Die Krypta im Untergeschoss der Erasmus-Kapelle auf dem Burgfriedhof in Warburg ist ein sieben Meter breiter und 13,5 Meter langer dreischiffiger Hallenbau.
© Burkhard Okel

Warburg Warburger Erasmus-Kapelle ist Denkmal des Monats

Warburger Denkmalschutzverein macht auf eines der ältesten Zeugnisse sakraler Baukunst in der Stadt aufmerksam.

Dieter Scholz

2021-02-22 20:46:37

Warburg. Die Schönheit des Monats: Die Kapelle auf dem Burgfriedhof in Warburg ist vom Warburger Verein für Geschichte und Denkmalschutz als „Denkmal des Monats Februar" ausgerufen worden. Erstmals hatte der Verein, der sich vor eineinhalb Jahren in der Hansestadt gegründet hatte, über seine Website um Vorschläge gebeten. Unter den 44 eingereichten Vorschlägen hatten sich die meisten für das kleine Gotteshaus auf dem ehemaligen Burgberg entschieden.

Die unter der Kapelle liegende romanische Krypta ist das älteste erhaltene sakrale Bauwerk der Stadt und zugleich der heute einzig erhaltene Teil der ehemaligen Burganlage der Grafschaft Wartberg.

Ursprünglich stand an der Stelle der Erasmus-Kapelle eine dem heiligen Andreas geweihte Basilika, ein ottonischer Bau mit Ober- und Unterkirche aus dem 11. Jahrhundert, die wohl zur Burganlage des Grafen Dodiko gehörte. Die Krypta dieser Kirche wurde 1681 durch die barocke Wallfahrtskirche des Heiligen Erasmus überbaut.

Wallfahrten als Wirtschaftsfaktor

Wallfahrten waren im Mittelalter beliebt und ein nicht unwesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Städte. Im Warburger Land geht die Erasmus-Wallfahrt auf ein Wunder zurück, das vor mehreren Jahrhunderten geschehen sein soll: Die Legende erzählt von einem Jungen, dem die Beine versagten. Die Mutter flehte deshalb zum Heiligen Erasmus. Der daraufhin half. Anschließend pilgern die Menschen in die Stadt an der Diemel.

1415 wurde für die Wallfahrt in der Kirche ein Altar gestiftet, der dem heiligen Erasmus, einem der 14 Nothelfer, gewidmet war. Im 16. Jahrhundert war die Andreas-Kirche mehr und mehr verfallen, nach dem Dreißigjährigen Krieg dann war allein die Krypta übrig geblieben. Sie sollte zunächst nur ein Dach zum Schutz vor Wind und Wetter erhalten. Doch lässt der Paderborner Fürstbischof 1681 die alte Krypta von St. Andreas sanieren und darauf die Erasmus-Kapelle errichten. So entstand de heute „doppelstöckige" Sakralbau auf dem Friedhof in der Warburger Neustadt.

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