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Die beiden Auszubildenden Jenna Gehla (v. l.) und Leona Kaliqani informieren Josephine (15) und Katharina (15) über die Berufsmöglichkeiten bei der Volksbank. - © Anthea Moschner
Die beiden Auszubildenden Jenna Gehla (v. l.) und Leona Kaliqani informieren Josephine (15) und Katharina (15) über die Berufsmöglichkeiten bei der Volksbank. | © Anthea Moschner

Löhne Ausbildungsbörse zeigt Schülern mit Virtual Reality Berufsperspektiven

Die Messe "Step One" der Städte Löhne und Bad Oeynhausen punktet mit einem Austellerrekord. Unternehmen beeindrucken die Schüler mit innovativen Ideen.

Anthea Moschner
13.09.2019 | Stand 13.09.2019, 16:10 Uhr

Löhne / Bad Oeynhausen. Mazlum hat ein klares Ziel vor Augen - im wahrsten Sinne des Wortes. Er möchte andere Menschen beschützen. Am Stand der Agentur für Arbeit Herford auf der Ausbildungsmesse Step One kann er den Arbeitsalltag als Polizist dank einer Virtual Reality-Brille hautnah miterleben. Der Neuntklässler könne sich gut vorstellen, bei der Polizei zu arbeiten. "Man hat einen guten Einblick bekommen", sagt Mazlum, nachdem er die Brille wieder abgenommen hat. VR-Brillen lassen die Schüler ihren Wunschberuf hautnah erleben In einem vier- bis fünfminütigen Video wird mit 360 Grad-Rundumblick ein Arbeitstag simuliert. "Die Filme kommen von den Unternehmen selbst und sollen den ersten Zugang verschaffen", sagt Daniel Salow von der Agentur für Arbeit. Die Schüler können aus circa hundert Berufen auswählen. Alternativ zur Polizei stellt für den Löhner Gesamtschüler Mazlum auch die Bundeswehr eine Option dar. Deshalb setzt er sich auch zusammen mit seinem Mitschüler Adrian (15) direkt ganz euphorisch in den Panzer der Bundeswehr, der auf dem Vorplatz der Werretalhalle steht. "Ich möchte den Leuten gerne einen Schutz bieten", so Mazlum. Dadurch, dass die Bundeswehr bei der Ausbildungsmesse vor Ort ist und für Fragen zur Verfügung steht, sei er in seinem Berufswunsch noch einmal bestärkt worden, sagt er. 73 Unternehmen stellen sich vor Genau das ist das Ziel der Step One, der Ausbildungsbörse der Städte Löhne und Bad Oeynhausen, die in diesem Jahr schon zum 17. Mal stattfindet. 73 Unternehmen stellen an den Ständen in der Löhner Werretalhalle unzählige Berufe vor. Rund 850 Schüler aus beiden Nachbarstädten können sich während der zweitägigen Ausbildungsbörse über die Möglichkeiten informieren, die sie nach der Schule haben. Die Zahl der ausstellenden Unternehmen ist seit dem vergangenen Jahr gestiegen, wie Andrea Baumgartner und Gudrun Niermeyer von der Wirtschaftsförderung der Städte Löhne und Bad Oeynhausen berichten. "Es ist auch verstärkt so, dass die Unternehmen auf uns zukommen", sagt Baumgartner. Einblicke in das Handwerk des Tischlers Zum Stand von Nolte Küchen hat es Luis (14), Dennis (15) und Leon (14) von der Gesamtschule Bad Oeynhausen gelockt. "Ich möchte gerne eine Tischlerlehre machen", sagt der Neuntklässler Leon. Am Nolte-Stand ist er da genau richtig. Denn die Jungs müssen einen Teufelsknoten, ein Steckpuzzle aus Holz, zusammensetzen. "Das wird hier vor Ort gefräst, dann können sie das selbst schleifen und zusammenbauen", sagt Michael Hörstel. Leon ist zufrieden mit dem Angebot am Stand. "Es macht auf jeden Fall Spaß." Hörstel und Auszubildender Jonas Heggemann erzählen den Schülern außerdem von den verschiedenen Ausbildungsberufen bei Nolte. Auszubildende erzählen von ihren eigenen Erfahrungen Ähnlich viel handwerkliches Geschick wie die Jungs müssen auch Melina (14), Leonie (15), Leticia (14), Maya (16) und Jessica (15) am Stand vom Verpackungsunternehmen Wellteam unter Beweis stellen. Dort falten sie aus einem Stück Pappe einen kleinen Karton. Und nicht nur das: Dennis Metzger, Auszubildender im zweiten Lehrjahr, erzählt ihnen auch von seinem ersten Jahr als Azubi. Die Löhner Gesamtschülerinnen haben teilweise schon klare Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. Jessica möchte bei der Polizei arbeiten, Maya beim Rettungsdienst. Leonie hingegen hat sich noch nicht festgelegt. Egal ob die Entscheidung, was sie werden wollen, schon gefallen ist oder nicht, die Schülerinnen wollen die Step One nutzen, um sich über viele verschiedene Berufsfelder zu informieren, sagen sie. "Man konnte die Leute ansprechen und sich informieren" Genauso wie die Zehntklässlerinnen Josephine (15) und Katharina (15) von der Europaschule Bad Oeynhausen. Sie sind zum Stand der Volksbank gekommen, wo die beiden Auszubildenden Jenna Gehla und Leona Kaliqani ihnen von ihren eigenen Erfahrungen und Eindrücken erzählen. Genau das ist es auch, was den beiden Schülerinnen so gut an der Messe gefällt. "Weil sie selbst relativ neu dabei sind", sagt Josephine. Sie interessiert sich für eine Ausbildung zur Bankkauffrau. "Industriekauffrau wäre auch eine Option für mich", sagt sie. Ihre Mitschülerin Katharina weiß noch nicht genau, was sie werden will. "Aber ich habe hier viel erfahren. Man konnte die Leute einfach ansprechen und sich informieren."

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