Maß nehmen: Sabine Bartelheim (l.) und Petra Schulz prüfen, wie lang die Ährengirlande werden muss, mit der der Wagen der Landfrauen geschmückt wird. - © CUT_MUELLER
Maß nehmen: Sabine Bartelheim (l.) und Petra Schulz prüfen, wie lang die Ährengirlande werden muss, mit der der Wagen der Landfrauen geschmückt wird. | © CUT_MUELLER

Pr. Oldendorf 1.025 Jahre Börninghausen: Schick machen für den Umzug

Teil 5: Ein Festwagen wird geschmückt – die Eggetaler Landfrauen lassen sich bei den Vorbereitungen über die Schulter schauen

Cornelia Müller

Pr. Oldendorf-Börninghausen. Was wäre ein Dorfjubiläum ohne Festumzug? Und was wäre ein Festumzug ohne die Landfrauen? „Wir dürfen da nicht fehlen", war für die Eggetaler Landfrauen von Anfang an klar. Und los ging es mit den Vorbereitungen – und zwar schon im vergangenen Jahr.Denn erst einmal musste Geld in die Kasse. Selbst wenn bei den Landfrauen traditionell Selbermachen großgeschrieben wird: Das Material, um den Erntewagen zum Festwagen umzurüsten, wollte schließlich bezahlt sein. Also wurde ein Teil der Einnahmen aus der „Kleinen Kaffeedeele", dem Landfrauencafé im Haus der Begegnung während der Wintermonate, als Anschubfinanzierung genutzt. Naturgemäß kein großes Problem für die Landfrauen war die nächste Aufgabe: einen Wagen für den Umzug zu finden – inklusive Traktor und Fahrer. Die ehemalige Vorsitzende Irmgard Schütte wurde ihrem Ruf als „Unentbehrliche" gerecht, stellte das benötigte Gespann und verpflichtete kurzerhand ihren Ehemann als Chauffeur. Ein „Lalabu" unterstützt die Landfrauen Ende Juni begann dann das Herrichten des Wagens. Da hatten sich die Landfrauen einiges vorgenommen: Eine richtige Treppe zum sicheren Auf- und Abstieg wollten sie an den Anhänger montieren, denn das Mitfahren sollte keine Frage des Alters und der körperlichen Fitness sein. „Wir haben uns da ein bisschen inspirieren lassen", gab Petra Schulz lachend zu und schwenkte das Foto eines Wagens, den eine andere Gruppe bereits mit diesem Extra ausgestattet hatte. Mit einem solchen „Bauplan" ging die Arbeit dann schnell von der Hand, auch dank der Unterstützung von Jürgen Bartelheim, der sich bei dieser Aktion bereitwillig als „Lalabu" zur Verfügung stellte – als „Landfrauenlaufbursche", wie die Landfrauen schmunzelnd erklärten. Für das Schneiden des Weizens und das Binden einer Girlande waren gleich mehrere Treffen nötig. 13 Meter Seil sollten möglichst gleichmäßig mit Ähren umwunden werden. Selbst für diejenigen Landfrauen, die schon viele Kränze aus Tannenzweigen gebunden hatten, war das Neuland. Jede hatte ihre Aufgabe: die Halme von den Blättern zu befreien und auf einheitliche Länge zu kürzen, aus den Ähren kleine Sträußchen vorzubereiten, das eigentliche Binden. Viel langsamer als erwartet wuchs die Girlande. Doch die Motivation blieb hoch: „Ich freue mich total. Zeltfeste gibt es ja immer mal wieder. Aber ein Festumzug ist schon etwas Besonderes", meinte Juliette Seifert. Blieb nur noch das eigentliche Schmücken des Wagens, das aber bis wenige Stunden vor dem Umzug warten musste. Nicht nur, weil der Anhänger vorher noch für die Ernte gebraucht wurde. Sondern auch wegen der frischen Blumen, die dafür vorgesehen waren: „Eigentlich wollten wir Sonnenblumen nehmen, aber die Natur ist schon so weit – das wird wohl nichts", musste Angelika Becker bereits Anfang Juli feststellen. „Da muss dann wohl ein Plan B her." Wie dieser Plan B aussieht und was sich die übrigen Teilnehmer alles einfallen lassen haben: Am Sonntag, 26. August, wird dieses Geheimnis gelüftet. Dann werden mehr als 40 Festwagen durch das Dorf rollen – auch der der Landfrauen. Der letzte Festumzug durch das Eggetal fand 2003 zum Jubiläum der Städtepartnerschaft mit St. Oswald-Möderbrugg statt. Die Organisation des Festumzugs zur 1.025-Jahr-Feier hat die Freiwillige Feuerwehr Börninghausen übernommen. Der Umzug führt über eine Strecke von etwa 4,6 Kilometern und soll circa zwei Stunden dauern. Start ist auf der Masch gegen 13 Uhr. Der Weg führt über die Eggetaler Straße, An der Kirche, Strombergstraße und Zum Schürenbrink zurück auf die Eggetaler Straße und über die Ravensberger Straße zum Festplatz am Sportlerheim. Das Eintreffen der Wagen dort ist gegen 15 Uhr geplant. 1. Teil: Was das Eggetal ausmacht 2. Teil: Einkaufen in der Nachbarschaft 3. Teil: Das Eggetal hat Charme 4. Teil: Seit 900 Jahren steht die Kirche im Dorf

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