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Obwohl es sich um eine moderne Bauform handelt, passt sich das 3,50 Meter hohe Gebäude dem historischen Paradieshof an. - © Joesf Köhne
Obwohl es sich um eine moderne Bauform handelt, passt sich das 3,50 Meter hohe Gebäude dem historischen Paradieshof an. | © Joesf Köhne

Steinheim Steinheimer Kindergarten erhält großen Anbau

Weshalb die Planung so aufwändig war

Josef Köhne
10.09.2019 | Stand 10.09.2019, 18:39 Uhr

Steinheim. Ein Loblied sang Altbürgermeister Willi Gemmeke auf die Elterninitiative Klabautermann (EIK), die am Tag des offenen Denkmals ihren neuen, dem denkmalgeschützten Paradieshof angefügten Mehrzweckraum einweihte und der Öffentlichkeit vorstellte. Begrüßt wurden die Gäste der Einweihungsfeier von der Vorsitzenden der Elterninitiative, Margret Sieland. Namentlich hieß sie Bürgermeister Carsten Torke, Dr. Christoph Heuter vom Amt für Denkmalpflege, den Architekten Rainer Krekeler sowie Altbürgermeister Willi Gemmeke willkommen. Rückblickend erinnerte Sieland an die Gründung der Elterninitiative, die vor 23 Jahren die Trägerschaft über den von Grund auf zu sanierenden, 1729 erbauten Paradieshof übernommen hatte. Notwendig geworden war das, weil die Betreuungsplätze in den städtischen Kindergärten nicht ausreichten, vor allem aber, weil es keine Einrichtung für die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder bis 14 Jahre gab. Die Übernahme des von der Stadt zur Verfügung gestellten Gebäudes erfolgte unter dem Dachverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Welche Last sich die Elterninitiative damit aufbürdete, zeigten alte Fotos, die im denkmalgeschützten Gebäude zu besichtigen waren. Gesetzliche Vorgaben und eine größere Nachfrage nach Hortplätzen führten im Verlauf der Zeit dazu, dass die Scheune ebenfalls ausgebaut und für die 25-köpfige Kindergartengruppe eingerichtet wurde. Schon seit 2011 U3-Betreuung Als der Ruf nach frühkindlicher Bildung lauter wurde, eröffnete der Klabautermann im August 2011 eine Gruppe mit zehn Kindern unter drei Jahren. Das jüngste ist zurzeit acht Monate. Benötigt wurden daher unter anderem neue Ruhe-, Schlaf- und Wickelräume. Benötigt wurde aber auch ein Raum, in dem sich die Kinder bei schlechtem Wetter austoben können. Da sich dieser in den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden nicht mehr unterbringen ließ, stellte sich die Frage nach einem Neubau. „Kein einfaches Unterfangen, wenn etliche Behörden und die Politik ihren Segen dazu geben müssen", erkannte der Vorstand der Elterninitiative und war froh, dass er im Architekturbüro Krekeler und bei der Stadtverwaltung pragmatisch handelnde Unterstützer fand. In Abstimmung mit dem Denkmalamt in Münster wurde schließlich eine Bauform gefunden, die sich in Aussehen und Form dem holzverschalten Giebel des historischen Gebäudes angleicht. Der neue Raum führe nicht zur Schaffung weiterer Kindergartenplätze, erklärte Margret Sieland, aber er schaffe Möglichkeiten, die Qualität der Kinderbetreuung zu verbessern. Und beste Qualität zu bieten, sei schließlich das vorrangige Ziel der Elterninitiative sowie aller im Team arbeitenden pädagogisch ausgebildeten Fachkräfte. Ihr Dank galt allen beteiligten Behörden, den Mitarbeitern des Architekturbüros sowie den am Bau beteiligten Handwerkern. Dank für den unermüdlichen Einsatz Im Gegenzug dankte Bürgermeister Torke dem Vorstand der Elterninitiative für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Kinder der Stadt Steinheim. Für eine Überraschung sorgte Architekt Rainer Krekeler, als er dem Neubau mit der Schlüsselübergabe gleich den Namen „Schatzkiste" mitlieferte. Viel Beifall bekam der 89-jährige Willi Gemmeke, der auf seine unnachahmlich humorvolle Weise an die Zeiten erinnerte, in denen er als Ratsmitglied und Bürgermeister alle Register gezogen hatte, um in Steinheim Kindergartenplätze zu installieren. Am Nachmittag waren alle Bürgerinnen und Bürger zu einem Äthiopientag eingeladen. Die dabei erzielten Einnahmen gehen an die Äthiopienhilfe Steinheim. „Wir sind von der guten Arbeit des Vereins überzeugt und wir wollen etwas für die Kinder tun, denen es nicht so gut wie unseren geht", erklärte Margret Sieland dazu.

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