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Der Steller Ulmenhof schließt im Dezember seine Pforten. Die Traditions-Kneipe soll zu einer Tagespflege mit Wohngruppe umgebaut werden. Die Ulmen sind gefällt. - © Joern Spreen-Ledebur
Der Steller Ulmenhof schließt im Dezember seine Pforten. Die Traditions-Kneipe soll zu einer Tagespflege mit Wohngruppe umgebaut werden. Die Ulmen sind gefällt. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Die Traditionskneipe "Ulmenhof" in Rahden wird zur Tagespflege

Der Ulmenhof in Rahden schließt und wird umgebaut.

Joern Spreen-Ledebur
20.09.2019 | Stand 19.09.2019, 20:43 Uhr

Rahden. Seit rund 180 Jahren betreibt Familie Hartmann an der Mindener Straße in Stelle den Ulmenhof. Gastronomie gab es aber auch schon davor. Diese uralte Kneipen-Tradition endet bald, die Familie Hartmann wird den Ulmenhof bekanntlich im Dezember schließen. Aus dem Gasthaus wird eine Tagespflege mit Pflegeberatung und Wohngruppe. Einstimmung hat der Rahdener Bauausschuss dem entsprechenden Bauantrag am Donnerstag zugestimmt. Tagespflege anstelle der Kegelbahn? Das Gasthaus mit Saalbetrieb und Kegelbahnen ist unter anderem Vereinslokal des Schützenvereins Stelle-Stellerloh und des Sozialverbandes Rahden. Den Schießstand am Ulmenhof inklusive der Saalbühne soll der Schützenverein auch weiterhin nutzen, doch ansonsten wird es im Inneren umfangreiche Veränderungen an der Mindener Straße 111 geben. Mit denen befassten sich gestern Abend auch die Mitglieder des Rahdener Bauausschusses. Dem Kreis liegt ein Antrag vor, die Traditions-Kneipe zur Tagespflege, einem Pflegeberatungsbüro und einer Wohngemeinschaft umzubauen und umzunutzen. Der Bauherr beabsichtigt, das Erdgeschoss umzubauen und umzunutzen. Im westlichen Bereich soll eine Tagpflegestation entstehen, im östlichen Gebäudeteil Büroräume für einen ambulanten Pflegedienst und im hinteren Bereich, derzeit Kegelbahnen, eine betreute Wohngruppe/Wohngemeinschaft. "Der Schießstand bleibt" Die vorhandenen Wohnungen im Erdgeschoss und in den Obergeschossen bleiben laut Sitzungsvorlagen zunächst ohne Nutzung. Auf dem Grundstück sind insgesamt 31 Auto-Stellplätze vorhanden. Von Außen werde es keine großen baulichen Veränderungen geben, sagte Bau-Fachbereichsleiter Dieter Drunagel gestern gegenüber den Mitgliedern des Bauausschusses. Baurechtlich passten Tagespflege, Wohngruppe und Pflegeberatung an die Mindener Straße in Stelle. „Der Schießstand bleibt", machte Dieter Drunagel während der Vorstellung der Umbau-Planungen deutlich. Welche Nutzung Willi Kopmann lieber gesehen hätte Es sei erschreckend, dass zwei Ulmen am Gasthaus gefällt seien, sagte Marion Spreen (SPD). Ob die Bäume unter Schutz gestanden hätten oder sie geschädigt gewesen seien, wollte sie wissen. Naturdenkmäler seien die Bäume nicht gewesen, merkte Drunagel an. Die Ulmen hätten auf privatem Grund gestanden und hätten aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt werden müssen. Morsch seien sie gewesen, erklärte der Bau-Fachbereichsleiter. Wilhelm Kopmann (CDU) hätte es lieber gesehen, wenn die Gastronomie-Tradition an dieser Stelle weitergeführt worden wäre. Dies sei allerdings nicht der Fall – aber das sei ein Trend der Zeit. In der Wohngruppe sollten künftig sechs Menschen leben, antwortete Drunagel auf eine Nachfrage von Claus-Dieter Brüning (SPD). Arbeiten würden hier künftig vier Beschäftigte. Weitere Mitarbeiter werde es in der Tagespflege geben. Der Trend gehe dahin, dass Tagespflege auch in den Ortschaften genutzt werde.

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