer Fahrt. Wissenswertes über die Wiederkehr des Zuges erfuhren sie von dem Projektmanager Ralf Uekermann, der die Bahn innerhalb von vier Jahren wieder auf’s Gleis brachte – als Ergänzung auf den Zubringerverkehr zum Bahnhof ausgerichtet. Auch die Kosten für Instandsetzung und Betrieb seien kein Hexenwerk, solange das Ergebnis der standardisierten Bewertung den Wert „1" überschreite, so Uekermann. Damit stehe jedem investierten Euro ein weit höherer volkswirtschaftlicher Nutzen gegenüber. Bedingungen für Neuauflage vergleichsweise günstig Die positive Bewertung ist laut Pressemitteilung Grundlage für ein finanzielles Engagement des Landes, das die Kosten für die Reaktivierung trägt und den Verkehr auf der Stecke danach verbindlich beim Aufgabenträger bestellt und bezahlt. Die CDU-Fraktionen versprechen sich viel von der neuerlichen Bewertung, da diese ab 2020 neben mehr regionalwirtschaftlichen Aspekten auch das Thema Klimaschutz beinhalte. Sie legen Wert auf eine Begleitung der Bewertung der Bahn im Almetal. „Das Verfahren darf kein reiner Verwaltungsakt sein, bei dem später nur die Ergebnisse auf den Tischen der lokalen Entscheidungsträger landen" stellt Michael Fechtler aus Salzkotten klar. „Die Anrainerkommunen müssen von Anfang an angemessen beteiligt werden." Die Bedingungen für eine Neuauflage der Bahn seien verhältnismäßig günstig. Mit einem durchgehenden Trassenband und einer bestehenden Widmung für die Eisenbahn seien die Grundlagen vom Kreis Paderborn für eine Verkehrsaufnahme bereits geschaffen. Die CDU geht, auch auf der Basis aktueller Pendlerzahlen, davon aus, dass die Bahn im Alltag der Menschen schnell wieder eine große Rolle spielen werde. Um die bis bis 2030 durch die Bundesregierung angestrebte Verdopplung der Fahrgastzahlen zu erreichen, müssen vor allem die ländlichen Regionen wesentlich besser an die Schiene angebunden werden, heißt es in der Pressemitteilung. „Regionalentwicklung ist nur möglich, wenn attraktive Mobilität für alle Generationen ermöglicht wird. Wohnen und Arbeiten werden sich zukünftig noch stärker mit attraktiver, bezahlbarer Mobilität verknüpfen, ein Arbeitsplatz oder eine Ort zum Wohnen wird attraktiver, wenn er mit einem leistungsfähigen, vernetzten ÖPNV zu erreichen ist."

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