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Ein Lkw von Chefs Culinar auf einer Straße bei Büren. - © Jens Reddeker
Ein Lkw von Chefs Culinar auf einer Straße bei Büren. | © Jens Reddeker

Büren So diskutiert Büren-Ahden über das Mega-Lager von Chefs Culinar

In einer außerordentlichen Dorfratssitzung wird deutlich, dass sich die Bürger des Bürener Ortsteils mehr Informationen zum Millionen-Projekt wünschen.

Johannes Büttner
07.04.2019 | Stand 08.04.2019, 08:40 Uhr

Büren. Der Nebel, der am Abend das Almetal einhüllt, lässt keine gute Sicht zu. Der richtige Durchblick fehlt in diesen Stunden auch den rund dreißig Ahdenern, die sich in der Dorfgaststätte getroffen hatten um etwas über die aktuelle Situation zum Thema Chefs Culinar zu erfahren. „Wir können nur spekulieren, denn Informationen haben wir fast überhaupt keine", bringt es der Sprecher des Dorfrats, Andreas Münstermann, auf den Punkt. In der Tat: Was sich da vor den Toren des Almedorfs abspielt, ist für viele Ahdener ein Buch mit sieben Siegel. Anwohner Gerhard Rahn drückt es so aus: „Wenn man einen Teich trocken legen will, dann werde die Frösche nicht gefragt". Noch immer wundern sich die Bürger darüber, wie spärlich die Informationen über das Millionen-Projekt flossen, über dessen Veränderungen die Neue Westfälische exklusiv berichtete. „Das einzige was wir wissen ist, dass Chefs Culinar im Bürener Gewerbegebiet nicht bauen darf und stattdessen jetzt auf einer Fläche auf der südlichen Seite des Hellwegs oberhalb von Ahden bauen soll", sagt Rahn. Und genau das bewegt den Ort. Nach Westen noch freie Sicht „Gegen die Ansiedlung des Unternehmens haben wir ja nichts, nur gegen den Standort", sagt Ortsvorsteher und SPD-Ratsmitglied Rainer Fischer. Er selbst, und wohl ein großer Teil der Ahdener Bevölkerung, würden es lieber sehen, wenn das Zentrallager des Lebensmittelgroßhändlers auf der anderen Seite des Hellwegs gebaut würde. „Da ist Platz genug, es würde uns zudem vor den Lärm vom Flughafen schützen und wir hätten wenigstens nach Westen noch freie Sicht", sagt der Ortsvorsteher. Diesem Wunsch gibt Roland Hüser, CDU-Ratsherr und in der Geschäftsleitung des Flughafens tätig, keine Chance. Die Fläche sei nicht im Bebauungsplan und die Gebäude seien zu hoch: „Es gibt keine nutzbare Alternativfläche. Das jetzt ausgewählte Gelände bietet die einzige Möglichkeit, wenn wir Chefs Culinar nicht ziehen lassen wollen." "...dann sind die weg..." Den Ahdenern fehlt es, das förderte der Abend zu Tage, an vielen Informationen. So wurde über die zu erwartende Baugröße (nach NW-Informationen etwa 300 Mal 400 Meter) genauso diskutiert wie über die vermutliche Mitarbeiterzahl oder die Lärmbelästigungen. Selbst die Überlegung, mit einem Bürgerentscheid gegen den Standort anzugehen, macht die Runde. Aber es gibt auch Teilnehmer, die die Vorteile für Ahden ins Spiel bringen. „Wenn die hier keine Baugelegenheit bekommen, dann sind die weg und uns gehen Arbeitsplätze und mögliche Verbesserungen der Infrastruktur in Ahden verloren", kam es aus der Runde. Ortsvorsteher Rainer Fischer macht gleich mehrfach deutlich, dass, bevor der erste Spatenstich erfolgt, alles auf Rechtsmäßigkeit geprüft wird. "Dann haben wir auch die Möglichkeit, unsere Argumente einzubringen", sagte Fischer. Die notwendigen Informationen sollen, wie von der NW berichtet, in einer zeitnah durchzuführenden Bürgerversammlung von der Verwaltung und dem Unternehmen eingefordert werden. „Der Bürgermeister hat mir dazu sein Kommen zugesagt", berichtet Fischer.

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