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Ein Transportpanzer Fuchs der Bundeswehr wird von den Experten aus Höxter desinfiziert, damit die Gefahr der Übertragung einer Tierseuche verhindert wird. - © O. Saalow
Ein Transportpanzer Fuchs der Bundeswehr wird von den Experten aus Höxter desinfiziert, damit die Gefahr der Übertragung einer Tierseuche verhindert wird. | © O. Saalow

Höxter Soldaten aus Höxter in Litauen: Bundeswehr gibt Details bekannt

Sowohl der genaue Standort des Einsatzes als auch die Aufgaben werden vom Kommandeur erläutert. Zudem erklärt die Bundeswehr, warum es Mitte März zu Verkehrsbehinderungen vor der Kaserne kommen kann.

16.02.2022 | Stand 16.02.2022, 18:29 Uhr

Höxter. Wie berichtet. rücken 50 Soldatinnen und Soldaten des ABC-Abwehrbataillon 7 aus Höxter aus und fahren seit dem 14. Februar Richtung Baltikum, Ziel Litauen. Dort sollen sie die enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen (eFP BG LTU) um weitere Einheiten der Feldjäger, ABC-Abwehr und Logistik verstärken.

„Die fünf Tage zwischen Alarmierung und Abmarsch haben wir dazu genutzt, unsere Soldatinnen und Soldaten und deren Fahrzeuge für den Marsch und die dann folgenden Aufträge in Litauen vorzubereiten“, berichtet der Kommandeur des ABC-Abwehrbataillons 7, Oberstleutnant Michael Gorzolka. „Das beinhaltete unter anderem den Abschluss sämtlicher medizinischer Untersuchungen, das Verpacken der persönlichen Ausrüstung, und das Abstimmen der Marschplanung bis hin zum Auffahren der Fahrzeuge." Selbstverständlich hätten alle die Möglichkeit gehabt, sich von der Familie und den Freunden zu verabschieden.

Der nun angetretene mehrtägige Marsch nach Litauen wird geführt durch den Zugführer des Aufklärungszuges der 2. Kompanie, Oberleutnant Josef Kräh: „Vor uns liegt eine lange Fahrt mit einigen Fragezeichen. Wir konnten uns mit verschiedenen Übungen zwar gut auf eine mögliche Verlegung vorbereiten, aber wenn es dann wirklich losgeht, ist die Anspannung deutlich zu spüren.“

Worum es geht

In den kommenden Wochen gelte es nun, so die Bundeswehr, einen Beitrag zur Rückversicherung der Bündnispartner zu leisten. „Zuerst aber müssen wir in Rukla ankommen, und dann gilt es, Verbindung mit den bereits vor Ort befindlichen Kräften aufzunehmen“, skizziert der Führer des ABC-Kontingents, Major Yves Hüttmann, die kommenden Aufgaben.

Machen sich auf den Weg: Die Soldatinnen und Soldaten aus der General-Weber-Kaserne in Höxter. - © L. Greiner
Machen sich auf den Weg: Die Soldatinnen und Soldaten aus der General-Weber-Kaserne in Höxter. | © L. Greiner

Zusätzlich hat das ABC-Abwehrbataillon 7 weitere 35 Kräfte nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verlegt, um dort in Verantwortung des nationalen territorialen Befehlshabers, Generalleutnant Martin Schelleis, die Convoy Support Center (CSC) der Streitkräftebasis zu unterstützen. Die Aufgabe dieser ABC-Abwehrkräfte ist es, sämtliche Fahrzeuge und Container der Verstärkungskräfte der eFP vor dem Übertritt der Grenze nach Polen tierseuchenprophylaktisch zu behandeln.

Diese Vorbereitungen sind notwendig, weil Deutschland nach dem Auftreten von Tierpathogenen wie der Afrikanischen Schweinepest in einigen östlichen Bundesländern von Polen als Risikogebiet eingestuft wurde. „Um deren Ausbreitung zu verhindern, sind die Fahrzeuge und Container an sensiblen Stellen mit Desinfektionsmittel zu belegen“, erklärt der Planungsstabsoffizier des ABC-Abwehrbataillons 7, Oberstleutnant Stephan Alt. „Das Bataillon hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Erfahrungen in der Tierseuchenprophylaxe gesammelt. So wurden in der Vergangenheit bereits sämtliche Fahrzeuge und Materialrücktransporte der Bundeswehr aus den verschiedenen Einsatzländern desinfiziert." Nach vielen Jahren im Internationalen Krisenmanagement sei das eine Routineaufgabe für die ABC-Abwehrkräfte.

Heiße Phase

Für die am Standort in Höxter verbleibenden Kräfte beginnt ab März dieses Jahres die „heiße Phase“ der Vorbereitung für die multinationale ABC-Abwehr Task Force der Nato, die im Jahr 2023 durch das ABC-Abwehrbataillon 7 gestellt wird. So findet vom 5. bis zum 14. März 2022 auf dem Truppenübungsplatz in Klietz, Brandenburg, die nächste Übung statt. Das Bataillon weist vorsorglich darauf hin, dass es sowohl am Samstag, den 05. März, als auch am Montag, den 14. März, zu Einschränkungen des Verkehrsflusses im Bereich der General-Weber-Kaserne kommen kann.

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