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Quartiersmanagerin Ute Meyer zu Lenzinghausen zeigt die grün-weiße Notfalldose. - © Mareike Patock
Quartiersmanagerin Ute Meyer zu Lenzinghausen zeigt die grün-weiße Notfalldose. | © Mareike Patock

Spenge Diese kleine Dose im Senfglas-Format rettet Leben

In der Notfalldose können Patienten medizinisch wichtige Angaben zusammentragen. Im Ernstfall eine wichtige Informationsquelle für die Rettungskräfte. Warum die in den Kühlschrank gehört.

Mareike Patock
10.09.2019 | Stand 09.09.2019, 17:21 Uhr

Spenge. Sie ist gerade mal so groß wie ein Senfglas, wird in die Kühlschranktür gestellt - und kann im Ernstfall Leben retten: die weiß-grüne Notfalldose. Patienten können darin alle medizinisch relvanten Informationen zusammentragen: über Allergien zum Beispiel oder über ihre Medikamente. Für Notarzt und Rettungsdienst eine entscheidende Informationsquelle. Schon seit 2014 gibt es die kleine Dose - eine bundesweite Aktion. Allerdings: So richtig Verbreitung hat sie bei uns noch nicht gefunden. Die "Quartiersentwicklung in Spenge", das Martinsstift und der Seniorenbeirat der Stadt wollen das jetzt ändern und die Notfalldose bekannter machen - gerade auch bei älteren Menschen. Das befürwortet auch der Rettungsdienst und erklärt, weshalb die kleine Dose ein Lebensretter sein kann, welche Patienten-Informationen dort hineingehören - und warum die Dokumentenbox ausgerechnet in den Kühlschrank gestellt werden sollte. Schnell alle Dokumente zur Hand Werden Notarzt und Rettungsdienst zu einem Notall gerufen, sind sie auf grundlegende Patienten-Informationen angewiesen, um schon vor Ort eine passgenaue Behandlung einleiten zu können. Welche Medikamente nimmt der Patient? Wer ist der Hausarzt? Hat er Allergien gegen Medikamente oder Vorerkrankungen? Hat er eine Patientenverfügung und wo ist die zu finden? Mitunter ist der Patient jedoch selbst gar nicht mehr in der Lage, all diese Auskünfte im Fall der Fälle zu geben. Und auch für Angehörige ist es eine Ausnahmesituation, wenn der Rettungsdienst ins Haus kommen muss. Dann direkt die notwendigen Informationen abrufen zu können und alle Dokumente zur Hand zu haben, ist nicht immer möglich. Zwei kleine Aufkleber weisen den Weg Die Lösung ist die Notfalldose. In ihr steckt ein Infoblatt, auf dem der Patient alle medizinisch relevanten Angaben eintragen kann: Hier kann er angeben, welche Krankheiten, Allergien und Unverträglichkeiten er hat, welche Operationen er hatte, welche Medikamente er täglich einnimmt, wo er seine Patientenverfügung oder seinen Organspendeausweis aufbewahrt, welche Blutgruppe er hat oder wer im Notfall kontaktiert werden soll. Zwei kleine Aufkleber weisen den Rettern den Weg zu der Infobox: Sie werden an der Innenseite der Wohnungstür und am Kühlschrank angebracht. Dennis Langeleh ist Mitarbeiter in der Kreisrettungswache in Spenge. Noch kann er die Zahl der Einsätze, bei denen er eine solche Notfalldose vorgefunden hat, an einer Hand abzählen. In jenen Fällen aber "haben wir sehr positive Erfahrungen damit gemacht", betont er. "Sie erleichtert uns die Arbeit und wir können schneller agieren." Wie in einem Datenspeicher seien in der Notfalldose alle relevanten Angaben zusammengetragen. Das sei für die Rettungskräfte "eine gewaltige Erleichterung", denn sie müssten die Informationen nicht erst mühsam zusammentragen. Darum sollte die Dose im Kühlschrank aufbewahrt werden Die Notalldose im Kühlschrank aufzubewahren sei sinnvoll. Denn ein Kühlschrank sei in jedem Haushalt vorhanden, sagt Langeleh. Auch Matthias Kramer, Leiter des Spenger Martinsstifts, begrüßt die Notfalldose: Im Ernstfall ermögliche sie es den Rettern, schneller reagieren zu können. Vor allem auch für Menschen, die alleine lebten, sei sie sinnvoll. Hier gibt es die Notfalldosen Die Quartiersentwicklung der Diakoniestiftung Herford - ein Projekt, das sich für ein gutes Leben im Alter einsetzt und von der Deutschen Fernsehlotterie unterstützt wird - will die Notfalldose ebenfalls bekannter machen. Unter anderem will sie gemeinsam mit dem Seniorenbeirat der Stadt Spenge beim Aktionstag "Mobil ohne Auto" am kommenden Sonntag über das Projekt informieren. An ihrem Stand am Spenger ZOB werden dann auch Notfalldosen gegen eine Spende abgegeben. Ansonsten kann man die kleinen Lebensretter in Apotheken erwerben. Oder es gibt sie gegen eine Spende im Spenger Martinsstift. Weitere Informationen unter www.notfalldose.de .

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