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Dirk Hinke vom Kulturbüro Löhne (links) und Kirsten Beul von der Buchhandlung Dehne (rechts) haben die Kriminacht organisiert. Bei der Premiere dabei waren (von links) Carla Berling, Matthias Löwe und Thomas Krüger. - © Sonja Töbing
Dirk Hinke vom Kulturbüro Löhne (links) und Kirsten Beul von der Buchhandlung Dehne (rechts) haben die Kriminacht organisiert. Bei der Premiere dabei waren (von links) Carla Berling, Matthias Löwe und Thomas Krüger. | © Sonja Töbing

Löhne Skurrile Charaktere auf Tätersuche bei erster Löhner Kriminacht

Mehr als 300 Besucher genießen spannende und humorvolle Momente bei der ersten Löhner Kriminacht. Thomas Krüger, Matthias Löwe und Carla Berling begeistern mit ihren Lesungen.

Sonja Töbing
24.11.2019 | Stand 25.11.2019, 11:34 Uhr

Löhne. Drei Autoren, ein Genre, drei Protagonisten, die mit ihrer ostwestfälischen Schrulligkeit die Herzen ihrer Leserschaft im Sturm erobern – die erste Löhner Kriminacht am Freitagabend bot Spannung, Wortwitz und perfekte Unterhaltung. Mehr als 300 Besucher ließen sich von Thomas Krüger, Matthias Löwe und Carla Berling in die Welt von Mord, Intrigen und schwarzem Humor entführen. Organisatorin Kirsten Beul kämpfte vor Beginn der Veranstaltung mit Lampenfieber. "Ich bin so nervös", gestand die Buchhändlerin, die gemeinsam mit Dirk Hinke vom Kulturbüro Löhne die erste Löhner Kriminacht ins Leben gerufen hatte. Doch die Nervosität ließ schnell nach, als die Lesung begann. Eine Laufente als Ermittler Den Auftakt bestritt der gebürtige Löhner Thomas Krüger mit seinen herrlich skurillen Enten-Krimis. Erwin Düsedieker und seine Laufente Lothar lösen gemeinsam Kriminalfälle – und wenn Thomas Krüger seinen Figuren mit seiner unverwechselbaren Stimme Leben einhaucht, bleibt kein Auge trocken. "Wie geht's?" - "Muss ja"- die typische Wortkargheit der Ostwestfalen brachte die Einheimischen zum Lachen – der Wiedererkennungswert ist bei Thomas Krügers Werken enorm. So mancher Name hat etwas Loriot-haftes an sich, beispielsweise Lars-Leberecht Heine. Thomas Krüger hatte auf jeden Fall die meisten Leichen im Gepäck, womit er der Bitte Kirsten Beuls nur allzu gerne nachkam. Schon in der ersten von drei Pausen strömte das Publikum ins Foyer, um sich Bücher zu sichern. Am Stand von Heike Valldorf, Ingrid Tacke, Alexandra Sandbrink und Anja Schröder warteten 450 gedruckte Exemplare auf hungrige Bücherwürmer. "Löhne rockt immer" Dann ging es mit Matthias Löwe weiter. Der ebenfalls aus Löhne stammende Mathematiker wirkt deutlich jünger als er ist und lacht immer noch gerne und herzhaft über die Eigenarten seines Protagonisten Bröker, der in einer Villa am Fuße der Sparrenburg lebt. Bei der Löhner Kriminacht präsentierte er seinen neuesten Roman "Leinewebertod". "Löhne rockt immer", begrüßte Löwe seine Fans und erntete dafür viel Applaus. Auch wenn er weniger Blutrünstiges als vielmehr Humorvolles vorlas, beispielsweise Brökers kulinarische Begegnung mit einer grauenvoll zubereiteten Stippgrütze, waren die Zuhörer begeistert. Tante Friedchen und Tante Sophie sind Carla Berlings Markenzeichen Und dann betrat Carla Berling die Bühne, die bereits zu Beginn des Abends mit tosendem Applaus begrüßt worden war. Die in Bad Oeynhausen geborene und seit zehn Jahren in Köln lebende Krimi-Autorin hatte ihr Buch "Tunnelspiel" mitgebracht, in der Lokalreporterin Ira Wittekind die Hauptrolle spielt. Der grausame Mord eines Herforder Verlegers, der in einem verlassenen Schlachthof nackt an ein Metallgitter gefesselt und brutal getötet wurde, ist nichts für schwache Gemüter. Doch dank humorvoller Einlagen, die vor allem Tante Friedchen und Tante Sophie zuzuschreiben sind, gibt es immer wieder Grund zum Schmunzeln. "Wären wir Ostwestfalen ein Kleidungsstück, dann wären wir ein Tweedmantel. Ein bisschen grob in der Struktur, kein Firlefanz, keine Schleifen, keine Spitze, keine Rüschen – aber von super Qualität", gab Carla Berling ihren Fans mit auf den Weg. Und natürlich vergaß sie nicht, für ihren bald erscheinenden Krimi "Pechmaries Rache" zu werben. Nach mehr als drei Stunden bester Unterhaltung verabschiedete sich das Autoren-Trio von den Zuhörern, die begeistert klatschten. Dirk Hinke und Kirsten Beul freuten sich über den gelungenen Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe: "Wir sind überwältigt von dieser Resonanz." Eine Resonanz, die Lust auf mehr macht – mehr Spannung, mehr Skurrilität, mehr ostwestfälischen Humor.

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